Rosset mahnt trotz Verlegung: «Man fragt sich, ob Federer wirklich anreisen soll»

lbe

17.12.2020

Former tennis player and Olympic gold medalist Marc Rosset, Sport director of Geneva Open, listens the presentation of Geneva Open 2018 tournament, during a press conference, in Geneva, Switzerland, Monday, March 5, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)
Marc Rosset (links) ist überzeugt, dass Roger Federer einst auf den Platz zurückkehren wird.
Bild: Keystone

Die Verschiebung der Australian Open in den Februar verschafft Roger Federer noch mehr Zeit, um an seinem Comeback zu feilen. Dennoch stellt Marc Rosset eine mögliche Teilnahme am ersten Grand Slam des Jahres infrage.

Die Corona-Pandemie hinterlässt auch in der neuen Tennissaison bereits Spuren und sorgt für einige Änderungen im Kalender – zumindest für das erste Quartal 2021. Wie die ATP am Donnerstag bekannt gibt, erfolgt der Start in die Saison aufgrund der strikten Einreiserestriktionen nicht in Australien. Die ersten Turniere gehen stattdessen in Delray Beach, Florida und in Antalya über die Bühne. Und die Qualifikation für die diesjährigen Australian Open wird ab dem 10. Januar in Doha ausgetragen.



Zudem wird das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres um drei Wochen verschoben und beginnt neu erst am 8. Februar – womit genau das eintrifft, was sich Roger Federer erhoffte. «Das würde mir helfen, denn dann hätte ich etwas mehr Zeit», sagte der Maestro am Wochenende bei den «Sports Awards».

Nach wie vor kann der 39-Jährige sein rechtes Knie nicht voll belasten und ist im Comeback-Plan in Verzug geraten. Ob die Zeit für Federer nun ausreicht, steht trotz der Verschiebung noch in den Sternen. Denn die Anreise müssen die Tennisstars wegen der in Australien geltenden zweiwöchigen Quarantäne-Pflicht bereits früher antreten.



Ein zu grosses Risiko?

Für Marc Rosset spielt aber nicht nur der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle für Federers Teilnahme Down Under. «Ehrlich gesagt, wenn man die Einschränkungen sieht, die den Spielern auferlegt werden, und die Tatsache, dass es nicht viele Zuschauer haben wird, fragt man sich, ob er die Risiken wirklich eingehen und anreisen soll», sagt er im Gespräch mit RTS. Unter solchen Bedingungen und ohne seine Familie würde es für Federer nicht dasselbe sein, ist der Genfer überzeugt. «Mit 39 hat er vielleicht etwas anderes zu tun, als unter solchen Bedingungen nach Melbourne zu reisen», fügt Rosset an.

Die ehemalige Weltnummer 9 weist darauf hin, dass ein allfälliges Forfait für Australien auch Vorteile mit sich bringen kann. «Wenn Federer mehr Zeit braucht, ist es nicht das Ende der Welt», ist Rosset mit Blick auf Wimbledon und die Olympischen Spiele im Sommer überzeugt. Unabhängig vom Zeitpunkt erwartet er aber eine schwierige Saison: «Mit dem, was er in diesem Jahr erlebt hat, wird für ihn alles sehr kompliziert.» Nichtsdestotrotz ist sich Rosset sicher: «Ich denke weiterhin, dass er auf den Platz zurückkehren wird.»

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