Wer wird Solskjaers Nachfolger als Trainer von Manchester United?

Von Jan Arnet

22.11.2021

Solskjaer verdrückt Tränen im Abschieds-Interview

Solskjaer verdrückt Tränen im Abschieds-Interview

Manchester United trennt sich von Trainer Ole Gunnar Solskjaer. Er war seit Dezember 2018 bei den Red Devils.

23.11.2021

Nach der 1:4-Klatsche gegen Watford ist Ole Gunnar Solskjaer am Wochenende als Trainer von Manchester United entlassen worden. Zinédine Zidane gilt als heisser Anwärter auf die Nachfolge, doch es gibt auch andere Kandidaten.

Von Jan Arnet

22.11.2021

Nach insgesamt 24 Jahren (21 als Spieler, 3 als Trainer) geht die Zeit von Ole Gunnar Solskjaers bei Manchester United zu Ende. Der englische Rekordmeister und der Norweger trennen sich im Guten, Solskjaer gibt beim klubeigenen TV-Sender sogar noch ein Abschiedsinterview – und verdrückt da auch die eine oder andere Träne (siehe Video oben).

Die Entlassung hat sich nach den vielen schwachen Resultaten in dieser Saison abgezeichnet. Neben der Pleite in der Champions League bei YB gab es für die Red Devils in der Premier League unter anderem eine 0:5-Klatsche gegen Erzrivale Liverpool und ein 0:2 im Derby gegen City. Und am vergangenen Wochenende mit dem 1:4 bei Aufsteiger Watford schliesslich die berühmte eine Niederlage zu viel.

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Wer wird neuer Trainer von Manchester United?

Kurzfristig übernimmt Assistenzcoach Michael Carrick die erste Mannschaft, bis feststeht, wer das Team interimistisch zumindest bis im Sommer betreuen wird. Die Suche nach Solskjaers Nachfolger läuft auf Hochtouren. Einen richtigen Favoriten gibt es nicht, aber doch den einen oder anderen Trainer, der durchaus zu United passen würde. Hier ist unsere Kandidatenliste.

Zinédine Zidane

Der Franzose, der im letzten Sommer als Coach von Real Madrid zurücktrat und seither vereinslos ist, gilt bei den Fans als Top-Kandidat auf den Job. United soll Medienberichten zufolge schon seit Wochen versuchen, Zidane zu überzeugen. Laut dem spanischen TV-Sender Cope ist Zizou aber nicht wirklich scharf auf den Posten und habe Manchester schon abgesagt. Real-Präsident Florentino Perez sagte im Sommer: «Er hat die Hoffnung, Nationaltrainer von Frankreich zu sein, und sicherlich wird er das.»

epa09135713 Real Madrid's head coach Zinedine Zidane reacts during the UEFA Champions League quarter final, second leg soccer match between Liverpool FC and Real Madrid in Liverpool, Britain, 14 April 2021. EPA/Peter Powell
Viele United-Fans würden ihn gerne im Old Trafford sehen: Zinédine Zidane.
KEYSTONE

Erik ten Hag

Der Ajax-Trainer macht seit Dezember 2017 einen hervorragenden Job, führte die Amsterdamer 2019 in den Champions-League-Halbfinal und auch in dieser Saison mischen die Holländer die Königsklasse auf. Kein Wunder, wird Erik ten Hag zum wiederholten Mal mit einem Top-Klub in Verbindung gebracht. Doch erst im April hat der Coach seinen Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängert und gesagt, dass er sehr glücklich sei. Wenn, dann würde ein Engagement bei Man Utd wohl erst im Sommer infrage kommen.

Mauricio Pochettino

Bereits als José Mourinho im Dezember 2018 entlassen wurde, war Pochettino – damals noch bei Tottenham – ein Kandidat bei Manchester United. Laut der «Daily Mail» soll der aktuelle PSG-Coach bereit sein für den Job – und zwar sofort. Demnach sei der Argentinier in Paris unglücklich und «frustriert wegen grossen Egos wie Messi, Neymar und Mbappé», wie die englische Zeitung schreibt. Pochettino würde in Paris auch immer noch in einem Hotel wohnen, während seine Familie weiter in London lebt.

