Luftverschmutzung steigert Coronasterblichkeit

SDA/dpa/uri

27.10.2020 - 11:21

Ein Arzt betrachtet das Röntgenbild der Lunge eines Patienten mit Covid-19-Symptomen. (Symbolbild)
Bild: Getty  Images

Laut einer neuen Analyse ist die Luftverschmutzung weltweit für 15 Prozent der Covid-19-Toten verantwortlich. In der Schweiz liegt der prozentuale Wert sogar noch höher.

Luftverschmutzung hat bisher rund 15 Prozent zur weltweiten Covid-19-Sterblichkeit beigetragen. In Mitteleuropa liegt der Wert mit 25 Prozent höher, in der Schweiz sind es 22 Prozent. Das zeigen eine im Fachmagazin «Cardiovascular Research» veröffentlichte Analyse des Coronavirus im Jahr 2003 (SARS-CoV-1) und vorläufige Untersuchungen für SARS-CoV-2.

«Wir haben den Anteil der Covid-19-Mortalität geschätzt, der auf die langfristige Exposition mit Feinstaub in der Umgebung zurückzuführen ist», erläuterten die Forscher der Johannes-Gutenberg-Universität und vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

Die Belastung der Umwelt mit Feinstaub in Form von PM2,5 (Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer) wurde anhand von Satellitendaten charakterisiert und die Werte zur Sterblichkeit anschliessend mit einem atmosphärischen Chemiemodell berechnet. Inwieweit die Luftverschmutzung die Sterblichkeit bei einer Covid-19-Erkrankung beeinflusst, wurde aus epidemiologischen Daten in den USA und in China abgeleitet.

Zusammentreffen zweier Gesundheitsrisiken

Weltweit waren die Ergebnisse sehr unterschiedlich. Demnach beträgt der Anteil in Ostasien durchschnittlich rund 27 Prozent, in Europa im Schnitt 19 Prozent und in Nordamerika 17 Prozent. Relativ hohe Anteile treten in einigen Teilen Ostasiens (35 Prozent) sowie in Mitteleuropa und den östlichen USA mit rund 25 Prozent auf.

Der geschätzte Anteil bedeutet laut den Forschern keinen direkten Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Covid-19-Sterblichkeit, dies sei aber möglich. Es gehe um das Zusammentreffen zweier Gesundheitsrisiken, «die zu tödlichen gesundheitlichen Folgen der Virusinfektion führen könnten».

Beitrag zu Superspreading-Events?

Es sei auch wahrscheinlich, dass Feinstaub eine Rolle bei Superspreading-Events spiele. Denn Feinstaub verlängere die Lebensdauer von infektiösen Viren, wodurch mehr Menschen infiziert werden können.

«Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Luftverschmutzung ein wichtiger Co-Faktor ist, der das Mortalitätsrisiko durch Covid-19 erhöht», so die Wissenschaftler. Dies sei eine «zusätzliche Motivation, um ehrgeizige Massnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung mit Massnahmen zur Eindämmung der Übertragung von Covid-19 zu kombinieren».

Zurück zur Startseite