Das Spiel mit der Nostalgie: Alte Games in neuem Look

Swisscom Magazin / Domagoj Belancic

25.9.2019 - 09:54

«Zelda: Link's Awakening» im Wandel der Zeit.
Bild: Nintendo

Remakes sind nicht nur in der Filmbranche ein Garant für Erfolg. Auch bei Games erfreuen sich Neuauflagen alter Titel grosser Beliebtheit. Aber was macht ein gutes Remake eigentlich aus? Die vier zentralen Punkte, erklärt am Beispiel von The Legend of Zelda: Link’s Awakening.

Die gute alte Zeit. Damals, als man unbeschwert nach der Schule eine Runde Mario Kart mit den Freunden auf der Nintendo 64 spielen konnte. Oder auf der Fahrt in den Urlaub auf der Rücksitzbank stundenlang The Legend of Zelda spielen durfte. Genau diese Game-Klassiker und Fan-Favoriten aus den Neunzigern und Zweitausendern werden zurzeit reihenweise neu entwickelt und auf aktuellen Konsolen, Handys und PCs veröffentlicht. Crash Bandicoot, Resident Evil 2 und Pokémon Let’s Go sind ein paar weitere Beispiele aus der gegenwärtigen Remake-Welle.

Der Erfolg dieser Software-Neuauflagen verwundert nicht: Schliesslich sind die Gamer, die in den Neunzigern und Zweitausendern aufgewachsen sind, mittlerweile zwischen 20 und 30 Jahre alt und sehnen sich nach Games aus der „guten alten Zeit“. NostalAber mit Nostalgie alleine ist der Erfolg von Game Remakes nicht zu erklären. Viele Remakes sind nicht nur nostalgische Publikumslieblinge, sondern werden vom Fachpublikum in den Himmel gelobt und müssen sich qualitätstechnisch auch hinter den besten und aufwändigsten Neuerscheinungen nicht verstecken.gie sells.

Mit The Legend of Zelda: Link’s Awakening hat Nintendo unlängst ein Remake eines mittlerweile 26 Jahre alten GameBoy Spiels für die Nintendo Switch veröffentlicht. Anhand dieser Remake-Perle zeigen wir vier wesentliche Erfolgs- und Qualitätsfaktoren auf, die jedes gute Remake erfüllen sollte.

Grafik-Update

In einem guten Remake wird die Grafik von Grund auf neu entwickelt und an die technischen Möglichkeiten der Gegenwart angepasst. Nur so kann sichergestellt werden, dass auch jüngere Gamer, die keine Berührungspunkte mit dem Original haben, zu neuen Fans werden.

Die Originalversion von Link’s Awakening war aufgrund der technischen Limitationen des GameBoys grafisch sehr simpel gehalten. Kleine Sprites, simple Animationen und eine fast monochrome Farbpalette sorgten im Original für den klassischen „GameBoy Look“.

Das Link’s Awakening Remake wurde grafisch komplett überarbeitet: Der visuelle Stil des Originaltitels wird auf eine sehr niedliche Art und Weise neu präsentiert. Der Spieler taucht so in eine süsse 3D-Miniaturwelt mit knuffigen Figuren, liebevollen Animationen und knallbunten Umgebungen ein. Die einladende grafische Präsentation spricht auch jüngere Gamer an und lässt sie diesen zeitlosen Klassiker in modernem Look erleben.

Links: Das Original auf dem GameBoy mit einer Auflösung von 160 x 144 Pixeln. Rechts: Das Remake auf der Nintendo Switch in Full HD.
Bild: Nintendo

Sound-Update

Ältere Games sind meist nicht nur grafisch, sondern auch soundtechnisch beschränkt. Komprimierte Musikstücke, fehlende oder schlechte Synchronsprecher und simple Soundeffekte sind heute einfach nicht mehr zeitgemäss.

Auch in der Originalversion von Link’s Awakening wurde das Sounddesign aufgrund des beschränkten GameBoy Soundchips entsprechend simpel gehalten.

Das Remake baut auf dem Retro-Pieps-Soundtrack des Originals auf und interpretiert die zahlreichen Musikstücke neu. Der Charme des Originals geht dabei zum Glück nicht verloren.

Quality of Life und verbesserte Steuerung

Unter Quality of Life werden im Games-Jargon alle Aspekte eines Spiels zusammengefasst, die dafür sorgen, dass der Spieler ein möglichst reibungsloses und intuitives Erlebnis hat. Zwar sind Quality of Life Aspekte oft nicht so greifbar wie Grafik und Sound, aber sie sind mindestens genauso wichtig. Niemand will sich in einem Spiel durch unendlich lange und unübersichtliche Menüs kämpfen oder sich mit einer mühsamen Steuerung herumschlagen.

Selbst die zeitlosesten Klassiker leiden oft unter zahlreichen Quality of Life Problemen – so auch Link’s Awakening auf dem GameBoy. Beispiel gefällig? Im Spiel gibt es eine grosse Anzahl an Gegenständen, die der Spieler in diversen Rätseln und Kämpfen schnell hintereinander einsetzen muss. Der Spieler kann aber immer nur maximal zwei Gegenstände schnell griffbereit haben, weil der GameBoy nur zwei Tasten hat. Soll ein dritter Gegenstand eingesetzt werden, muss zuerst das Menü geöffnet, der neue Gegenstand auf einen der beiden Knöpfe programmiert und das Menü wieder geschlossen werden.

Das Remake auf der Nintendo Switch hat dieses Problem (und viele weitere Unannehmlichkeiten aus dem Original) mit den sechs zusätzlichen Knöpfen auf dem Gamepad komplett eliminiert. Auch absolute Neulinge sollten keine Probleme mit der intuitiven Bedienung haben.

Neue Inhalte

Alteingesessene Fans freuen sich, wenn sie in Remakes ihrer Lieblingsspiele neue Inhalte entdecken. Neue Quests, neue Items, neue Musik, neue Zwischensequenzen. Zusätzliche Inhalte sind oft „das Pünktchen auf dem i“, der kleine Bonus, der das sowieso schon gelungene neue Spielerlebnis des Klassikers abrundet.

Auch in Link’s Awakening gibt es einige neue Inhalte zu finden. Neben neuen Gegenständen und spannenden Geheimnissen gibt es auch einen neuen Spielmodus, in dem der Spieler seine eigenen Levels zusammenbasteln kann.

Der neue Level-Editor in Link’s Awakening auf der Switch.
Bild: Nintendo

Fazit

Erfüllt ein Remake alle oben aufgeführten Punkte, erleichtert es sowohl alteingesessenen als auch zukünftigen Fans den Zugang zum Spiel. Die alten Fans können ihr Lieblingsspiel nochmal neu erleben und neue Fans können einen zeitlosen Klassiker ohne die mühsamen und veralteten Limitationen des Originals erleben.

Dieser Artikel stammt aus dem «Swisscom Magazin», wo man auch weitere Geschichten rund um das Thema Digitalisierung findet.

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