«Präventive Massentests»

Zehn Kantone haben Konzepte für Massentests an Schulen

sda/toko

13.2.2021 - 15:21

Rund ein Dutzend Kantone haben beim BAG ihre Konzepte für Massentests eingereicht.
Rund ein Dutzend Kantone haben beim BAG ihre Konzepte für Massentests eingereicht.
KEYSTONE/Gian Ehrenzeller (Symbolbild)

Ende Januar hat der Bundesrat beschlossen, die Kosten für Massentests zu übernehmen. Rund zehn Kantone haben beim BAG bereits entsprechende Konzepte eingereicht.

Viele Kantone machen ernst mit vorsorglichen Massentests an ihren Schulen. Rund zehn Stände haben ihre Konzepte beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) eingereicht. Der Bund hatte Ende Januar beschlossen, die Kosten für Massentests zu übernehmen.

Bisher hätten «rund zehn Kantone» ein Konzept für präventive Massentests eingereicht, bestätigte BAG-Sprecher Daniel Dauwalder am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht der Tamedia-Medien. Wie viele genau es sind, gibt die Behörde nicht bekannt. Gemäss Medienbericht haben mindestens zwei weitere Kantone ebenfalls dafür entschieden.

Gesundheitsminister Alain Berset hatte die Empfehlung von Massentest Ende Januar damit begründet, dass sich die epidemiologische Lage zu langsam verbessere und die Ausbreitung der neuen Virusvarianten Sorge bereite. Die neue Teststrategie war in der Vernehmlassung von den Kantonen begrüsst worden, einige bezeichneten den Schritt als überfällig.

Der Lehrerverband hatte am 4. Februar die Ausdehnung der Massentests auf die ganze Schweiz gefordert. BAG-Chefin Anna Lévy hatte dagegen gehalten, es sei richtig, wenn die Kantone entschieden, wann und wo sie solche Tests durchführen.



Mehrheit der Kantone will mehr testen

Zug und weitere Kantone wollen nach den Sportferien an den Schulen ab Sekundarstufe regelmässige Coronatests mittels Speicheltests durchführen. Der Kanton Waadt startete im Vorfeld der Schulferien mit der Durchführung von Massentests, namentlich in Skigebieten. In den Kantonen Bern und Thurgau sind Pilotprojekte angelaufen. Der Kanton St. Gallen wiederum sah am 9. Februar noch keinen Anlass für solche Massnahmen an den Schulen.

Die grosse Mehrheit der Kantone habe im Fall einer Ausweitung der Strategie verstärkte Tests von asymptomatischen Personen angekündigt, teilte Tobias Bär, Sprecher der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) auf Anfrage mit. Die Kantone würden nun erste Erfahrungen damit machen.

Die Konzepte der Kantone bedürfen keiner Bewilligung durch den Bund. Das BAG nehme sie zur Kenntnis und unterstütze die Kantone bei der Umsetzung, schreibt Dauwalder in der Antwort auf die Anfrage. Zum Einsatz kommen sollen Antigen-Schnelltests oder gepoolte Speichel-PCR-Tests.

Taskforce sieht keine Vorteile

Auf den Einwand der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes, vorsorgliche Massentests würden keine Vorteile bringen, verweisen BAG und GDK auf die Ausbrüche an etlichen Schulen in letzter Zeit. Präventive Tests seien durchaus angezeigt, wenn es die Situation erfordere, schreibt das BAG.

Das Auftreten der ansteckenderen mutierten Varianten des Coronavirus sei eine zusätzliche Herausforderung für das Fall- und Ausbruchsmanagement, hält die GDK fest. Es sei deshalb wichtig, Ausbrüche an Schulen frühzeitig zu erkennen und zu kontrollieren. «Dazu kann das systematische Testen einen Beitrag leisten.»

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