Coronavirus

Bund entsorgt über 10 Millionen Moderna-Impfdosen

sda/tgab

24.9.2022 - 16:08

Bei über 10 Millionen Impfdosen von Moderna ist das Haltbarkeitsdatum am Mittwoch abgelaufen. (Archivbild)
Bei über 10 Millionen Impfdosen von Moderna ist das Haltbarkeitsdatum am Mittwoch abgelaufen. (Archivbild)
FILIP SINGER/EPA

10,3 Millionen Impfdosen, die die Schweiz gekauft hat, haben ihr Ablaufdatum erreicht: Deren Haltbarkeit wird nicht mehr verlängert, sie müssen deshalb entsorgt werden. Dies schaffe auch Platz für neue, angepasste Impfstoffe, heisst es beim Bund.

sda/tgab

24.9.2022 - 16:08

Vernichtet werden rund 2,5 Millionen Impfdosen, die hauptsächlich zentral bei der Logistikbasis der Armee gelagert werden. Zudem werden jene 7,8 Millionen Dosen entsorgt, die als Eigentum der Eidgenossenschaft in einem externen Lagerhaus in Belgien gelagert wurden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schreibt.

Bei den über 10 Millionen Impfdosen von Moderna sei das Haltbarkeitsdatum am Mittwoch abgelaufen, hält das BAG weiter fest und bestätigt damit eine entsprechende Meldung des «Beobachters».

Zu den Beschaffungskosten für den Moderna-Impfstoff gibt es vom BAG keine genauen Angaben. Laut dem Bericht im «Beobachter» kann von einem Einzelpreis von 28 Franken pro Dose ausgegangen werden. Entsorgt würden damit Impfdosen im Wert von 280 Millionen Franken.

Die Kosten der Entsorgung fallen demgegenüber nicht ins Gewicht; das BAG gibt diese mit knapp einem Franken pro Kilogramm an. Die Bestände im Lager in Belgien dürften rund 10 Tonnen auf die Waage bringen; die Entsorgungsgebühren lägen damit bei rund 10'000 Franken.

Überversorgung zur Sicherheit

Dass die Schweiz zu viele Impfstoffe beschafft, die am Ende teilweise entsorgt werden müssen, wurde bewusst in Kauf genommen: «Der Bund verfolgt seit Beginn der Pandemie eine Beschaffungsstrategie, die sowohl auf verschiedene Impfstofftechnologien als auch auf verschiedene Herstellerfirmen abstellt», schreibt das BAG.

Falls sich eine Technik als unwirksam erweise oder ein Unternehmen nicht liefere, stünde so dennoch jederzeit wirksamer Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung. Da insbesondere die beiden mRNA-Impfstoffe funktionierten, habe diese Strategie einer maximalen Versorgungssicherheit zu einer gewissen Überversorgung geführt.

Dies bedeutet nun, dass alle abgelaufenen Impfdosen, die nicht verabreicht oder an andere Länder abgegeben werden konnten, fachgerecht entsorgt werden müssen.

3,5 Millionen neue Impfdosen

Gleichzeitig treffen nun auch die neuen, angepassten Impfstoffe von Moderna ein, teilt das BAG weiter mit. «Diese beanspruchen ebenfalls Platz und müssen unter Tiefkühl-Bedingungen gelagert werden, damit sie bis zum Verfalldatum in guter Qualität verfügbar bleiben.»

Bis zum Start der weiteren Auffrischimpfungen am 10. Oktober werden in der Schweiz 3,5 Millionen Dosen des angepassten Moderna-Impfstoffs zur Verfügung stehen.

sda/tgab