Rennfahrerinnen im Kampf gegen PS-Klischees

tsch

13.6.2019 - 08:53

In der rasanten neuen Vorabend-Doku porträtiert der Kultursender ARTE zwei Rennfahrerinnen, die gängige PS-Klischees Lügen strafen wollen.

Autorennen sind Männersache. Behaupten die Männer. Seit 25 Jahren gab es keine Fahrerin mehr, die in der Königsklasse, der Formel 1, mitbrauste. Die 18-jährige deutsche Rennfahrerin Sophia Flörsch und die 20-jährige Engländerin Esmee Hawkey fordern nun Motorsport-Fans auf, ihre Klischeevorstellungen zu überdenken. Wie rasant und ehrgeizig die beiden ihre Ziele verfolgen, macht schon allein der Titel der neuen ARTE-Dokumentation «Re: Benzin im Blut: Zwei Frauen auf der Überholspur» unmissverständlich klar.

«Frauenbonus» hin oder her

Esmee Hawkey ist eine der Vordenkerinnen der neu gegründeten «Formel W», einer Rennserie, die eigens für Frauen geschaffen wurde. Dort startet sie als eine von 18 Fahrerinnen, die sich miteinander messen wollen, ohne in den üblichen Technikrüstungswettkampf einsteigen zu müssen. Das Besondere an der neuen Liga, die auch von dem einstigen Weltklassefahrer David Coulthard aktiv unterstützt wird: Alle Pilotinnen werden denselben Rennwagen, ein 270 PS starkes Modell, steuern.



Nicht mit am Start wird allerdings Sophia Flörsch sein. Sie hat sich gegen die Formel W entschieden. Die Fahrerin flog Ende 2018 auf der Rennbahn von Macau, eine der gefährlichsten Strecken der Welt, mit ihrem Wagen bei Tempo 270 aus der Kurve. Mühsam hat sie sich gerade erst von schwersten Verletzung erholt. Trotzdem möchte sie es «ohne Frauenbonus» schaffen. Sie zieht es ganz nach oben – in die männerdominierte Formel-1-Welt.

Fokussiert und auf den Punkt gebracht

Es ist die Stärke der vom ZDF produzierten Kurz-Dokumentation, dass sie sich in ihren nur 30 Minuten auf ein Thema konzentriert, das sonst im Schlagzeilengewitter rund um spektakuläre PS-Events oft zu kurz kommt. Es ist die Feier eiserner Disziplin und eines positiven Wettkampfehrgeizes, der nur mit starkem Willen aufrechterhalten werden kann. Trotz des reisserischen Titels mit dem «Benzin im Blut» nimmt der Beitrag sein Thema – und seine beiden beeindruckenden Frauen mit all ihren Zweifeln und Ängsten – sehr ernst.

«Re: Benzin im Blut» läuft am Donnerstag, 13. Juni, um 19.40 Uhr auf Arte. Mit Swisscom Replay TV können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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