Teamviewer in der Coronakrise auf Wachstumskurs

mk

9.2.2021 - 10:28

Das deutsche Softwarehaus Teamviewer profitiert in der Coronakrise vom vermehrten Arbeiten im Home Office. Teamviewer steigerte den Umsatz und will weiter kräftig wachsen.(Archivbild)
Keystone

Das deutsche Softwarehaus Teamviewer will die Umsatzmilliarde knacken. Ziel sei es, 2023 die abgerechneten Umsätze (Billings) über die Marke von einer Milliarde Euro zu steigern, kündigte das Unternehmen am Dienstag an.

Um dies zu erreichen, will Firmenchef Oliver Steil das Angebot auf weitere Industriezweige ausdehnen, Anwendungen erweitern und das Grosskundensegment stärken.

«Wir können jetzt für jeden Unternehmensbereich ein Angebot für die Digitalisierung machen und sind in allen wesentlichen Ländern präsent. Das macht uns zuversichtlich, weiterhin mit 30 Prozent zu wachsen», sagte Steil im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Eine wesentliche Rolle beim Erreichen der Ziele dürften auch Übernahmen spielen. Im vergangenen Jahr stemmte Teamviewer, das vor allem für seine Fernwartungssoftware bekannt ist, mit dem Augmented-Reality-Spezialisten Ubimax seine erste Übernahme und schnappte sich seither noch das österreichische Software-Startup Xaleon.

«Wir haben eine lange Liste von möglichen interessanten Unternehmen in einer ähnlichen Grössenordnung. Ich würde sagen, wir werden die ein oder andere Akquisition sehen», sagte Steil. Der nächste Zukauf werde dann wohl auch eher im Ausland erfolgen – «wahrscheinlich in Asien oder den USA».

Starkes Wachstum im 2020

Im vergangenen Jahr legten die Billings währungsbereinigt um 44 Prozent auf rund 460 Millionen Euro zu. Der verbuchte Umsatz wuchs mit einem Plus von 17 Prozent auf knapp 456 Millionen Euro weniger stark.

Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) kletterte hingegen um 44 Prozent auf rund 261 Millionen Euro. Die bereinigte Ebitda-Marge lag damit bei 56,8 Prozent und soll im laufenden Jahr ähnlich hoch ausfallen – nämlich zwischen 55 und 57 Prozent.

Die Billings des Unternehmens aus Göppingen, das seit September 2019 an der Börse notiert ist, sollen 2021 zwischen 585 und 605 Millionen Euro liegen. «Im laufenden Jahr erwarten wir eine Normalisierung bei den Digitalisierungsprojekten, nachdem im vergangenen Jahr alles durch die Corona-Pandemie verzerrt wurde», sagte Steil, der sich nun neben Europa und den USA vor allem auch auf Japan konzentrieren will, wo der «Nachholbedarf bei der Digitalisierung gross ist».

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