Ukraine-Überblick

Selenskyj: Rund hundert Menschen aus Stahlwerk in Mariupol evakuiert

1.5.2022

Selenskyi traf US-Parlamentspräsidentin Pelosi in Kiew

Selenskyi traf US-Parlamentspräsidentin Pelosi in Kiew

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in Kiew mit der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, getroffen. «Ihr Kampf ist unser aller Kampf», sagte die Demokratin danach zu den Medien.

01.05.2022

Der ukrainische Aussenminister hat China um Sicherheitsgarantien gebeten. Kiew und Moskau zählen jeweils 23'000 gefallene Soldaten auf der Gegenseite. Die Evakuierung des Stahlwerks in Mariupol hat begonnen. Die Entwicklungen im Tages-Überblick.

1.5.2022

Tages-Rückblick von Sonntag 01. Mai 2022

In der ukrainischen Hafenstadt Mariupol hat eine internationale Evakuierungsaktion zur Rettung von Zivilisten aus dem von russischen Truppen belagerten Stahlwerk begonnen. Beteiligt sind auch die Vereinten Nationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), wie ein IKRK-Sprecher bestätigte. In einem Konvoi aus mehreren Bussen wurden nach ersten Angaben bereits mehrere Dutzend Zivilisten aus dem Stahlwerk Asovstal gebracht. Die Hoffnung ruht darauf, dass dies der Beginn einer grösseren Aktion sein könnte.

Die russischen Truppen setzten im Osten und Süden des Nachbarlands ihre Angriffe fort. Kiew meldete Gegenangriffe. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sicherte der Ukraine weitere militärische und humanitäre Unterstützung zu. Auch die USA versprachen zusätzliche Hilfe. Dazu bildet das US-Militär inzwischen auch in Deutschland ukrainische Soldaten aus.

Russland wirft der Ukraine inzwischen vor, zunehmend Angriffe auf russisches Territorium zu unternehmen. Am Wochenende beklagte beispielsweise der Gouverneur der westrussischen Region Kursk, Roman Starowojt, Granatbeschuss von ukrainischer Seite. Die Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau laufen im Hintergrund weiter. Über Fortschritte ist nichts bekannt. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs ist gering.

Das Wichtigste in Kürze

  • In der russisch besetzten Hafenstadt Mariupol ist am Sonntag eine Operation zur Evakuierung von ukrainischen Zivilisten aus dem Azow-Stahlwerk angelaufen.
  • Gemäss dem US-amerikanischen Institute for the Study of War kann die russische Armee weder im Süden noch Osten der Ukraine vorrücken. Die ukrainischen Streitkräfte hätten am Samstag einige Ortschaften zurückerobert.
  • In einem von der chinesischen Nachrichtenagentur veröffentlichten Interview bittet der ukrainische Ausseminister die chinesische Regierung um Sicherheitsgarantien.
  • Die USA wird die Ukraine weiter mit Waffen unterstützen. Die Zuständigen beider Länder planen die nächsten Lieferungen.
  • Die Regierung der Ukraine meldet, es seien seit Beginn des Krieges über 23'000 russische Soldaten ums Leben gekommen. Auch die russische Regierung beziffert die Zahl der getöteten ukrainischen Soldaten ebenfalls auf 23'000.
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  • 21.41 Uhr
    Ukraine meldet acht getötete Zivilisten bei russischen Angriffen im Osten des Landes

    Bei russischen Angriffen im Osten der Ukraine sind nach ukrainischen Behördenangaben acht Zivilisten getötet worden. In der Stadt Lyman in der Region Donezk seien vier Zivilisten durch russischen Beschuss getötet und elf weitere verletzt worden, erklärte Regionalgouverneur Pawlo Kyrylenko am Sonntag im Online-Dienst Telegram. Ein weiterer Mensch sei in einem nahegelegenen Ort tödlich verletzt worden.

    Drei weitere Menschen wurden bei Angriffen auf Wohngebiete in und um die Stadt Charkiw getötet, wie Regionalgouverneur Oleg Synegubow am Telegram berichtete. Acht weitere Zivilisten wurden demnach verletzt.

