Riesenwirbel vor dem Playoff-Final – spielt Ajoies Traumduo Devos/Hazen ein falsches Spiel?

Von Marcel Allemann

17.4.2021

Jonathan Hazen, links, und Philip-Michael Devos, rechts, von Ajoie, feiern das 2-0 von Devos, im vierten Playoff-Finalspiel der National League B zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und dem HC Ajoie, am Samstag, 26. Maerz 2016, in Pruntrut. (KEYSTONE/Bist/Roger Meier)
Jonathan Hazen (links) und Philip-Michael Devos sollen sowohl bei ihrem aktuellen Verein Ajoie wie auch in Kloten Verträge unterschrieben haben.
Bild: Keystone

Sie sind die Überspieler der Swiss League und im Jura fast schon Eishockeygötter. Doch die beiden Kanadier Philip-Michael Devos und Jonathan Hazen sollen sowohl bei Ajoie, wie auch bei Final-Gegner Kloten einen Vertrag unterschrieben haben.

Von Marcel Allemann

17.4.2021

Riesenwirbel vor dem Playoff-Final zwischen Kloten und Ajoie, der am Sonntag beginnt. Wie der «Blick» am Donnerstag vermeldete, hat Ajoies Top-Duo Devos und Hazen in Kloten einen Vertrag für die National League unterschrieben. Dieser erlangt Gültigkeit, wenn die Zürcher Unterländer aufsteigen. Der «Tages-Anzeiger» legte am Freitag nach und berichtete, dass dieser Vertrag bereits im September 2020 unterschrieben worden sei.

Im Februar 2021 verkündete dagegen Ajoie stolz, dass ihre beiden kanadischen Erfolgsgaranten ihre Verträge bis 2024 (Hazen) und 2025 (Devos) verlängert haben. Allerdings mit einer Ausstiegsklausel für die National League. Devos/Hazen und ihre Agenten hätten sich mit ihrer Vorgehensweise quasi einen Lottosechser erarbeitet. Sie spielen dann so oder so nächste Saison in der National League, unabhängig davon, wer aufsteigt.

Der Final wird für Devos/Hazen zum Spiessrutenlauf

Doch im Jura sieht man dies natürlich nicht so. Da ist seit der «Blick»-Meldung die Hölle los. Umgehend veröffentlichte der HC Ajoie ein Dementi. Demnach gibt es zwei Varianten: Entweder stimmt die Geschichte mit den Klotener Verträgen für Devos und Hazen gar nicht und es handelt sich um ein bewusstes Störmanöver aus dem Zürcher Unterland. Dies behauptet zumindest Devos' Agent Gaëtan Voisard. Mehrere Spieler von Kloten würden entsprechende Gerüchte streuen, um vor dem Final Öl ins Feuer zu giessen. Oder haben Devos/Hazen tatsächlich in Kloten unterschrieben? Es aber dem HC Ajoie bewusst verheimlicht und darauf spekuliert, die Sache würde erst auffliegen, wenn Kloten aufsteigt? Das wäre ziemlich dreist.

So oder so wird für Devos/Hazen dieser vermeintliche Saisonhöhepunkt nun zum Spiessrutenlauf. Sie müssen im Jura nun mit Topleistungen beweisen, dass sie wahre Ehrenmänner sind, den HC Ajoie zum Aufstieg schiessen und der Vertrag mit Kloten (wenn es ihn denn gibt) für sie nur ein Notfallschirm gewesen ist. Doch sind die Darbietungen des Duos in diesem Final nicht überragend, dann ist die nächste Polemik nicht mehr weit. Bis zu einem gewissen Punkt könnten Devos und Hazen mit ihren Leistungen ja auch selber steuern, wo sie nächste Saison spielen. Wobei im Fall von Hazen noch nicht einmal klar ist, ob er denn überhaupt spielt. Die letzten zwei Halbfinal-Partien gegen Langenthal verpasste er verletzungsbedingt.