Sparx Esports: Der neue Stern am Schweizer E-Sport-Himmel?

Martin Abgottspon

21.8.2020 - 09:34

Nico «Schoebi» Hess ist der Captain des Schweizer «CS:GO»-Teams von Sparx Esports.
Bild: Sparx Esports

Mit Pauken und Trompeten hat sich Sparx Esports für die Swisscom Hero League qualifiziert. Doch das soll erst der Anfang von etwas ganz Grossem gewesen sein.

Diskussionslos setzte sich Sparx Esports vor wenigen Wochen bei der Qualifikation für die neue Season der Swisscom Hero League durch. Das «CS:GO»-Team rund um Captain Nico «Schoebi» Hess kam dabei kaum ins Schwitzen, auch wenn sich der 21-Jährige vor dem Start der Gruppenphase bescheiden gibt: «Vielleicht hatten wir beim Draw etwas Glück mit den Gegnern, aber bei den eindeutigen Resultaten haben wir die Qualifikation sicher verdient.»



Alles andere als eine Qualifikation wäre für das neu formierte Team schlicht eine Enttäuschung und auch eine grosse Überraschung gewesen. Schliesslich gehören «Schoebi» sowie seine Kollegen «Rconn», «Ana-S_CI», «Magix» und «Dudi» alle zu den 40 besten «CS:GO»-Spieler des Landes. In dieser Konstellation treten die E-Sportler aber noch gar nicht so lange auf. Erst dieses Frühjahr formierte sich das neue Team und fand mit Sparx Esports auch ziemlich schnell eine Organisation, die sie bei ihren Zielen unterstützt.

Diese sind alles andere als bescheiden. In der Swisscom Hero League will das Team in den Final einziehen und in der Swiss Esports League (SESL) strebt es eine Top-Positionierung an. Dass diese Ambitionen durchaus berechtigt sind, haben die Spieler mit ihrem Sieg beim Event in Burgdorf im Februar bereits eindeutig unter Beweis gestellt.

Gemeinsam ist man stärker

Ein Selbstläufer wird das Unterfangen dennoch nicht, weshalb «Schoebi» und seine Kollegen ihren Fokus komplett auf intensive Trainingseinheiten ausgerichtet haben. Das bedeutet für den Elektriker, dass er nach einem harten Tag auf der Baustelle am Abend nach Hause kommt und mit dem Training weitermacht. Neun Stunden wöchentlich sind das im Minimum, die im Endeffekt aber den entscheidenden Unterschied ausmachen sollen. «Wir entwickeln durch das Training eine Art stille Kommunikation untereinander. Selbst wenn wir dann individuell dem einen oder anderen Team vielleicht unterlegen wären, machen wir das mit unserer Strategie und dem Teamplay wieder wett.»  

Für solche Aussagen ist Sparx Esports vor Kurzem in der Schweizer Szene noch belächelt worden. «Es gab viel Gerede und auch Missgunst in anderen Teams, was ich eigentlich sehr schade finde», so «Schoebi». Denn dieses Verhalten sei auch ein Grund, warum sich die Schweizer E-Sport-Szene nicht besser entwickle und man mittlerweile auch von anderen Nationen wie Österreich abgehängt würde. «Wenn wir hier mehr zusammenspannen würden, könnten wir viel mehr erreichen und den E-Sport gemeinsam populärer machen.»

So geht es in der Swisscom Hero League in den nächsten Wochen weiter.
Bild: Swisscom

Die grosse Vison von Home of Esports

An dieser Stelle kommt Home of Esports ins Spiel. Das Unternehmen, das hinter Sparx Esports steht und nebst dem Ausbau der mittlerweile acht Teams noch einige weitere Geschäftsfelder beackert, die darauf einzahlen, den E-Sport in der Schweiz zu fördern. Dafür will das Unternehmen beispielsweise in den nächsten Jahren zwölf E-Sport-Standorte in der Schweiz eröffnen, wo sich begeisterte Gamer zum gemeinsamen Spielen treffen, eine VR-Brille ausprobieren können oder sich in einen Renn-Simulator setzen.

«Man kann sich das vielleicht wie den Besuch eines Mini-Vergnügungsparks vorstellen», erklärt Mitgründer und Mitglied der Geschäftsleitung von Home of Esports, Yonghan Lee. «Und natürlich wollen wir damit das Thema E-Sport auch in der breiten Gesellschaft weiter etablieren.» Dafür setzt man auch auf bekannte Gesichter. Erst kürzlich konnte die Organisation Sébastien Buemi als Markenbotschafter gewinnen.

Yonghan Lee hat mit Home of Esports und Sparx Esports in den nächsten Jahren Grosses vor.
Bild: Home of Esports

Namhafte Influencer und Investitionen in Millionenhöhe: Man merkt, wie ernst es Home of Esports mit ihren Bestrebungen ist. Doch kann diese Rechnung in einem so kleinen Markt wie der Schweiz wirklich aufgehen? «Wir haben eine grosse Vision, aber ich bin davon überzeugt, dass die Schweiz in diesem Bereich noch enormes Potenzial aufweist, das wir jetzt nutzen wollen», so Lee.

Mit jedem erfolgreichen Schritt würde dabei auch die Professionalisierung in der Schweiz ein Stück näher rücken und den Traum so vieler E-Sportler etwas lebendiger werden lassen. Auch «Schoebi» würde nur zu gerne eines Tages sein Hobby zum Beruf machen, selbst wenn es nur Teilzeit wäre. Dafür ist er aber nicht nur auf erfolgreiche Geschäfte der Dach-Organisation angewiesen, sondern ist seines eigenen Glückes Schmied. Denn ab dieser Saison können sich die Gewinner in der Swisscom Hero League auch erstmals für die grossen internationalen Turniere der ESL qualifizieren, wo es um Preisgelder im Millionenbereich geht. «Schoebi»: «Es hat zwar noch nie ein Schweizer Team auf einer solchen Bühne gegeben. Aber alles hat ein erstes Mal.»

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