    Wie AFP-Reporter vor Ort berichteten, hatten sich die ukrainischen Truppen zuletzt aus Charkiw und Lyman zurückgezogen. Rund um Lyman machte die russische Armee demnach innerhalb von 24 Stunden grosse Geländegewinne und rückte mehrere Kilometer weit vor. Aus Charkiw zog sich die ukrainische Armee auf vorgelagerte Posten zurück, wie AFP-Reporter berichteten.

  • 21.10 Uhr
    Kuleba: Deutschland muss bei Neuausrichtung von Ostpolitik in Europa vorangehen

    Bei der Neuausrichtung der europäischen Politik gegenüber Russland wünscht sich die ukrainische Regierung eine «Führungsrolle» Deutschlands. «Gerade in Fragen der Ostpolitik» solle Deutschland in Europa vorangehen, sagte der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Als zentrale Themen nannte er dabei Waffenlieferungen, Sanktionen gegen Russland und die Gewährung des EU-Kandidatenstatus für sein Land.

    epa09902172 Ukrainian Foreign Minister Dmytro Kuleba addresses media during a joint news conference that followed the meeting with his Romanian counterpart in Bucharest, Romania, 22 April 2022. Kuleba is on a one-day official visit to Romania. EPA/ROBERT GHEMENT
    Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba. (Archiv)
    KEYSTONE/EPA/ROBERT GHEMENT

    Mit Blick auf die bisherigen deutschen Waffenlieferungen an sein Land äusserte Kuleba Anerkennung. Gleichwohl bezeichnete er es als «Rätsel», warum die Bundesregierung ihre Haltung zu dem Thema von Woche zu Woche geändert habe.

    In Russland sei «das Regime eines Verrückten am Ruder», betonte Kuleba, der sich zugleich dafür aussprach, Moskaus nukleare Drohgebärden nicht zu ernst zu nehmen. Atomwaffen seien für den russischen Präsidenten Wladimir Putin «am wirksamsten, ehe sie zum Einsatz kommen», sagte er. «Drohen ist wirksamer, als die Waffen einzusetzen.»

    Kuleba warb eindringlich für eine Aufnahme seines Landes in die EU. Die «europäische Integration der Ukraine» sei «heute eine Frage von Krieg und Frieden auf unserem Kontinent», sagte er. Ein Sieg Russlands in dem Krieg würde Jahrzehnte der Instabilität und Unsicherheit in Europa bedeuten, argumentiere er. Mit einem Sieg der Ukraine dagegen würde «Europa neu erfunden und gestärkt in die Zukunft gehen».

  • 17.53 Uhr
    Brand in Gebäude des russischen Verteidigungsministeriums nahe ukrainischer Grenze

    In einer zum russischen Verteidigungsministerium gehörenden Anlage nahe der ukrainischen Grenze ist nach Behördenangaben am Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Bei dem Brand in der Region Belgorod sei ein Mensch leicht verletzt worden, berichtete Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow im Online-Dienst Twitter.

  • 17.25 Uhr
    Selenskyj: Rund hundert Menschen am Sonntag aus Stahlwerk in Mariupol evakuiert

    Aus dem von russischen Truppen eingekesselten Asow-Stahlwerk in Mariupol sind nach ukrainischen Angaben rund hundert Zivilisten evakuiert worden. Die Menschen waren am Sonntag auf dem Weg in das ukrainische Saporischschja, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Twitter mitteilte. Die UNO hatte zuvor erklärt, dass eine Evakuierungsaktion zur Rettung von Zivilisten aus dem Stahlwerk angelaufen sei.

    «Die Evakuierung von Zivilisten von Asow-Stahl hat begonnen. Die erste Gruppe von rund hundert Leuten ist schon auf dem Weg in (ukrainisch) kontrolliertes Gebiet. Morgen treffen wir sie in Saporischschja», schrieb Selenskyj auf Twitter.

    Das Gebiet des Asow-Stahlwerks in der südostukrainischen Hafenstadt ist heftig umkämpft. Das Stahlwerksgelände ist die letzte Bastion des ukrainischen Widerstands im durch russische Angriffe weitgehend zerstörten Mariupol. In dem Komplex mit weitläufigen unterirdischen Tunnelanlagen sollen noch hunderte ukrainische Soldaten und Zivilisten unter katastrophalen Bedingungen ausharren. Bisher war noch keine Evakuierungsaktion aus dem Asow-Stahlwerk gelungen.