Mauricio Pochettino liebäugelt offenbar mit einer Rückkehr nach England.
Bild: Keystone

Steve Bruce

Laut «The Athletic» sei Steve Bruce sehr interessiert daran, Man Utd interimistisch bis zum Ende der Saison zu übernehmen. Der 60-Jährige, der kürzlich bei Newcastle United entlassen wurde, machte sich als Spieler bei den Red Devils einen Namen und holte zwischen 1987 und 1996 zwölf Titel, darunter dreimal die Premier League. Bruce sei überzeugt, dass er die zerrüttete, mit Stars gespickte Mannschaft stabilisieren könne.

Brendan Rodgers

Gemäss der «Sun» ist auch der Leicester-Coach ein heisser Kandidat auf den vakanten Posten in Manchester. Allerdings steht der 48-Jährige bei Leicester noch bis 2025 unter Vertrag. United soll jedoch bereit sein, rund 9,5 Millionen Euro Ablöse für Rodgers zu zahlen. Laut der «Sun» hat der ehemalige Liverpool-Trainer auch eine Klausel in seinem Vertrag, die es ihm erlaube, mit bestimmten Vereinen – darunter auch Manchester United – zu sprechen, sollten sie interessiert sein. Letzten Donnerstag sagte Brendan Rodgers allerdings noch: «Ich bin Trainer von Leicester. Ich bin stolz, hier zu sein, ich bin privilegiert, hier zu sein, und ich bin voll engagiert.»

Leicester's manager Brendan Rodgers applauds the supporters after winning an English Premier League soccer match against Brentford at Brentford Community Stadium in London, Sunday, Oct. 24, 2021. Leicester defeated Brentford 2-1. (AP Photo/Steve Luciano)
Brendan Rodgers führte Leicester City letztes Jahr auf Rang 5. 
Bild: Keystone

Michael Carrick

Als Assistenzcoach wird er die Mannschaft übernehmen, bis Solskjaers Nachfolger feststeht. Doch was, wenn Carrick das Team am Mittwoch in der Champions League bei Villarreal zum Sieg führt und am Wochenende auch noch das Top-Spiel auswärts gegen Chelsea gewinnt? Womöglich kriegt der 40-Jährige, der zwischen 2006 und 2018 für United spielte, dann noch etwas länger Zeit, um sich in der Rolle des Cheftrainers zu beweisen. Wir erinnern uns: Solskjaer kam im Dezember 2018 zunächst ebenfalls als Interimstrainer und durfte immerhin fast drei Jahre bleiben.

Wayne Rooney

Noch eine United-Legende, die ein Kandidat sein könnte. Rooney, mit 253 Treffern Rekordtorschütze der Red Devils, steht derzeit bei Derby County in der Championship an der Seitenlinie. Der 36-Jährige ist sicherlich ein Aussenseiter auf den Job, könnte mit seiner Art und der Nähe zu den Spielern das hochtalentierte Team aber durchaus wachrütteln.

Laurent Blanc

Bei den britischen Buchmachern durchaus hoch im Kurs ist Laurent Blanc, der seine Aktivkarriere einst bei Manchester United beendete. Der Weltmeister von 1998 bringt auch die Erfahrung als Trainer von grossen Spielern mit. Von 2010 bis 2012 coachte er die französische Nationalmannschaft und zwischen 2013 und 2016 das Starensemble von PSG. Aktuell steht Blanc beim Katar-Klub Al-Rayyan SC unter Vertrag.

Jogi Löw

Einer, der auf Angebote wartet, ist Joachim Löw. Deutschlands Weltmeister-Trainer von 2014 sagte vor seinem Abschied als DFB-Coach im Sommer, dass «meine Trainerlaufbahn nicht vorbei sein wird. Denn ich liebe die tägliche Arbeit auf dem Platz und das individuelle Training mit den Spielern». Ob Löw der richtige Mann für den United-Job ist? Dass er mit grossen Talenten gut umgehen kann, hat der Deutsche jedenfalls bewiesen.