Diese Medikamente wirken gegen Covid-19

uri

5.9.2021

The pharmaceutical technical assistant Michael Nemetz and the Biological laboratory technician Simon Kuebler (R) work on a new form of personalized cell therapy against cancer with highly specialized technology inside a clean room at the Fraunhofer Institute for cell therapy and immunology (IZI) in Leipzig, Germany, 20 November 2017. The Fraunhofer Institute is working on the joint project with the Novartis Pharma AG in order to properly develop the new form of therapy, the Chimeric antigen receptor therapy (CART). It requires the reprogramming of the patients· own immune cells to treat their cancer. Cancer cells will thus be recognized and destroyed. The new form of therapy is already authorized in the United States - the manufacturing authorisation for Europe is still work in progress. Photo: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/ZB (KEYSTONE/DPA/Waltraud Grubitzsch)
Forscher bei der Medikamenten-Erprobung im Labor.
KEYSTONE (Symbolbild)

Es gibt sie: Medikamente gegen Covid-19. Doch längst nicht alle wirken. Die Taskforce des Bundes hat eine aktuelle Übersicht erstellt.

uri

5.9.2021

Die Fachleute der Schweizer Covid-19-Taskforce haben anhand zahlreicher Studien die Wirksamkeit verschiedener Medikamente gegen Covid-19 ermittelt. Die Experten betonen in ihrem «Policy Brief», die Aussagen stellten keine Behandlungsleitlinien dar. Diese würden von verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften aufgestellt.

Dexamethason senkt die Sterblichkeitsrate

Für die Taskforce bleibt das Präparat Dexamethason, das ähnlich wie das Hormon Kortison wirkt und eigentlich ein Medikament gegen rheumatoide Arthritis oder Asthma ist, Teil der Standardbehandlung hospitalisierter Personen, «die Sauerstoff benötigen». Das Mittel senke laut grosser Studien die Sterblichkeitsrate im Vergleich zur Standardbehandlung um «schätzungsweise 17% bei stationär behandelten Patienten und sogar um 34% bei kritischen Fällen».

Ähnliches gelte laut neuer Studien auch für den monoklonalen Antikörper Tocilizumab, der normalerweise vor allem auch bei rheumatoider Arthritis Verwendung findet. Das Medikament senke demnach die Sterblichkeit um 15% und werde von der WHO für Patientinnen mit Ateminsuffizienz empfohlen, die auf eine Steroidtherapie mit Mitteln wie Dexamethason nicht rasch genug ansprechen würden.

Remdesivir verkürzt den Spitalaufenthalt

Ebenfalls könnte der antivirale Wirkstoff Remdesivir, ursprünglich gegen das Ebolavirus entwickelt, laut den Experten nutzbringend sein. Das Mittel verkürze offenbar die Dauer der Genesung und des Spitalaufenthalts von Corona-Patienten, so die Taskforce. Allerdings wirke sich Remdesivir nicht auf die Sterblichkeit aus. In der Schweiz werde das Medikament, für das die WHO nur eine bedingte Empfehlung im Corona-Einsatz gebe, auch «nicht routinemässig eingesetzt».

Positive Effekte bei der Behandlung von Corona-Patienten könnten auch durch das Asthma-Medikament Budesonid möglich sein. Hier sei eine Reduzierung von Behandlungen im Spital oder dem Gang in die Notaufnahme laut Studien zwischen 3% und 15 % zu erwarten. Auch die Immunsuppressoren Baricitinib könnten den Gesundungsprozess geringfügig verbessern.

Von Trumps Hydroxychloroquin rät die WHO ab

Die Gabe von Rekonvaleszenz-Plasma indes scheine nur bei Risikopatienten oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem angeraten, um eine schützende Immunantwort zu ermöglichen. Das müsse allerdings recht früh nach dem Ausbruch der Covid-Erkrankung erfolgen, so die Experten. 

Weitere Medikamente und Therapien zeigten bei der Behandlung keine deutlichen Verbesserungen, könnten «aber, in Abhängigkeit von den Ergebnissen demnächst veröffentlichter Studien, in bestimmten Situationen in Betracht gezogen werden».

Keine Verbesserungen wurden etwa beim vom Donald Trump propagierten Hydroxychloroquin festgestellt. Das ursprünglich zur oralen Therapie rheumatoider Arthritis gedachte Mittel solle laut WHO-Richtlinien bei hospitalisierten Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades nicht eingesetzt werden.