  • 16.30 Uhr
    Russische Eisenbahnbrücke nahe Grenze zu Ukraine teils eingestürzt

    Im westrussischen Gebiet Kursk nahe der Grenze zur Ukraine ist eine Eisenbahnbrücke teilweise eingestürzt. Gouverneur Roman Starowoit sprach am Sonntag in einer Videobotschaft von einem Akt der Sabotage. Ein Ermittlungsverfahren sei eingeleitet worden. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt.

    Der Kreis Sudscha, in dem sich die Brücke zwischen der gleichnamigen Stadt und Ort Sosnowy Bor befindet, grenzt an das nordostukrainische Gebiet Sumy, aus dem sich die russischen Streitkräfte zurückgezogen hatten. Ob es einen Zusammenhang mit dem Krieg im Nachbarland gibt, war zunächst unklar. Zuletzt hatte Russland der Ukraine wiederholt Angriffe auf sein Territorium vorgeworfen. Im Gebiet Kursk gilt erhöhte Warnstufe wegen «Terrorgefahr».

  • 15.58 Uhr
    UN: Evakuierung des Stahlwerks in Mariupol hat begonnen
    MARIUPOL, UKRAINE - APRIL 22: A view of the Azovstal plant as the Russian army has taken control of Ukraine's besieged port city of Mariupol except for the Azovstal plant on April 22, 2022. The Ukrainian army said Russian forces
    In den Kellern des weitläufigen Stahlwerks Azovstahl in Mariupol werden noch etwa 1000 Zivilisten und 2000 Kämpfer vermutet. (Archivfoto vom 22. April 2022)
    Leon Klein/Anadolu Agency via Getty Images

    In der russisch besetzten Hafenstadt Mariupol ist am Sonntag eine Operation zur Evakuierung von ukrainischen Zivilisten aus dem Azow-Stahlwerk angelaufen. Ein Sprecher des UN-Nothilfeprogramms, Saviano Abreu, sagte der Nachrichtenagentur AP, der Einsatz erfolge in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz und sei mit ukrainischen und russischen Behörden abgestimmt.

    Abreu bezeichnete die Lage als sehr komplex und wollte keine Einzelheiten zu dem Einsatz nennen. Das Gelände des Azow-Stahlwerks ist der einzige Ort der Stadt Mariupol, der nicht von russischen Streitkräften kontrolliert wird.

  • 15.25 Uhr
    Kiew meldet Tote bei Angriff auf russischen Armeestab

    Bei einem ukrainischen Angriff auf das Quartier des russischen Armeestabs in der Stadt Isjum sind nach Angaben aus Kiew mehrere Menschen getötet worden. Darunter seien ranghohe Offiziere, berichtete ein Berater des ukrainischen Innenministers, Anton Heraschtschenko, am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram. Die 50'000-Einwohner-Stadt Isjum liegt im Osten der Ukraine.

    Nach ukrainischen Angaben hält sich dort auch der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow auf, um die Offensive im Donbass zu befehligen. Der Angriff soll bereits am Samstag erfolgt sein. Aus Russland gab es dafür keine Bestätigung – auch nicht für den Aufenthalt Gerassimows in der Gegend.

  • 14.35 Uhr
    Evakuierte aus Mariupol in Donezk eingetroffen
    Ukraine: Zivilisten aus Stahlwerk in Mariupol in Sicherheit gebracht

    Ukraine: Zivilisten aus Stahlwerk in Mariupol in Sicherheit gebracht

    Erstmals hat eine grössere Gruppe Zivilisten in einer Evakuierungsaktion das umkämpfte Asow-Stahlwerk im südukrainischen Mariupol verlassen können. Entsprechende frühere Versuche waren fehlgeschlagen.

    01.05.2022

    Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden gestern 46 Zivilisten aus den Wohngebieten rund um das Asow-Stahlwerk evakuiert, dem letzten von den ukrainischen Kräften kontrollierten Teil der Stadt Mariupol. Das ukrainische Asow-Regiment, dessen Kämpfer sich ebenfalls in dem Stahlwerk verschanzt haben, sprach zuletzt von 20 Frauen und Kindern, die hätten flüchten können.

    Die staatliche Agentur Tass meldete am Sonntag unter Berufung auf ihren Korrespondenten, dass am Sonntag 40 Menschen – darunter acht Kinder – fliehen konnten. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von 40 Personen, die aus der Gegend rund um das Asow-Stahlwerk in einer temporären Unterkunft in Bezimenne in der Region Donezk östlich von Mariupol angekommen seien. 

