«Donnschtig-Jass»: Bschiss-Vorwurf beim Duell der Dampfplauderis

von Lukas Rüttimann

6.7.2018

Bernard Thurnheer war Gast bei Roman Kilchspergers «Donnschtig-Jass». Dabei wurde so viel geredet, dass am Ende ein Betrugs-Vorwurf im Raum stehen blieb.

Woran merkt man beim Schweizer Fernsehen, dass Sommerzeit ist? Zum einen sicher daran, dass Roman Kilchsperger mit seiner Jass-Sendung im Regen steht. So wie gestern, als es im aargauischen Klingnau pünktlich zum Startschuss der diesjährigen «Donnschtig-Jass»-Reihe wie aus Kübeln zu schütten begann.

Der eigentlich witzige Auftakt mit Kilchsperger und Co-Moderator Reto Scherrer als Abba-Boys Björn und Benny (mitsamt passenden Trompetenhosen und Langhaarperücken) fiel dadurch leider etwas ins Wasser. Doch die Stimmung wollten sich weder die Moderatoren noch die Zuschauer vermiesen lassen. Zumal mit Bernard Thurnheer ein allseits beliebter Muntermacher als Stargast gute Laune versprach.

Beni überall

Als «Legende im Ruhestand» wurde das einstige SRF-Aushängeschild denn auch angekündet. Doch von letzterem spürt man derzeit wenig: Erst am Dienstag war Thurnheer im SRF-«Club» zum Thema Doppeladler zu sehen; dazu hört man den Winterthurer nach wie vor regelmässig bei Zusammenfassungen von Sportereignissen.

Er tue nur noch, was er gern mache, erklärte der TV-Pensionär. Das Problem sei bloss, dass «ich zu viel gern mache». Dennoch riet Thurnheer den Zuschauern, sich besser früher als später Gedanken über den Ruhestand zu machen – statt «dauernd aufs Handy zu schauen und Nachrichten über den Bachelor zu lesen».

Munteres Miteinander

Schon nach diesen ersten Minuten aus Klingnau wurde klar: Diese Sendung würde eine kurzweilige Sache werden. Mit den beiden erfahrenen Dampfplauderern Kilchsperger und Thurnheer, die sich gegenseitig auch gern mal ein wenig hochnehmen, war dieser «Donnschtig-Jass»-Auftakt quasi ein Selbstläufer.

Tatsächlich tröstete das muntere Miteinander der beiden Show-Profis darüber hinweg, dass diesmal kein grosser nationaler oder gar internationaler Musik-Act auftrat. Dafür gabs beim traditionellen Hau' den Lukas um den Jasstrumpf einen neuen «Einstein» – und einen neuen Live-Feed, mit dem Publikumsreaktionen direkt auf den Bildschirm projiziert werden. Eine hübsche Idee, obwohl der Channel orthographisch nicht ganz korrekt, aber gut sichtbar mit «Feeback» angeschrieben war.

«Bschiss» bei der VIP-Challenge?

Sonst war eigentlich alles wie immer. Am Tisch wurde munter gejasst, Scherrer spielte den Clown – und der VIP-Gast musste eine Challenge bestehen. Dass aber ausgerechnet Ex-Quizmaster Bernard Thurnheer bei den Erinnerungen an seine eigenen TV-Highlights versagte, überraschte dann bestimmt den einen oder anderen Zuschauer.

Für noch mehr Aufregung sorgte Thurnheer allerdings, als er Kilchspergers Team unterstellte, mit anderen Gästen Absprachen zu treffen. Er habe gehört, dass viele Prominente nur unter der Bedingung zusagen würden, dass sie bei der Challenge gewinnen würden.

Dramatisches Finale

Dieser Bschiss-Vorwurf brachte Kilchsperger kurzzeitig sogar aus dem Konzept. Tatsächlich brauchte es eine denkwürdige Aufholjagd von fast 40 Punkten in der letzten Jassrunde, um einerseits Zweisimmen BE den Sieg im Jassduell zu sichern – und um die Gemüter wieder auf das üblich entspannte Schunkelniveau zu bringen.

Geredet wurde an diesem Abend zweifellos so einiges. An Benis Bschiss-Vorwurf jedoch dürfte man sich noch etwas länger erinnern. Besonders dann, wenn in den nächsten Sendungen die VIP-Gäste ihre Challenges wieder alle gewinnen.

Der «Donnschtig-Jass» live aus Klingnau im Aargau mit Beni Thurnheer als Gast lief am Donnerstag, 5. Juli, um 20.05 Uhr, auf SRF 1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

Beni Thurnheer
Roman Kilchsperger
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