Ein Mann auf einer Mission: Suarez will sich bei Barça mit Toren rächen

Von Syl Battistuzzi

2.2.2021

Luis Suarez trifft auch bei seinem neuen Arbeitgeber das Tor.
Bild. Getty

Vor Saisonbeginn schob der FC Barcelona Luis Suarez ab. Blöderweise trifft dieser in der Liga nach Belieben, was nun auch Ex-Coach Ronald Koeman bedauert. Zumal Barça den Atlético-Stürmer noch munter mitfinanziert.

Sechs Jahre ging der Uruguayer für Barça erfolgreich auf Torejagd. In 283 Partien traf er 195 Mal ins Netz. Zudem gab der oft fälschlicherweise als Egoist verschriene Angreifer noch beachtliche 113 Assists. Doch im Sommer trennten sich die Vereinsverantwortlichen kurz- und schmerzlos von Luis Suarez. Spätestens nach dem 2:8-Debakel in der Champions League gegen Bayern München wurde er als einer der Hauptschuldigen bei den Katalanen ausgemacht. So verkaufte man den damals 33-Jährigen für magere sechs Millionen an Atlético Madrid.

Zwar hat man damit einen Teil seines Gehalts (netto 14 Millionen Euro) eingespart, doch einen Stürmer mit eingebautem Torinstinkt verloren. Ob in der Eredivise (Ajax Amsterdam), Premier League (FC Liverpool), überall skorte der «Pistolenschütze» (so sein Spitzname aufgrund seines Liebling-Jubels) regelmässig. Und Suarez kennt trotz seines fortgeschrittenen Alters im Strafraum keine Gnade. In bisher 16 Partien hat er in der spanischen Meisterschaft bereits 14 Treffer erzielt und führt die Torschützenliste souverän an. 

Es scheint so, als würde Suarez seinen Kritikern zeigen wollen, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Sein Trainer Diego Simeone, weiss, was er an ihm hat: «Er hat viel Lust und Energie, so der Argentinier. «Das Team hilft ihm, sein Bestes zu geben, nämlich Tore zu schiessen – etwas, das ihn in seiner ganzen Karriere ausgezeichnet hat.»

Barcelona fehlt ein Suarez-Ersatz

Tatsächlich zeichnete ihn immer der Wille und die absolute Überzeugung aus. Seine fehlende (End-)Schnelligkeit machte er etwa mit Schlauheit mehr als wett. Mit seinem neuen Team steht er zehn Punkte vor den beiden Rivalen Real und Barça, obwohl Atlético eine Partie weniger ausgetragen hat.

epa08933758 Atletico Madrid's Luis Suarez (R) reacts next to Sevilla FC's Ivan Rakitic (L) during a Spanish LaLiga soccer match between Atletico Madrid and Sevilla FC in Madrid, Spain, 12 January 2021.  EPA/JUANJO MARTIN
Luis Suarez und Ivan Rakitic wurden bei Barça ausgemustert. Und bedrohen mit ihren neuen Teams nun die Vormachtstellung von den Katalanen und Real Madrid.
Bild: Keystone

Speziell der FC Barcelona dürfte seinen Abgang inzwischen mehr als bereuen. Und Lionel Messi, seinen besten Kumpel in der Barça-Zeit, noch mehr verärgern. Im Sturmzentrum fehlt exakt ein Spielertyp wie Suarez. Sein designierter Ersatz Memphis Depay kam nicht. Antoine Griezmann hat sich zwar mittlerweile etwas verbessert, doch 6 Tore in 19 Ligaspielen sind schlicht zu wenig. Klar ist: Der Franzose fühlt sich als Stossstürmer nicht wirklich wohl. Und Martin Braithwaite (2 Tore) ist zwar ein echter Angreifer, doch der Däne kommt meist nur als Joker zum Einsatz. Kurzum: Er zeigt zwar immer viel Einsatz, aber als grosse Verstärkung hat er sich noch nicht erwiesen.

Barça finanziert seinen ehemaligen Torjäger

So muss auch Ronald Koeman, der sich bei seiner Ankunft bei Barça nicht gegen den Abgang von «El Pistolero» wehrte, gestehen: «Wir verändern uns und natürlich wäre es besser gewesen, wenn Luis Suarez bei Juventus statt bei Atlético Madrid unterschrieben hätte, weil er nun noch in der spanischen Liga spielt.» Nichtsdestotrotz habe er immer seine Qualitäten geschätzt, so der Holländer.

Kurioserweise bezahlt Barça noch Suarez dafür, seine Tore anderswo zu erzielen. So übernimmt der Klub diese Saison die Hälfte seines Lohns. Zusätzlich bekam er bei seinem Abgang noch einen Treuebonus in Höhe von sechs Millionen. Bei Atlético hat er noch Extra-Prämien ausgehandelt. Die erste Bonuszahlung wird fällig, wenn der letzte Woche 34-jährig gewordene Stürmer 15 Tore auf dem Konto hat. Damit würde Suarez sogar mehr verdienen als bei seinem alten Arbeitgeber. Rache ist süss. 


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