Tammy Abraham

Romas gefährlichste Waffe ist auf dem Weg zur Klub-Legende

Von Patrick Lämmle

25.5.2022

Abraham: «Ein Traum wurde wahr»

Abraham: «Ein Traum wurde wahr»

Tammy Abraham fühlt sich in Rom so richtig wohl. Mit der AS Roma trifft der Engländer nun im Conference Final auf Feyenoord und kann seine Torgefährlichkeit einmal mehr unter Beweis stellen.

25.05.2022

Seit dem Gewinn der Coppa Italia 2008 wartet die AS Roma auf einen grossen Titel. Am Mittwochabend soll sich das ändern. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Trainer José Mourinho und Torjäger Tammy Abraham.

Von Patrick Lämmle

25.5.2022

Einen Uefa-Wettbewerb haben die Römer noch nie gewonnen, der einzige internationale Titel war der Gewinn des Messepokals im Jahr 1961. Im 300. Europapokalspiel, den Messepokal nicht mitgezählt, winkt nun der erstmalige Endspiel-Triumph auf europäischem Parkett. Mit Starttrainer José Mourinho haben die Römer einen Mann an der Seitenlinie, der weiss, wie man Endspiele gewinnt (siehe Box am Ende des Artikels). Die Giallorossi haben aber noch ein weiteres Ass im Ärmel: Tammy Abraham.


Im letzten Sommer wechselte der 24-jährige Engländer für kolportierte 40 Millionen Euro von Chelsea zur AS Roma. Und Abraham hat in seiner ersten Saison eingeschlagen wie kein Spieler vor ihm. In seiner Debütsaison hat er 27 Tore erzielt und damit den 93 Jahre alten Vereinsrekord von Rodolfo Volk geknackt. Der 1977 im Alter von 77 Jahren verstorbene Italiener hatte in seiner Premierensaison 25 Mal für die Römer eingenetzt.

«Ich habe mich bereits am ersten Tag in Rom verliebt.»

epa09929248 AS Roma's Tammy Abraham celebrates after winning the UEFA Conference League semifinal, second leg soccer match between AS Roma and Leicester City at Olimpico stadium in Rome, Italy, 05 May 2022. EPA/ETTORE FERRARI

Tammy Abraham

Romas Torjäger

9 seiner 27 Tore hat Abraham in der Conference League erzielt, damit ist er in der Torschützenliste hinter Cyriel Dessers von Final-Gegner Feyenoord Rotterdam im 2. Rang klassiert. Nur zu gerne würde er den 27-jährigen Nigerianer noch abfangen.

Abraham ist einer von sieben Engländern, der in der Serie A spielt. Gleich drei davon sind in Rom aktiv, neben Abraham sind dies Chris Smalling und Ainsley Maitland-Niles. Dass es den Torjäger in die Ewige Stadt gezogen hat, hing auch mit Starttrainer José Mourinho zusammen: «Gleich zu Beginn fragte er mich: Würdest du lieber im regnerischen England bleiben oder ins sonnige Rom kommen? Er meinte, dass Rom im Moment der beste Ort für mich sei. Nach Italien zu kommen, zu explodieren und meinen Namen weltbekannt zu machen. Das waren gute Argumente für mich.»

Tammy Abraham unterschreibt vor dem Abflug nach Tirana ein Shirt eines jungen Roma-Fans.
Bild: Keystone

Für ihn sei mit dem Wechsel nach Rom ein Traum wahr geworden. «Für mich ist es schön, etwas Neues auszuprobieren und eine andere Kultur kennenzulernen.» Er sei einer, der sich sehr schnell anpassen könne. Bereut hat er seinen Wechsel noch keine Sekunde. «Ich habe mich bereits am ersten Tag in Rom verliebt. In die Mannschaft, in die Fans. Und sie haben mich vom ersten Tag an wie ein Familienmitglied behandelt», so Abraham, der auch von der Stimmung im Stadion schwärmt.

Die Liebe beruht auf Gegenseitigkeit, denn Abraham hat eingeschlagen. Und sollte er die Römer am Mittwochabend zum Titel schiessen, so wird er sich auch einen Eintrag in den Geschichtsbüchern sichern. Seine Kampfansage: «Ich konzentriere mich und finde die Schwächen der Gegner heraus und so weiter. Für mich ist es eine Ehre, Tore zu schiessen.»


Mourinho «The Special One» kann Endspiele

  • José Mourinho steht in seinem fünften Europacup-Finale – nur Giovanni Trapattoni (sieben) und Alex Ferguson (sechs) nahmen als Trainer an mehr Europacup-Endspielen teil.
  • Mourinho ist nun mit vier verschiedenen Klubs in Europacup-Endspiele eingezogen – das schaffte kein anderer Trainer.
  • Ungeschlagen: Mourinho gewann jedes seiner ersten vier Finals (zwei mit Porto sowie je eines mit Inter Mailand und Man United).
  • Ein Rekord winkt: Nur Giovanni Trapattoni (fünf) gewann als Trainer mehr Europapokal-Titel als Mourinho. Aktuell steht der Portugiese bei vier Titeln, was neben ihm nur Unai Emery, Alex Ferguson, Bob Paisley und Nereo Rocco geschafft haben.
  • Sollte Mourinho mit der Roma nun den Titel holen, wäre er erst der dritte Trainer, der drei verschiedene Europapokal-Wettbewerbe gewinnt. Das schafften bislang nur Giovanni Trapattoni und Udo Lattek, die sich jeweils den Landesmeistercup, den Pokalsiegercup und den UEFA-Pokal sicherten.
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