Post stellt ihr E-Voting-System ein

SDA/uri

5.7.2019 - 15:34

Auch in den Kantonen Neuenburg, Freiburg, Thurgau und Basel-Stadt wird E-Voting in diesem Jahr nicht mehr möglich sein. 
Source: Keystone

Die Post lässt ihr derzeitiges E-Voting-System fallen und bietet es nicht mehr an. In den vier Kantonen, in denen es bisher im Einsatz war, steht es somit bei den nationalen Wahlen im Oktober nicht zur Verfügung.

Mit dem Aus für das bestehende System reagiert die Post auf den Bundesratsentscheid, E-Voting bis auf Weiteres nicht als ordentlichen Stimmkanal einzuführen. Unter dieser Voraussetzung ist der Aufwand für zwei Systeme zu gross und macht ökonomisch keinen Sinn, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. 

Das neue System mit universeller Verifizierbarkeit will die Post den Kantonen ab 2020 für den Versuchsbetrieb anbieten. Ursprünglich war geplant, ab 2020 schrittweise auf das neue System umzusteigen.



Fehler im Quellcode

Die Post unterzog dieses System im Frühling einem öffentlichen Intrusionstest. 3'000 internationale Hacker bissen sich an ihm nach Angaben der Post die Zähne aus. Im Quellcode wurden allerdings schwere Fehler entdeckt.

Das bisherige System stand in den Kantonen Neuenburg, Freiburg, Thurgau und Basel-Stadt im Einsatz. Dabei war nur die individuelle Verifizierbarkeit möglich. Die Stimmenden erhalten zusammen mit den Abstimmungsunterlagen Prüfcodes auf Papier. Diese vergleichen sie beim Abstimmen mit den Codes auf dem Bildschirm und wissen so, dass die Stimme korrekt in der Urne landete.

Das neue System verfügt zusätzlich über die universelle Überprüfbarkeit. Mit ihr können die Wahlbehörden prüfen, ob Stimmen in der elektronischen Urne manipuliert wurden. Das ist mit einer Nachzählung der Stimmzettel vergleichbar.

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