Die Hero League öffnet die internationalen Tore für E-Sportler

Redaktion

27.7.2020 - 09:32

Das ESL One in Köln gehört zu den grössten E-Sport-Events der Welt.
Bild: ESL

Schon nächste Woche startet die Swisscom Hero League in die vierte Season. Neu können sich die besten E-Sportler dabei für die ganz grossen Turniere qualifizieren. Projektleiterin Nadine Jaberg im Interview.

Am 8. August startet die Swisscom Hero League powered by ESL mit vielen Neuerungen in die vierte Season: So können sich wieder Schweizer Gamer und Gamerinnen für die Profiliga und die besten in «CS:GO» sogar für die internationalen Masters Championchips qualifizieren.

Los geht es mit Qualifikationsturnieren, für die sich jeder anmelden kann. Danach geht es weiter mit der Regular Season, den Playoffs und schliesslich den Finals, die in einer Hybrid-Version während dem Herofest stattfindet. Projektleiterin Nadine Jaberg gibt einen Ausblick auf die bisher grösste und attraktivste Season für E-Sportler.

Das Herofest

Das Herofest findet dieses Jahr vom 9. bis 11. Oktober statt. Weitere Informationen findet man direkt auf der Webseite der Veranstalter.

Nadine Jaberg, die Swisscom Hero League feiert im Oktober ihr zweijähriges Bestehen. Welche Zwischenbilanz ziehst du?

Die Branche und Community sind dynamisch. Neue Spiele, neue Ligen, neue Teams oder Teamkonstellationen entstehen und bewegen die Branche. Man muss agil bleiben und sich stets hinterfragen. Der Austausch mit der Community ist wichtig, ansonsten laufen wir Gefahr den Nerv der Zeit zu verpassen. Es war in meinen Augen richtig, «CS:GO» in unsere Liga aufzunehmen, um auch dieses Game-Genre abzudecken und um internationalen Anschluss zu finden. Des Weiteren haben wir gesehen, dass die «Go4 Cups», die für alle offen sind, grundsätzlich gut ankamen, aber die Teilnehmerzahlen sanken. Folglich haben wir neue Formate und Games ausprobiert und einen «Fortnite»-Cup sowie einen «Fifa»-Cup mit einem kleinen Preisgeld initiiert. Mit vollem Erfolg, die Feedbacks waren ausgesprochen gut. Deshalb werden wir auch künftig auf solche kurzfristigen Formate setzen.

Nadine Jaberg ist Projektleiterin E-Sport bei der Swisscom.
Bild: Swisscom

Du bist zufrieden, siehst aber Entwicklungspotenzial? In welche Richtung steuert ihr?

Die Swisscom Hero League ist eine Plattform für Gaming-begeisterte Menschen und soll ein Sprungbrett für E-Sportler oder E-Sportlerinnen sein. Wir wollen den E-Sport in der Schweiz fördern. Das ist unsere Ambition und daran halten wir fest. Das braucht es in der Schweiz. E-Sport ist international gesehen, am Wachsen. Auch in der Schweiz, aber etwas langsamer als angenommen. Viele Unternehmen halten sich noch zurück mit Engagements und Sponsorings. Das ist schade für die Teams. Umso wichtiger, dass wir der Community eine Plattform bieten, um sich zu entwickeln. Wir glauben daran, dass E-Sport langfristig zu einem Breitensport wird.

Was bedeutet das konkret für die nächste Season? Was für Änderungen stehen an?

