Ungeschützte Daten

Organspende-Register hat riesige Sicherheitsmängel

SDA/nbr

19.1.2022

Ein Mann betrachtet die Homepage des Nationalen Organspenderegister von Swisstransplant, der Schweizerischen Nationalen Stiftung fuer Organspende und Transplantation, auf einem Smartphone ein, fotografiert am 30. April 2021 in Zuerich. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Das Organspende-Register von Swisstransplant weist offenbar riesige Sicherheitsmängel auf.
Bild: Keystone

Wirbel um das Schweizer Organspende-Register der Stiftung Swisstransplant. Offenbar soll es ohne grosse Hürden möglich sein, eine fremde Person in die Liste einzutragen. Das Register war für einige Tage offline.

SDA/nbr

19.1.2022

Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat ein formelles Verfahren eröffnet wegen Zweifeln an der Sicherheit der Einträge im nationalen digitalen Organspende-Register der Stiftung Swisstransplant. Laut einer Recherche des «Kassensturz» von SRF soll es möglich sein, eine Person ohne deren Wissen zum Organspender zu machen.

Adrian Lobsiger, eidgenössischer Datenschutz und Öffentlichkeitsbeauftragter, bestätigte gegenüber Keystone-SDA, eine Sachverhaltsabklärung gegen Swisstransplant eröffnet zu haben. Swisstransplant, die Betreiberin des nationalen Organspende-Registers, schreibt ihrerseits auf ihrer Webseite, am 11. Januar seien Vorwürfe zur Sicherheit und Validierung der Registereinträge laut geworden. Das Register sei vorübergehend offline geschaltet worden, währen die Stiftung den Sachverhalt eingehend geprüft hätte. Seit Dienstag sei das Register wieder aufgeschaltet, da die Prüfung keine Sicherheitslücken im System zutage gefördert habe.

Datenschützer Lobsiger sagte dazu, die Stiftung habe die Neuaufschaltung ohne die von ihm empfohlenen Anpassungen des Anmeldeprozesses vorgenommen.