Spanischer König Felipe ächtet seinen Vater Juan Carlos

SDA/tjb

15.3.2020 - 23:01

Der spanische König Felipe VI. (links) zusammen mit seinem Vater und Vorgänger Juan Carlos im Jahr 2018 – nun hat der Sohn dem Vater alle Beiträge gestrichen.
Bild: afp

Ein neuer Skandal erschüttert das spanische Königshaus. Regent Felipe VI. hat angekündigt, das Erbe seines Vaters dereinst auszuschlagen. Grund sind Gelder zweifelhafter Herkunft, die auf Schweizer Konten liegen.

Der spanische König Felipe VI. hat nach einem neuen Skandal um seinen Vater Juan Carlos drastische Massnahmen ergriffen. Der Monarch werde auf das Erbe, das ihm später zustehen würde, verzichten, teilte das Königshaus überraschend am Sonntagabend mit. Zudem werden Juan Carlos, der vor sechs Jahren zugunsten seine Sohnes abgedankt hatte, der Lohn gestrichen, so die Casa Real.

Die Spur führt in die Schweiz

Der 82-jährige Altkönig hatte zuletzt immerhin rund 194'000 Euro jährlich aus der Haushaltskasse der Bourbonen bekommen. «Felipe bricht die Verbindungen zu seinem Vater ab», schrieb die Zeitung «El Mundo».

Hintergrund sind Justizermittlungen gegen den früheren Monarchen: Juan Carlos soll demnach ein millionenschweres Schmiergeld kassiert haben. Es geht um Konten in der Schweiz, eine Überweisung von 100 Millionen Euro des saudischen Königs im Jahr 2008 und die Frage, ob der Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium dadurch begünstigt wurde. Im Jahr 2014 hatte Carlos nach einer umstrittenen Elefantenjagd, mutmasslichen Seitensprüngen und anderen Skandalen den Thron aufgegeben.

Felipe distanziert sich

Einem Bericht der britischen Zeitung «The Telegraph» zufolge soll Felipe dabei als zweiter Begünstigter einer Offshore-Stiftung auftauchen. Davon distanziert sich das Königshaus nun deutlich. König Felipe habe davon nichts gewusst, hiess es.

«Die Krone muss die Würde der Institution gewährleisten, ihr Ansehen bewahren und ein integres, ehrliches und transparentes Verhalten haben», hiess es aus dem Zarzuela-Palast. «Denn nur so verdient sie sich die moralische Autorität, die sie für die Ausübung ihrer Funktionen benötigt.»

Kennen Sie diese Monarchen?

Zurück zur Startseite