Vor Infantinos Augen: 35 Frauen im Iran vor Fussballstadion verhaftet

jar/dpa

4.3.2018

FIFA-Präsident Gianni Infantino stattete Irans Präsident Hassan Rouhani einen Besuch ab.
Keystone

Weil Frauen im Iran keine Fussballspiele besuchen dürfen, wurden am Donnerstag 35 weibliche Fans vor dem Azadi-Stadion in Teheran festgenommen. Und das vor den Augen von FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Beim iranischen Hauptstadt-Derby zwischen Esteghlal und Persepolis versuchten mehrere Dutzend Frauen, ins Stadion zu gelangen. Seit 1979 ist es Frauen strikt verboten, Fussballspiele zu besuchen. Sie erhofften sich womöglich durch die Anwesenheint von FIFA-Präsident Gianni Infantino weniger strenge Vorschriften. Doch auch der mächtigste Mann im Fussball konnte nicht verhindern, dass den Frauen der Zutritt verweigert wurde.

«Ich hoffe, dass die Erfahrung, die ich gemacht habe, vielleicht vielen Frauen in aller Welt helfen kann», sagte er am Tag darauf auf einer Konferenz in Zürich. «In einem grossen Land wie dem Iran kann sicherlich mehr getan werden.»

FIFA hofft auf Aufhebung des Verbots

Dennoch ist die FIFA zuversichtlich, dass der Iran das Stadionverbot für weibliche Fans «bald» aufheben wird. «Ich habe Zusagen erhalten, dass Frauen im Iran demnächst Zutritt zu den Fussballstadien erhalten werden», so Infantino. Allerdings liess der Walliser offen, von wem er diese Zusage erhalten habe.

Irans Präsident Hassan Rouhani hatte das selbe Versprechen allerdings bereits vor fünf Jahren dem damaligen FIFA-Chef Sepp Blatter gegeben. Passiert ist seither nichts. 

Im Iran rechnen viele Beobachter auch weiterhin nicht mit einer schnellen Lösung. Für den einflussreichen Klerus im Land haben islamische Frauen in Fussballstadien mit frenetischen männlichen Fans und vulgären Slogans nichts zu suchen. Das Sportministerium hatte eine Familientribüne vorgeschlagen, aber auch der Plan wurde vom Klerus abgelehnt.

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