Ehemaliger Ständerat Lombardi kandidiert für Luganeser Stadtrat

SDA/jka

14.1.2021 - 13:35

Kandidiert für den Luganeser Stadtrat: der ehemalige CVP-Ständerat Filippo Lombardi. (Archivbild)
Keystone

Der abgewählte CVP-Nationalrat Filippo Lombardi kandidiert für den Stadtrat von Lugano. Erst im vergangenen Jahr hatte er eine Kandidatur ausgeschlossen. 

Filippo Lombardi kandidiert im April für den Stadtrat von Lugano. Der ehemalige CVP-Ständerat wäre aufgrund seiner vielfältigen politischen Erfahrung ein «grosser Mehrwert» für die Stadt Lugano, teilte die Findungskommission der CVP Lugano am Donnerstag mit.

Lombardi wurde 2019 nach 20 Jahren im Ständerat abgewählt. Im zweiten Wahlgang am 17. November 2019 wurde an seiner Stelle die SP-Politikerin Marina Carobbio Guscetti mit nur 46 Stimmen Vorsprung in die kleine Kammer gewählt.

Lombardi ist bereits der zweite Spitzenkandidat für den Luganeser Stadtrat. Im vergangenen Januar hatte der ehemalige FDP-Präsident und Nationalrat Fulvio Pelli seine Kandidatur für die Exekutive der grössten Tessiner Stadt angekündigt.

CVP und FDP kämpfen mit Problemen

Sowohl CVP als auch FDP Lugano befinden sich in einer schwierigen Lage, da beide Parteien namhafte Rücktritte im Stadtrat zu verzeichnen haben. Für die Nachfolge des zurücktretenden CVP-Stadtrates Angelo Jelmini war ursprünglich der Fraktionschef im Luganeser Gemeinderat Michel Tricarico gehandelt worden - doch dieser hat nun abgesagt, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Auch die FDP muss ihren Sitz verteidigen, verliert sie doch mit dem abtretenden Michele Bertini den stellvertrenden Stadtpräsidenten von Lugano. Der 1985 geborene Bertini galt als Shootingstar der Tessiner FDP. Er begann seine politische Karriere im Gemeinderat, bevor er zum Stadtrat und stellvertretenden Stadtpräsidenten aufstieg. Bertini erklärte bei der Ankündigung seines Rücktritts, das "negative Klima" innerhalb der FDP Lugano habe unter anderem zu seinem Rücktritt geführt.

Absage im vergangenen Jahr

Eigentlich hatte die Tessiner FDP nach der Wahlschlappe im Herbst 2019 eine Erneuerung der Partei in Aussicht gestellt. In den sozialen Medien waren die Reaktionen auf Pellis Kandidatur im vergangenen Januar denn auch gemischt : Der ehemalige Parteipräsident nehme als "Dinosaurier" den Jungen den Platz weg, war da unter anderem zu lesen.

Auch die Tessiner CVP ging als Verliererin aus den Wahlen 2019 hervor. Die Listenverbindung mit der FDP hatte nicht richtig funktioniert, zu viele Stimmen waren nach links und rechts abgewandert.

Die Luganeser CVP hatte bereits Ende 2019 mit einem Stadtrat Lombardi geliebäugelt. Damals hatte dieser der Partei jedoch noch eine Absage erteilt: Er wolle weder Stadtrat werden, noch nach Lugano umziehen.

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