Süssli setzt Masken-Chef der Armee per E-Mail ab

tafi/SDA

19.7.2020 - 12:04

Armeechef Thomas Süssli hat den Chef der Armeeapotheke mitten in der Coronavirus-Pandemie per E-Mail abgesetzt. (Archivbild)
KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Armeechef Thomas Süssli setzt den Leiter der Armeeapotheke mitten in der Coronavirus-Pandemie per E-Mail ab. Stil und Hintergründe der Aktion werfen Fragen auf.

Mitten in der Coronavirus-Krise ist laut der «SonntagsZeitung» der Leiter der Armeeapotheke abgesetzt worden. Armeechef Thomas Süssli habe Heinz Moll noch während der Coronavirus-Pandemie von seiner Funktion entbunden.

Die Armeeapotheke hatte vom Bund im März 2,5 Milliarden Franken zur Verfügung gestellt bekommen und sollte den zentralen Einkauf von Masken, Beatmungsgeräten, Medikamenten, Impfstoffen und weiterem Sanitätsmaterial koordinieren. Im Zuge des Grossauftrags sah sich die Armeeapotheke Vorwürfen ausgesetzt, überhöhte Preise zu zahlen. 

Die Mitteilung von seiner Absetzung habe der langjährige Chef der Armeeapotheke Moll im Mai per E-Mail erhalten. Nicht nur der Stil der Absetzung sei fragwürdig, sondern auch die Begründung. Von einem Zusammenhang mit dem Coronavirus-Grossauftrag will die Armee nichts wissen. Sie macht gegenüber der «SonntagsZeitung» medizinische Gründe geltend und wolle sich weiter nicht in der Öffentlichkeit darüber äussern.

Die Zeitung schreibt jedoch unter Berufung auf eine gut unterrichtete Quelle, dass Moll zu 100 Prozent arbeitsfähig sei. Am gleichen Tag wie die E-Mail an Moll habe die Armee eine Umstrukturierung kommuniziert, allerdings die Personalie des Armeeapothekers nicht erwähnt, hiess es.

Moll sei nunmehr oberster Fachverantwortlicher für die Vorgaben in allen Apothekenbelangen der Armee und sei dem Oberfeldarzt unterstellt. Die Neubesetzung des Chefpostens bei der Armeeapotheke solle bis Anfang 2021 abgeschlossen sein, hiess es weiter. Interimsmässig übernehme Oberst Dan Aeschbach den Job.

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