Gefährlicher Fund Schweizer wegen Raketen-Besitzes in Italien festgenommen

SDA

15.7.2019 - 21:19

Die italienische Polizei hat bei Durchsuchungen bei Rechtsextremen in mehreren Städten im Norden des Landes unter anderem eine Lenkrakete für den Luftkampf sichergestellt.
Die italienische Polizei hat bei Durchsuchungen bei Rechtsextremen in mehreren Städten im Norden des Landes unter anderem eine Lenkrakete für den Luftkampf sichergestellt.
Source: Keystone

In Italien wurden zwei Italiener und ein Schweizer verhaftet, die offenbar eine Rakete verkaufen wollten. Auch Nazi-Devotionalien wurden sichergestellt. 

Die italienische Polizei hat nach der Entdeckung illegaler Waffenlager drei Männer festgenommen, darunter einen Schweizer. Neben einem grossen Bestand automatischer Waffen seien auch eine Rakete und Material mit Nazisymbolen sichergestellt worden. Dies teilte die Polizei in Turin am Montag mit. Die Fahndungsergebnisse resultierten aus früheren Ermittlungen gegen rechtsextreme Italiener, die verdächtigt werden, in der Ostukraine auf Seite pro-russischer Rebellen gekämpft zu haben.

Unter den Verhafteten ist nach Agentur-Informationen auch ein 42-jähriger Schweizer. Er und zwei Italiener wurden unweit des Flughafens der norditalienischen Stadt Forli festgenommen. Einer von ihnen soll Kontakte zum Golfemirat Katar haben.

Verkauf in die Ukraine geplant

In einem Lagerhaus in der Nähe der lombardischen Stadt Pavia ist eine etwa dreieinhalb Meter Luft-Luft-Rakete aus französischer Produktion vom Typ Matra S530 sichergestellt worden. Ein 60-jähriger Zollbeamte, der 2001 für die neofaschistische Partei Forza Nuova kandidiert haben soll, wollte die Rakete laut den Ermittlern an ukrainischen Separatisten verkaufen. Sie stammt nach Polizeiangaben aus Beständen der Armee Katars.

Im Haus eines der Verdächtigen in Gallarate seien zudem neun Sturmgewehre, fast 30 Jagdgewehre, Pistolen und Bajonette sicher gestellt worden, dazu Munition und alte Naziplaketten, einige mit Hakenkreuzen.

Über die Absichten der Besitzer der Waffen könne bislang nur spekuliert werden, sagte der Polizeipräfekt von Turin, Giuseppe De Matteis. «Bislang gibt es für uns keinen Anlass, von staatsgefährdenden Vorhaben auszugehen», fügte ein Anti-Terror-Experte der Polizei hinzu.

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