LKW-Explosion in Bologna: «Eigentlich war es ein normaler Unfall»

7.8.2018 - 09:57, AP

Ein Auffahrunfall löst eine Kettenreaktion aus: Ein mit Flüssiggas beladener Tanklastzug raste gestern in ein Stauende, es kam zu zwei gewaltigen Explosionen. Erst heute wurde das Ausmass des Unglücks vollständig sichtbar.

Zwei aufeinanderfolgende Explosionen an einem Tanklastzug haben auf einer Autobahn in der Nähe der norditalienischen Stadt Bologna mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. Bis zu 70 Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Einige von ihnen hätten verheerende Verbrennungen erlitten. Der Tanklastzug war ungebremst auf ein Stauende gefahren und rammte einen Lastwagen, wie Bilder einer Überwachungskamera zeigten.

Eine Verkehrskamera filmte den Unfallhergang.
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Wenig später kam es zu einer zweiten Explosion die sich über acht Fahrbahnen erstreckte. Aufnahmen zeigten einen gewaltigen Feuerball. Teile der Autobahnbrücke stürzten ein. Der Fernsehsender Sky TG24 berichtete, das erste Feuer habe eine Explosion auf einem Parkplatz unterhalb der Fahrbahn ausgelöst. Die zweite Explosion ereignete sich, nachdem die Autobahn bereits teilweise geräumt worden war.

Brücke kollabierte aufgrund der Hitze

Das Flüssiggas, das der Tanklaster geladen hatte, führte zu einem riesigen Feuerball auf der Autobahn.
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Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Lastzug habe Flüssiggas geladen gehabt. Die Feuerwehr teilte mit, die extreme Hitze habe zum Einsturz der Autobahnbrücke geführt, auf der sich der Tanklastzug befunden hatte. «Eigentlich war es ein normaler Unfall, mit Ausnahme des hochentzündlichen Materials, das der Lastwagen transportierte», sagte Feuerwehrmann Carlo Cardinali dem Sender Sky.

Die Carabinieri teilten mit, die Explosionen seien so stark gewesen, dass Fenster aus ihren Kasernen herausgerissen worden seien und die Splitter einige der Sicherheitskräfte verletzten. Im Anschluss an das Unglück überprüfte die Feuerwehr Wohnhäuser im angrenzenden Gebiet auf zerborstene Fenster. Anwohner mussten die Gegend aufgrund des schwarzen dicken Rauchs räumen.

Panik in der Nachbarschaft

Unter der extremen Hitze gab die Autobahnbrücke nach, auf der sich der Tanklaster befand.
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Eine Frau, die etwa einen Kilometer vom Unfallort entfernt wohnt, sagte gegenüber Sky, in der Nachbarschaft habe Panik geherrscht. «Weil nicht klar war, was passiert war», sagte Crisina Felicani. Sie habe ein lautes Geräusch und Schreie am Fenster gehört, dann habe sie eine grosse Rauchwolke gesehen. Es dauerte mehrere Stunden, bis die Feuerwehr die Flammen gelöscht hatte.

Stunden nach dem Vorfall zeigten Luftaufnahmen ein Loch in der Fahrbahn. Auf TV-Bildern waren ausgebrannte Fahrzeuge zu sehen. Die Autobahn verbindet Norditalien mit der Adriaküste, einem beliebten Urlaubsziel in den italienischen Sommerferien, und Städten wie Florenz und Rom.

Unabhängig davon kamen bei einem weiteren Verkehrsunfall im Südosten Italiens zwölf Hilfsarbeiter ums Leben, als ihr Minibus frontal von einem Lastwagen gerammt wurde. Die Opfer waren laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa Zuwanderer, die sich auf dem Rückweg von der Feldarbeit nahe der Stadt Foggia in der Region Apulien befanden.

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