Willem-Alexander fliegt Màxima gleich selbst durch die Welt

Von Carlotta Henggeler

6.7.2021

Er ist der Ruhige unter den europäischen Royals: König Willem-Alexander der Niederlande. Mit seiner Màxima ist er gestern in Berlin zum Besuch gelandet. Die Linienmaschine flog er gleich selbst.

Von Carlotta Henggeler

6.7.2021

Stell dir vor, du steigst in deine Ferienmaschine ein – und an Bord begrüsst dich ein rothaariges Besatzungsmitglied, heisst dich willkommen. Auf seinem Namenstäfeli steht Willem-Alexander, 54. Er strahlt, geht ins Cockpit. 

Seit Jahren fliegt der niederländische Monarch Linienflugzeuge der KLM. Und praktisch keiner erkennt ihn. In Uniform, an einem völlig unerwarteten Ort. Ein Prinz getarnt als Captain, incognito quasi. «Der Vorteil ist, dass ich die Passagiere immer im Namen des Captains und der Mannschaft willkommen heissen kann. Dann muss ich meinen eigenen Namen nicht sagen», sagt er in einem Interview mit «De Telegraaf».

Fliegen ist die Leidenschaft von Willem-Alexander Claus George Ferdinand, Prinz von Oranien-Nassau, der seit April 2013 König der Niederlande ist. 

Um seinen Pilotenschein behalten zu können, muss er 150 Flugstunden pro Jahr vorweisen können. Deshalb sitzt er jeweils als Gastpilot in einem Cockpit der niederländischen Fluggesellschaft KLM. Dort spielt der gelernte Luftwaffen-Pilot aber nur die zweite Geige. Die End-Verantwortung hat der erste Kapitän. 

Ein König über den Wolken

Eine praktische Leidenschaft. So hat Willem-Alexander sich diese Woche samt Gattin Màxima, 50, gleich selbst zum Staatsbesuch nach Berlin geflogen. Dort verbringen die holländischen Royals drei Tage, besuchen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender im Schloss Bellevue. Oder halten bei Angela Merkel. 

Willem-Alexander ist nur einer von vielen Promis, dem es über den Wolken am Schaltknüppel eines Flugszeugs gefällt. 

Auch Bruce Dickinson, Sänger der Heavy-Metal-Band Iron Maiden, fliegt seine Band-Kumpels per Boeing um die Welt. Er hat vor fast 30 Jahren die Pilotenlizenz erworben, um sich so sein Geld zu verdienen. 

Actionstar Tom Cruise ist seit «Top Gun» ganz vernarrt in die Fliegerei und hat den Schein dazu ebenfalls. Gleich vier Maschinen stehen in seinem Hangar, sogar ein historischer Doppeldecker mit Propellerantrieb.

Doch nicht jeder ist ein geborener Captain wie Willem-Alexander. Obwohl  «Indiana Jones»-Darsteller Harrison Ford als versierter Pilot gilt, crashte er 2017 bei einem Landeanflug auf den John Wayne Airport in Orange County seinen Flieger. Der damals 74-Jährige verwechselte eine Rollbahn mit der Landebahn und flog dabei über eine Boeing 737 mit 116 Insassen hinweg. Der Vorfall wurde amtlich untersucht. Glück im Unglück für den Leinwandhelden, niemand kam zu Schaden. 

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «blue News» die Kolumne am Mittag – sie dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.