  • 14.09 Uhr
    Nationalratspräsidentin: Dankbarkeit aus Ukraine

    Nationalratspräsidentin Irène Kälin hat an der 1. Mai-Feier in Thun über ihre Reise in die Ukraine berichtet. Sie habe Zeichen der Solidarität in die Ukraine gebracht und bringe Dankbarkeit zurück, sagte sie vor den rund 200 Teilnehmenden der Feier.

    Nationalratspraesidentin Irene Kaelin, Gruene AG, spricht auf dem Rathausplatz zur 1. Mai Kundgebung, am Sonntag, 1. Mai 2022, in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)
    Nationalratspräsidentin Irene Kälin, Grüne AG, spricht auf dem Rathausplatz zur 1. Mai Kundgebung, am Sonntag, 1. Mai 2022, in Thun.
    KEYSTONE/Peter Schneider

    Die Ukraine habe sich als souveränes Land die Freiheit genommen, den Weg der Demokratie und der europäischen Wertegemeinschaft zu gehen und müsse sich nun gegen den russischen Aggressor verteidigen. «Dieser Angriff richtet sich gegen uns alle», betonte Kälin.

    Es sei beeindruckend, mit welcher Entschlossenheit, Mut und Widerstandswillen sich die Ukrainerinnen und Ukrainer wehrten. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskyi habe sie eingeladen und sie sei der Einladung gefolgt, berichtete Kälin. Die Reise als Zeichen der Solidarität und Menschlichkeit vor Ort sei das mindeste, was man in einem solchen Moment tun könne.

  • 13.49 Uhr
    Russisches Flugzeug drang auch in dänischen Luftraum ein

    Dänemark hat den russischen Botschafter für diesen Montag zu einem Gespräch ins Aussenministerium einbestellt. Aussenminister Jeppe Kofod begründete dies am Sonntag damit, dass ein russisches Militärflugzeug in den dänischen Luftraum eingedrungen sei. «Das ist vollständig inakzeptabel und in der derzeitigen Situation besonders besorgniserregend.» Nach schwedischen Angaben verletzte östlich der dänischen Ostsee-Insel Bornholm eine russische Propellermaschine vom Typ AN-30 auch den schwedischen Luftraum.

    Bereits Anfang März waren vier russische Kampfflugzeuge in den Luftraum über Schweden eingedrungen. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor mehr als zwei Monaten wird in Schweden ebenso wie im Nachbarland Finnland intensiv über einen Beitritt zur Nato diskutiert. Russland warnt die beiden nördlichsten Staaten der EU mehrmals vor einem solchen Schritt. Dänemark ist bereits Mitglied der westlichen Militärallianz.

    epa09817383 Danish Minister of Foreign Affairs Jeppe Kofod speaks at press conference with the Moldovan Minister of Foreign Affairs and European Integration the Ministry of Foreign Affairs building in Chisinau, Moldova, 11 March 2022. EPA/DUMITRU DORU
    Der dänische Aussenminister Jeppe Kofod (Archivbild vom 11. März 2022).
    KEYSTONE
  • 13.01 Uhr
    Russland bestätigt Angriffe auf Ost- und Südukraine

    Russland hat erneute Angriffe auf den Osten und den Süden des Nachbarlands Ukraine bestätigt. Im Gebiet Saporischschja seien Flugabwehrraketensysteme vom Typ S-300 zerstört worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Sonntag in Moskau. Im Gebiet Charkiw seien zwei Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Die ukrainische Seite wiederum sprach von mehreren Verletzten infolge der russischen Angriffe auf Charkiw.

    Konaschenkow bestätigte zudem einen Angriff auf einen Flugplatz der Schwarzmeer-Metropole Odessa. Mit Raketen sei die Landebahn zerstört worden sowie ein Hangar, in dem aus den USA und Europa gelieferte Waffen gelagert gewesen seien. Die Ukraine hatte bereits am Samstag mitgeteilt, dass die Russen von der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim aus einen Flugplatz in Odessa beschossen.

