Zidane angezählt: Kommt’s zur teuersten Trainer-Entlassung der Geschichte?

20.9.2019 - 16:12, Patrick Lämmle

Zinédine Zidane hat in Madrid schon bessere Zeiten erlebt.
Bild: Getty

In der Champions League in Paris sang- und klanglos 0:3 untergegangen, in der heimischen Liga wenig überzeugend: Trainer Zidane ist unter Beschuss. Doch kann sich Real Madrid seine Entlassung finanziell überhaupt leisten?

Zinédine Zidane hat Real Madrid zwischen 2016 und 2018 drei Mal in Folge zum Champions-League-Titel geführt. 2017 hat Zidane zudem den Meistertitel in die Hauptstadt geholt. Nach zweieinhalb äusserst erfolgreichen Jahren trat der Franzose aus freien Stücken zurück. Der ehemalige spanische Nationaltrainer Julen Lopetegui übernahm die Mannschaft, konnte sich aber nur gut drei Monate im Amt halten. Dem Argentinier Santiago Solari erging es nicht viel besser, auch er musste die Königlichen nach nicht einmal einem halben Jahr wieder verlassen. Dies nachdem sein Team in der Champions League im Achtelfinal an Ajax Amsterdam gescheitert war und in der Tabelle zwölf Zähler Rückstand auf Erzrivale Barça aufwies.

Und so waren sie in Madrid überglücklich, dass der Erfolgscoach bereit war, das Traineramt wieder zu übernehmen. Präsident Florentino Pérez stellte ihn als «bester Trainer der Welt» vor. Zidane meinte: «Dieser Club und der Kader benötigten Veränderungen. Der Präsident hat mich angerufen und jetzt bin ich hier. Nach acht Monaten freue ich mich darauf, wieder als Trainer arbeiten zu können.»

Zidanes zweite Amtszeit als Real-Coach

Im Sommer durfte dann Zidane das Team nach seinen Vorstellungen umbauen, Real investierte mehr als 300 Millionen Euro in neue Spieler. Und dennoch läuft es alles andere als rund. Zwei von vier Spielen in der Liga endeten Unentschieden und gegen Levante hat das Team beinahe eine 3:0-Führung verspielt. Es folgte wie bereits erwähnt die Demütigung in Paris.



Zidanes Punkteschnitt seit seiner Rückkehr liegt bei 1,56 Punkten pro Spiel, zwischen Januar 2016 und Juni 2018 lag der noch bei 2,3. Und so kommt es, dass man in Madrid die Rückholaktion bereits bereuen soll. Bereits werden – zumindest in gewissen spanischen Medien – Nachfolger gehandelt. Namentlich José Mourinho und der als Trainer noch ziemlich unerfahrene Xabi Alonso. Der 37-Jährige ist derzeit Trainer der Reservemannschaft von Real Sociedad.

Wie die Zeitung «Sport» vorrechnet, käme die Madrilenen die Entlassung von Zidane allerdings teuer zu stehen. Das Konto würde demnach mit 80 Millionen Euro belastet – noch nie hätte ein Verein für eine Trainerentlassung nur ansatzweise gleich viel Geld in den Sand gesetzt. Aktuell hält diesen Rekord Manchester United. Die Trennung von José Mourinho – dem möglichen Zidane-Nachfolger – und seinem Trainerteam kostete die Red Devils im vergangenen Jahr 22,2 Millionen Euro.

Vielleicht ist es aber auch einfach so, dass auch «der beste Trainer der Welt» im Moment nicht gut genug ist, um mit Real Madrid grössere Erfolge zu feiern.

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