Kaff im Nirgendwo verschenkt Bauland – und Hunderte wollen es haben

dpa/tsha

26.10.2021

02.10.2021, Australien, Quilpie: Tom Hennessy (r) und seine Verlobte Tessa McDougall stehen auf ihrem Land in der Outback-Stadt. Um der Wohnungsnot zu begegnen und dringend benötigte Arbeitskräfte anzulocken hatte der Gemeinderat eine Idee: Er beschloss kurzerhand, Landparzellen kostenfrei zur Verfügung zu stellen - falls Interessenten sich bereit erklärten, auf den 1000 Quadratmeter großen Grundstücken ein Haus zu bauen und dort mindestens sechs Monate zu leben. Die Behörden wurden von Anfragen geradezu überrollt. Foto: Leon O'Neil via AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Tom Hennessy und seine Verlobte Tessa McDougall stehen auf ihrem Land in der Outback-Stadt Quilpie.
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Das australische Quilpie liegt mitten im Nirgendwo – umgeben von roter Erde und spärlicher Vegetation. Der Gemeinderat hatte nun eine besondere Idee, um dringend benötigte Arbeitskräfte anzulocken.

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26.10.2021

Ein Umzug nach Quilpie kann sich lohnen, denn Landparzellen sind dort gratis zu haben – falls Zuzüger sich bereit erklärten, auf den 1000 Quadratmeter grossen Grundstücken ein Haus zu bauen und dort auch mindestens sechs Monate zu leben.

Der Gemeinderat hoffte, mit dieser ungewöhnlichen Massnahme wenigstens ein paar Familien in das entlegene Dorf im Süden des Bundesstaates Queensland zu locken. Dann aber wurden die Behörden von Anfragen geradezu überrollt.



Innerhalb von knapp zwei Wochen hätten sich mehr als 250 Bewerber aus Australien, aber auch aus Grossbritannien, Neuseeland, Indien und Hongkong gemeldet, berichteten örtliche Medien zuletzt. Allerdings kämen nur australische Staatsbürger und Menschen mit ständigem Wohnsitz in Australien für die Förderung in Höhe von 12'500 australischen Dollar (9400 Franken) infrage, hiess es.

«Wir brauchen Leute»

Auch Investoren hätten sich gemeldet sowie Maurer, Handwerker und Anstreicher, die Arbeit suchten und beim Bau der Häuser helfen wollten, zitierte der Sender ABC Justin Hancock, der die Idee zu der Initiative hatte. «Dabei wäre es für uns schon ein Riesenerfolg gewesen, wenn wir fünf Familien dazu bewegen könnten, in die Gegend zu ziehen. Aber dieses Interesse zu sehen, das war überwältigend.»



In Quilpie gebe es derzeit etwa zehn Jobangebote, vom Bankangestellten bis hin zum Kellner, erklärte Bürgermeister Stuart Mackenzie. «Wir brauchen Leute, die hier in der Region arbeiten wollen, aber wir haben nicht genug Häuser, um sie unterzubringen.»

Der Ansturm erklärt sich vor allem mit den gestiegenen Immobilienpreisen während der Corona-Pandemie in weiten Teilen Australiens – ausgelöst durch Rekordtiefzinsen und die langen Lockdowns in den grössten Städten Sydney und Melbourne. Die meisten Anfragen stammten denn auch aus der knapp 1000 Kilometer östlich gelegenen Metropole Brisbane, was zeigt: Viele Australier suchen nun in kleineren Städten nach bezahlbarem Wohnraum. Da käme eine Gratis-Landparzelle gerade recht.

02.10.2021, Australien, Quilpie: Das Outback-Dorf aus der Luft, umgeben von roter Erde und spärlicher Vegetation. Um der Wohnungsnot zu begegnen und dringend benötigte Arbeitskräfte anzulocken hatte der Gemeinderat eine Idee: Er beschloss kurzerhand, Landparzellen kostenfrei zur Verfügung zu stellen - falls Interessenten sich bereit erklärten, auf den 1000 Quadratmeter großen Grundstücken ein Haus zu bauen und dort mindestens sechs Monate zu leben. Die Behörden wurden von Anfragen geradezu überrollt. Foto: Leon O'Neil via AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Das Outback-Dorf Quilpie aus der Luft, umgeben von roter Erde und spärlicher Vegetation.
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