Eltern verklagen Apple

AirPods sollen Ohren von Kind verletzt haben

Von Dirk Jacquemien

19.5.2022

Warnungen über AirPods können sehr laut sein.
Warnungen über AirPods können sehr laut sein.
Getty Images

Amerikanische Eltern haben Apple verklagt, weil ein Alarm der AirPods das Gehör ihres Kindes permanent geschädigt haben soll.

Von Dirk Jacquemien

19.5.2022

Ein über AirPods abgespielter «Amber Alert», mit dem in den USA Polizeimeldungen zu entführten Kindern verbreitet werden, soll dafür verantwortlich sein, dass ein 12-jähriger Junge permanente Gehörschäden erlitt. Das behaupten zumindest seine Eltern, die nun Schadenersatz und Schmerzensgeld von Apple fordern.

Im Mai 2020 habe der Junge auf seinem iPhone und mit den verbundenen AirPods Netflix geschaut, heisst es in der Klage. Plötzlich sei der Alarmton des Amber Alert mit dramatisch höherer Lautstärke als die zuvor angeschauten Netflix-Inhalte ertönt. Dadurch sei im rechten Ohr das Trommelfell geplatzt und die Hörschnecke des Teenagers beschädigt worden. Der Junge müsse nun für den Rest seines Lebens ein Hörgerät tragen.

Problem seit Jahren bekannt

Amber Alerts werden absichtlich mit einer höheren Lautstärke abgespielt, damit sie von Nutzer*innen garantiert bemerkt werden. Sie lassen sich in den iOS-Einstellungen abstellen, standardmässig sind sie allerdings aktiviert. Dabei wird offenbar keine Unterscheidung gemacht, ob der Ton gerade durch die Lautsprecher des iPhones oder über externe Geräte wie Kopfhörer ausgegeben wird.

In ihrer Klage führen die Eltern an, dass sich unter anderem in Apples eigenen Foren Nutzer*innen seit Jahren über das Lautstärkeniveau auf AirPods bei Benachrichtigungen beschwert hatten. Ein Nutzer schrieb etwa auf Reddit, dass ihn der Alarmton beim Autofahren so erschreckt hätte, dass er «beinahe Steve Jobs getroffen» habe, den verstorbenen Apple-Gründer.

Das Argument der Eltern ist dementsprechend, dass Apple von diesen «Mängeln» bei den AirPods gewusst, aber fahrlässig nichts unternommen habe. Das Unternehmen hat sich zur Klage noch nicht geäussert.