    Local residents close the windows of an apartment building with plywood after Russian shelling in Dobropillya, Donetsk region, eastern Ukraine, Saturday, April 30, 2022. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
    Die Bewohner dieses Hauses in Dobropillya, Region Donezk, verschliessen am 30. April 2022 die Fenster mit Holzplatten. Die Scheiben gingen bei einem russischen Angriff zu Bruch. 
    KEYSTONE / AP Photo / Evgeniy Maloletka
  • 12.25 Uhr
    Mindestens 20 Zivilisten konnten Stahlwerk verlassen

    Russland meldet, dass 46 Zivilpersonen den seit Wochen belagerten Industriekomplex Asowstal in Mariupol verlassen konnten. Das ukrainische Asow-Regiment, dessen Kämpfer sich ebenfalls in dem Stahlwerk verschanzt haben, sprach zuletzt von 20 Frauen und Kindern, die hätten flüchten können.

    Yuri Sak, ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers sagte der BBC, das sei ein Hoffnungsschimmer, aber noch immer befänden sich über 1000 Zivilpersonen und 500 verletzte Soldaten im Stahlwerk, die Hilfe benötigen. Verteidigt wird die letzte ukrainische Stellung in der Hafenstadt Mariupol von rund 2500 Soldaten. 

  • 11.18 Uhr
    US-Beobachter: Russland macht kaum Geländegewinne

    Das Institute for the Study of War in Washington DC schreibt in seinem neusten Bericht, dass die russische Armee am Samstag im Süden der Ukraine keine Geländegewinne gemacht habe, die sich bestätigen lassen. Stattdessen versuche sie ihre taktischen Positionen zu verbessern und bombardiere ukrainische Stellungen. Die ukrainische Armee habe in der Umgebung vom Charkiw am Samstag mehrere Ortschaften zurückerobert. 

  • 10.11 Uhr
    Deutschland verringert Energieabhängigkeit von Russland

    Die Abhängigkeit von russischem Öl ist von etwa 35 Prozent im vergangenen Jahr auf 12 Prozent gesunken, die Abhängigkeit von russischem Gas von zuvor 55 Prozent auf etwa 35 Prozent. Bei Kohle sei durch Vertragsumstellungen die Abhängigkeit seit Jahresbeginn von 50 Prozent auf rund 8 Prozent gesunken. Die EU hatte ein Importverbot für russische Kohle mit einer Übergangsfrist eingeführt.

    Das geht aus einem «Zweiten Fortschrittsbericht Energiesicherheit» des Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministeriums hervor, welcher der der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vor. Darin heisst es: «Deutschland ist dabei, seine Energieabhängigkeit von Russland in hohem Tempo zu verringern und die Energieversorgung auf eine breitere Basis zu stellen.»

  • 9.50 Uhr
    US-Demokratin Pelosi trifft Selenskyj in Kiew

    Mehr als zwei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, die Hauptstadt Kiew besucht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich bei einem Treffen mit der US-Demokratin für die Unterstützung aus den Vereinigten Staaten, wie Selenskyj am Sonntag im Nachrichtendienst Telegram mitteilte. Dazu veröffentlichte er ein Video. Darauf ist zu sehen, wie sich Pelosi und Selenskyj die Hand geben und dann gemeinsam das Präsidialamt betreten.

    Ein Sprecher Pelosis teilte mit: «Unsere Delegation ist nach Kiew gereist, um eine unmissverständliche und schallende Botschaft an die ganze Welt zu senden: Amerika steht fest an der Seite der Ukraine.» Die USA unterstützen die Ukraine mit milliardenschweren Militärhilfen.

  • 8.56 Uhr
    Ukrainischer Außenminister bittet China um Sicherheitsgarantien

    Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba hat China in einem am Samstag in dortigen Staatsmedien veröffentlichten Interview um Schutzgarantien gebeten und Russland scharf kritisiert. «Die Ukraine prüft derzeit die Möglichkeit, Sicherheitsgarantien von ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats, einschliesslich China, und anderen Grossmächten zu erhalten», sagte Kuleba der Nachrichtenagentur Xinhua. «Dies ist ein Zeichen unseres Respekts und Vertrauens in die Volksrepublik China.»

    Peking hatte der Ukraine bereits in 2013 zugesagt, ihr beizustehen, sollte sie angegriffen oder mit Atomwaffen bedroht werden. Seit Russlands Invasion zeigte sich die chinesische Führung in der Frage aber ausweichend. Danach gefragte verwies ein Sprecher des Aussenministeriums im vergangenen Monat lediglich auf «inhaltliche Beschränkungen» und «bestimmte Bedingungen», die sich aus einer Resolution der Vereinten Nationen für nicht atomar bewaffnete Staaten ergeben würden.

