Musiker, die auf der Leinwand überzeugen – oder eben nicht

Von Fabian Tschamper

22.6.2019

Musiker können zwar singen, aber wie gut stellen sie sich an in Filmen?
Keystone/Lionsgate

Immer wieder finden Musikerinnen und Musiker den Weg ins Filmbusiness, aber nicht immer ist das eine so gute Idee. Es findet sich alles: von herausragend bis hin zu grottenschlecht.

Die  Verlockung ist gross, es als Sängerin oder Sänger auch in einem verwandten Metier zu versuchen – und dort den Durchbruch zu schaffen. Pionierin war 1987 die Sängerin Cher im Film «Moonstruck», für jenen sie mit einem Oscar in der Kategorie beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Es folgten viele Rollen für viele Musiker. «Bluewin» hat die besten und schlechtesten herausgepickt.

Lady Gaga in «A Star Is Born»

Über Lady Gagas Performance muss geredet werden – speziell nach den diesjährigen Oscars. Sicher, der Film ist musikalischer Natur, die Künstlerin überzeugte an der Seite von Bradley Cooper aber auch in den Spielszenen abseits davon. Sie brachte viel Emotion und Herzblut in die Rolle, die Geschichte ihres Charakters ist ihrer wahren Lebensgeschichte nicht allzu fern: Ally ist eine talentierte Songschreiberin und Sängerin, allerdings hält sie sich nicht für attraktiv genug, bis sie Coopers Charakter Jackson Maine vom Gegenteil überzeugt.

Lady Gaga konnte zusammen mit Bradley Cooper gar den Oscar für den besten Song einheimsen: «Shallow».
Keystone

Rihanna in «Ocean's 8»

Bei Weitem nicht so grosse Wellen wie «A Star Is Born» hat jener Film über die raubenden Schönheiten geschlagen – noch weniger Rihannas Darstellung der jungen Hackerin. Ihre Leistung in diesem unterirdischen Film war aber solide und könnte ihr weitere grössere Rollen in Hollywood-Blockbustern bescheren. Sie werden hoffentlich ein besseres Drehbuch als die weibliche Version der «Ocean's»-Filme haben.

Auch Emily Blunt (links) und Sandra Bullock (mitte) konnten den Quoten nicht helfen – Rihanna überzeugte in ihrer Rolle trotzdem.
Keystone

Mariah Carey in «Glitter» und «Precious»

Die Schnulzensängerin hatte ihren ersten nennenswerten Auftritt als Schauspielerin im Film «Glitter» 2001. In jenem romantischen Streifen sind ihre steife Miene und die leblosen Augen nur schwer auszuhalten – ganz zu schweigen von der Monotonie, mit der sie ihre Zeilen ablieferte. Ein Film, den man getrost für immer vergessen kann? Dieser! 

Acht Jahre nach jenem Desaster folgte Careys persönliche Katharsis: Im Drama «Precious» mimte sie die herzensgute Sozialarbeiterin Miss Weiss. Darin geht es um eine übergewichtige Analphabetin aus dem Ghetto, die im Teenageralter schon zum zweiten Mal schwanger ist. Careys Charakter versucht, das titelgebende Mädchen wieder auf den richtigen Weg zu leiten. Die Sängerin scheint all das Verbockte in «Glitter» wieder gutmachen zu wollen – und brilliert.

Beinahe unkenntlich ohne Make-up: Mariah Carey überzeugt als Sozialarbeiterin in «Precious».
Lionsgate

Harry Styles in «Dunkirk»

Die wohl grösste Überraschung der letzten paar Jahre ist das Ex-Mitglied der Band One Direction, Harry Styles. Der Brite wurde für das Weltkriegsdrama «Dunkirk» von Christopher Nolan besetzt. Kritiker wie auch Filmfans staunten nicht schlecht ob der Leistung des jungen Musikers. Der starke Auftritt im Casting war es, die den Regisseur dazu brachte, Styles anzuheuern. «Beim Vorsprechen sah ich einen sehr charismatischen jungen Mann, der einen Charakter authentisch und subtil zum Leben erwecken kann», sagte Nolan «Entertainment Weekly».

Harry Styles (links) überraschte nicht nur Kritiker, sondern auch seinen Regisseur Christopher Nolan.
Keystone
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