Floskeln, Faxen, Flausen: Eine Männerreise im Ambri-Bus

Von Martina Baltisberger, München

29.8.2019

Hofer: «Unser System gegen München wird hinhauen»

Hofer: «Unser System gegen München wird hinhauen»

Ambri Piotta spielt zum ersten Mal in der Champions Hockey League. Die Erwartungen und die Vorfreude auf dieses Turnier ist bei den Spielern gross.

28.08.2019

Der HC Ambri Piotta startet in sein erstes Champions-League-Abenteuer. Am Donnerstag spielen die Tessiner in München, bevor sie am Samstag gegen Färjestad antreten. Teleclub begleitet den Kultverein auf seiner Reise.

Ambri Piotta schreibt in der letzten Saison mit der Playoff-Qualifikation und dem ersten Playoff-Sieg gegen den EHC Biel seit 2006 Geschichte. Trotz des 1:4 in der Viertelfinalserie werden die Spieler nach dem Ausscheiden in Biel von den Fans bis in die Nacht gefeiert. Dank des fünften Ranges in der Regular Season qualifizieren sich die Tessiner nun zum ersten Mal für die Champions Hockey League, die heute lanciert wird.

Teleclub begleitet die Tessiner auf ihrer ersten Europareise. Am Mittwoch geht’s mit dem Bus nach München. Dort erwartet die Spieler das erste Eistraining im Olympia-Eissportzentrum. Am Donnerstag (19:30 Uhr, Teleclub) folgt das erste Champions-Hockey-League-Spiel gegen den letztjährigen Finalisten. Am Freitag reist die Mannschaft mit dem Flugzeug weiter nach Karlstad (Schweden), wo tags darauf (15:30 Uhr, Teleclub) das zweite Auswärtsspiel auf dem Programm steht.

Mittwoch – das Abenteuer beginnt

Um 9:30 Uhr fährt der Reisecar in Castione ein. Die Spieler stehen mit ihren Taschen bereit, von Anspannung ist im Gegensatz zur Vorfreude noch nichts zu spüren. «Es ist eine spannende Erfahrung. Überall wird ein wenig anders Hockey gespielt, wir sehen neue Stadien und auch eine andere Fankultur werden wir antreffen», sagt Stürmer Marco Müller. Die Stimmung bei Spielern und Staff ist locker. Floskeln, Faxen, Flausen: Eine Männerreise, wie man sie sich vorstellt. Dominic Zwerger zeigt dem Buschauffeur, wo der erste Zwischenstopp liegt. Dazu später mehr.



Optimismus vor dem Ernstfall

Auf Ambri Piotta warten in dieser Woche keine einfachen Gegner. RB München ist der letztjährige Finalist und die Schweden aus Färjestad wird man auch nicht unterschätzten. «Wir wollen zeigen, dass wir mit der Qualifikation nicht nur Glück hatten», sagt Zwerger. Auch Fabio Hofer ist überzeugt von seinem Team. «Wir haben München bereits analysiert. Wichtig ist, dass wir uns auf uns selber konzentrieren. Unser System wird schon hinhauen.»

Platz ist vorhanden ... trotzdem gönnt sich Elia Mazzolini ein Nickerchen auf dem Boden.
Bild: Teleclub

12 Uhr. Dornbirn, Vorarlberg. «Die schönste Stadt», ruft Zwerger entzückt und freut sich darüber, dass die Mittagspause in seiner «Hood» abgehalten wird. Auf dem Menüplan im Gasthof Schwanenhof – wenig verwunderlich: Spaghetti Bolognese. 

Weiter geht's nach München. Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel wird trainiert. Die Beine werden nach der knapp sechsstündigen Fahrt gelockert. «Die Arena gefällt mir», sagt Zwerger nach dem ersten Eistraining. «Wenn am Donnerstag knapp 1'000 Ambri-Fans hier sein werden – das wird unglaublich. Wir können uns nur bedanken.»

Dominic Zwerger macht es sich gemütlich im Bus.
Bild: Teleclub

Ambris letzter Titel liegt 20 Jahre zurück. 1999 haben die Leventiner mit dem IIHF Continental Cup und dem europäischen Supercup gleich zwei internationale Turniere in einer Saison gewonnen. Ambri bedeutet die Chance, in der Champions Hockey League zu spielen, viel. «Wir hatten immer eine spezielle Beziehung zu diesen internationalen Turnieren», sagt Sportchef Paolo Duca. «Wir möchten Europa unsere Art des Hockeyspielens zeigen und unseren Fans eine kämpferische Leistung bieten.»



Nach einem ausgiebigen Abendessen werden die Spieler von Trainer Luca Cereda nochmals hungrig gemacht. «Wir haben die Emotionen, den Team-Spirit und die Montanara. Lasst es uns den Münchnern zeigen!»

... Fortsetzung folgt ...

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