«Eigenverantwortung»

Keine Intensivbetten für Ungeimpfte? Natalie Ricklis Aussage polarisiert

phi

1.9.2021

Die Zuercher Regierungsraetin und Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli vor dem Impfmobil in Gossau (ZH) am Samstag, 21.August 2021. Mit mobilen Impfangeboten fuer Gemeinden und Bildungsinstitutionen strebt die Gesundheitsdirektion des Kanton Zuerich eine weitere Steigerung der Impfquote an. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Natalie Rickli in Gossau ZH am 21. August 2021.: Wer sich nicht impft, sollte konsequenterweise auch auf intensivmedizinische Betreuung verzichten.
KEYSTONE

«Impfgegner müssten eigentlich auf eine Intensivbehandlung verzichten», sagt Natalie Rickli: Das wäre konsequent, meint die Gesundheitsdirektorin aus Zürich. Die Aussage dürfte kontrovers aufgenommen werden.

phi

1.9.2021

«Wer Impfgegner ist, der müsste eigentlich eine Patientenverfügung ausfüllen, worin er bestätigt, dass er im Fall einer Covid-Erkrankung keine Spital- und Intensivbehandlung will», bekundet Natalie Rickli im Interview mit dem Tages-Anzeiger. «Das wäre echte Eigenverantwortung.»

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin fordere das zwar nicht, doch das wäre ihrer Meinung nach konsequent: «Meine Botschaft ist: Ungeimpfte verlängern die Pandemie. Ihretwegen haben wir Massnahmen, sie belasten das Gesundheitswesen.» Es könne auch «Junge ohne Vorerkrankungen hart treffen», warnt die SVP-Politikerin.

Dass die Impfung langsam zum Reizthema wird, entgeht auch Rickli nicht:  Die 44-Jährige war zuletzt selbst von Impfgegnern angegangen worden – doch über die Apfelschorle-Dusche selbst mag die Winterthurerin nicht sprechen. Sie sagt nur: «Aufseiten der Impfgegner ist eine kleine Minderheit sehr laut und auch sehr aggressiv.»

Doch auch aufseiten der Geimpften macht Rickli Ungeduld aus. Es seien jene, «die sagen, verstopft unsere Spitäler nicht, wir wollen zurück zur Normalität». Sie weiss aber auch: «Der Aufwand, die jetzt noch Ungeimpften zu erreichen, ist ungleich grösser.»

Kantonsärztin: «Wir sollten den Respekt vor Corona nicht verlieren»

Kantonsärztin: «Wir sollten den Respekt vor Corona nicht verlieren»

«Wir sind in der vierten Pandemie-Welle – es scheint aber, dass wir ein erstes Plateau erreicht haben», sagte Linda Nartey, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte. In gewissen Kantonen würden die Fallzahlen leicht zurückgehen, erklärte die Berner Kantonsärztin vor den Medien in Bern. «Wir sollten jedoch den Respekt vor Corona nicht verlieren.» Mit dem Herbst und der Grippesaison würden die Ansteckungen jedoch erfahrungsgemäss wieder zunehmen. In den Spitälern könnten nicht einfach neue Intensivplätze geschaffen werden, weil das Personal fehle. Es sei deshalb jetzt der richtige Zeitpunkt, sich impfen zu lassen.

01.09.2021