Koffein lässt regelmässige Kaffeetrinker nicht schlechter schlafen

SDA/jka

15.2.2021 - 09:48

An empty cup of coffee in a sidewalk cafe at the promenade at the lakefront of the Lago Maggiore lake in Ascona in the canton of Ticino, Switzerland, pictured on March 30, 2005. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)

Eine Tasse Kaffee in einem Restaurant an der Seepromenade am Langensee in Ascona im Kanton Tessin, aufgenommen am 30. Maerz 2005. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)
Lässt uns Kaffee wirklich schlechter schlafen? 
Bild: Keystone

Koffein führt nicht zu schlechterem Schlaf, wie Forschende in einer Studie mit jungen Menschen herausgefunden haben. Allerdings reduziert das Aufputschmittel die Nervenzellen im Gehirn.

Die Annahme, dass Kaffee uns den Schlaf raubt, ist weit verbreitet. Ein schweizerisch-österreichisches Forschungsteam unter Leitung der Universität Basel kommt nun aber zu einem anderen Schluss: Koffein führt zumindest bei regelmässigen Konsument*innen keinesfalls zu schlechterem Schlaf. 

Für die Studie rekrutierte das Forschungsteam zwanzig junge, gesunde und regelmässige Kaffeetrinker*innen. Während zehn Tage schluckten die Teilnehmenden zweimal täglich eine Koffeintablette, die darauffolgenden zehn Tage ein Placebo.

Anhand von Hirnstrommessungen im Schlaflabor zeigte sich demnach, dass die Personen in beiden Fällen gleich tief schliefen. Das berichten die Forschenden im Fachmagazin «Cerebral Cortex».

Aber die Hirn-Scans, die die graue Substanz abbildeten, offenbarten einen Unterschied: Nach zehn Tagen Koffeinabstinenz war das Volumen der grauen Substanz grösser als nach zehn Tagen mit dem Wachmacher. Das zeigt allerdings, dass die Veränderungen in der Hirnstruktur temporär sind. Die graue Substanz regeneriert sich wieder, wenn auf Koffein verzichtet wird.

So schliesst die Letztautorin der Studie, Carolin Reichert von der Uni Basel, dass die Ergebnisse nicht zwingend bedeuten würden, dass Koffeinkonsum negative Auswirkungen auf das Gehirn hätten. «Aber offensichtlich verändert der alltägliche Koffeinkonsum unsere kognitive Hardware, was zumindest Anlass für weitere Studien geben sollte.»

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