Aufgrund diverser Wechsel von Teams und Spielern in der Liga sowie Vorgaben seitens Publisher haben wir beschlossen, die Qualifikation für alle nochmals zu öffnen. Das heisst, jeder hat die Chance einen der Profi-Plätze zu ergattern, wenn sie oder er beziehungsweise das Team in den Qualifikationsrunden genug Siege und Punkte sammelt. Am 8. August starten wir mit je acht Spielern bei «Clash Royale» und je acht Teams bei «CS:GO» und «League of Legends» in die vierte Season der Swisscom Hero League.  An dem Gesamtpreispool von 18'000 Franken halten wir fest

Zur Anmeldung
Ab sofort können sich alle begeisterten Gamer und Gamerinnen anmelden und für die Swisscom Hero League Profiliga qualifizieren. Hier gehts zur Anmeldung

Ab sofort können sich alle begeisterten Gamer und Gamerinnen anmelden und für die Swisscom Hero League Profiliga qualifizieren.  Hier gehts zur Anmeldung

Du hast im Kontext von «CS:GO» von der internationalen Bühne gesprochen, inwiefern stellt ihr da die Verbindung her?

Es gibt zwei Mega-Events, die kein Fan und Profispieler im Kontext von «CS:GO» verpassen möchte: Die ESL ONE in Köln, die von unserem Partner organisiert wird und die Intel Extreme Masters (IEM) in Katowice. Bisher war es für Schweizer Teams kaum möglich, sich dafür zu qualifizieren. Das ändert sich nun mit der kommenden Swisscom Hero League Season. Unser nationaler Champion wird an Qualifikationen für beide Turniere teilnehmen können.

Der Zeitplan für die einzelnen Spiele.
Bild: ESL

Wow, das bedeutet wir sehen vielleicht an der ESL ONE oder den IEM in Katowice ein Schweizer Team?

Natürlich ist die Konkurrenz gross, aber ja, das würden wir uns wünschen. Wie gesagt, wollen wir den Spielerinnen und Spielern ein Sprungbrett für die internationale Bühne bieten.

Das waren die News zur Profiliga. Gerne würde ich mit dir noch über die Cups sprechen. Die sind ja im Grunde für alle offen. Was plant ihr hier?

Kürzere Cups, dafür wollen wir auch andere Spiele aufnehmen – jeweils temporär. Wir stellten fest, dass die wöchentliche Frequenz der Spiele zu hoch war. Die Teilnehmerzahlen sanken. Folglich haben wir in den letzten Wochen spontan zusammen mit ESL und MyInsanity (MYI) die Swisscom Gaming Cups ins Leben gerufen: Einen mit «Fortnite» und einen mit «FIFA». Die Begeisterung und Teilnahme waren riesig. Echt fantastisch. Allein bei «Fortnite» zählten wir 4’500 Teilnehmer , 21’500 Fans folgten den Live-Streams.  Wir werden in Zukunft sicher mehr solcher Cups initiieren. Nebst der Fortsetzung in «Fortnite» und «FIFA» ist im Herbst zusätzlich ein weiterer mit dem neuen Game «Valorant» geplant. Mit anderen und neuen Spielen sprechen wir natürlich auch wieder neue Game-Begeisterte an und genau das wollen wir. Wir probieren immer wieder Neues aus und sind offen für Kritik. Das ist meines Erachtens auch der einzig richtige Weg, besser zu werden.

Eine letzte Frage: Werdet ihr am Herofest die Grand Finals vor Ort zelebrieren oder wie im Mai die Finalspiele nur online durchführen?

Das Herofest 2020 wird als Hybrid-Festival mit Swisscom als Presenting Partner durchgeführt. Die Grand Finals der Hero League sind Bestandteil des Festivals und werden am 10./11. Oktober in den Hallen der BernExpo ausgetragen. Ob und wieviele Zuschauer live vor Ort sein können, ist aufgrund der Umstände schwer planbar. Das Herofest wird insgesamt während neun Tagen spannende Inhalte und Aktivitäten online produzieren und übertragen, wie das auch die Gamescom in Köln machen wird. Das ist eben der Vorteil an E-Sport: Man kann trotz der schwierigen Umstände Meisterschaften durchführen. Virtuell und digital. Wer weiss, vielleicht verleiht die ganze Corona-Krise dem E-Sport auch zusätzlichen Schwung.

Die besten Bilder vom Herofest 2019

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