    Das Interview mit Kuleba enthielt nun ungewöhnlich offene Kritik an Russland. Der Ukrainer warf Moskau etwa vor, mit seiner «Invasion» Chinas Infrastruktur-Initiative der «Neuen Seidenstrasse» und die chinesische Wirtschaft zu gefährden. «Wir glauben, dass dieser Krieg nicht im Interesse Chinas ist», zitierte Xinhua den Aussenminister weiter.

    Ukrainian Foreign Minister Dmytro Kuleba answers a question during an interview with Associated Press at the Foreign Affairs Ministry in Kyiv, Monday, April 25, 2022. (AP Photo/Francisco Seco)
    Der ukrainische Aussenminister Dmytro Kuleba in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press am 25. April 2022.  
    KEYSTONE / AP Photo / Francisco Seco
  • 7.30 Uhr
    Ukrainisches und US-Militär stimmen Waffenlieferungen ab

    Das ukrainische und das US-Militär haben nach ukrainischen Angaben erneut die Lieferung von Waffen, Munition und weiterer Ausrüstung abgestimmt. Der Prozess dazu werde ständig streng kontrolliert, hiess es nach einem Telefonat zwischen dem ukrainischen Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und US-Generalstabschef Mark Milley in der Nacht zu Sonntag auf Saluschnyjs Facebookseite. Demnach wurde dabei auch die schwierige Lage im Osten der Ukraine erörtert.

    Saluschnyj betonte, dass die ukrainische Armee von sowjetischer Ausrüstung auf Nato-Modelle umsteigen müsse. «Und je früher wir diesen Prozess beginnen, desto eher werden wir ihn abschliessen», hiess es.

    US-Präsident Joe Biden hatte zuvor angekündigt, er wolle weitere 33 Milliarden US-Dollar für Kiew beantragen. Davon ist ein grosser Teil für Militärhilfen vorgesehen. Insgesamt sagten die Vereinigten Staaten der Ukraine seit Kriegsbeginn Ende Februar allein Waffen und Munition im Wert von mehr als 3,7 Milliarden US-Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) zu oder lieferten auch schon.

    In this image from video provided by the Ukrainian Presidential Press Office and posted on Facebook, on Monday, April 25, 2022, from left; U.S. Secretary of Defense Lloyd Austin, Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy and U.S. Secretary of State Antony Blinken pose for a picture during their meeting in Kyiv, Ukraine. (Ukrainian Presidential Press Office via AP)
     US-Verteidigungsminister Austin, der ukrainische Präsident Selenskyj und US-Aussenminister Blinken bei ihrem Treffen in Kiew am 25. April 2022. 
    KEYSTONE / Ukrainian Presidential Press Office via AP
  • 6.15 Uhr
    Ukraine: Russische Kampfflugzeuge und Drohnen abgeschossen

    Ukrainische Truppen haben am Samstag nach eigenen Angaben zwei russische Kampfflugzeuge und mehrere Drohnen abgeschossen. Die Flugzeuge vom Typ Su-25 sowie vier der sieben abgeschossenen Drohnen seien im Osten der Ukraine getroffen worden, teilten die Luftwaffe und die Armee in der Nacht zu Sonntag auf Facebook mit.

    Weiterhin seien auf der von Russland kontrollierten Schlangeninsel im Schwarzen Meer drei Flugabwehrpanzer, das Flugabwehrsystem Strela-10 sowie ein Funkwagen zerstört worden, teilte das Einsatzkommando «Süd» auf Facebook mit.

  • Kiew und Moskau beziffern die Verluste der Gegenseite auf 23'000

    23'000 russische Soldaten sind nach ukrainischen Angaben seit Beginn des Kriegs in der Ukraine gefallen. Ausserdem seien bereits mehr als Tausend russische Panzer sowie fast 2500 andere Militärfahrzeuge zerstört worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Ansprache am Samstagabend.

    Die tatsächlichen militärischen Verluste sind schwer abzuschätzen. Moskau gesteht bislang mehr als Tausend eigene Gefallene ein und beziffert seinerseits die Zahl der gefallenen ukrainischen Kämpfer auf mehr als 23'000.