Wenn das Zwitschern verstummt

20.3.2019 - 08:18, tsch

Früher verkündeten die einheimischen Vogelarten fröhlich zwitschernd das Herannahen des Frühlings – heute ist es merklich still geworden auf den Feldern und Wiesen der Schweiz. Warum, zeigt nun eine Dokumentation.

Der Winter neigt sich dem Ende zu, der Frühling erwacht – begleitet von fröhlichem Vogelgezwitscher. Was früher Normalität war, ist heute vielerorts zur Seltenheit geworden. Denn die eidgenössischen Vögel kämpfen ums Überleben – nahezu 40 Prozent aller einheimischen Vogelarten sind vom Aussterben bedroht. Wo früher Feldlerche und Kiebitz zwitscherten, dominiert nun die Stille. Der besorgniserregende Rückgang vieler Arten auf mickrige Restbestände ist das zentrale Thema der neuen DOK-Folge mit dem Titel «Das Schweigen der Vögel». Denn auch wenn Fachleute bereits Alarm schlagen – die Massnahmen zur Sicherung der Biodiversität lassen zu wünschen übrig.

«Hier, wo heute das Maisfeld ist, hatten damals vier bis fünf Lerchen ihr Territorium und man konnte sie singen hören», sagt der Hobby-Ornithologe George Gilliéron wehmütig. Wie sich herausstellt, ist der passionierte Vogel-Experte ein Chronist des Niedergangs einer ganzen Tier-Klasse. Die Stille ist es, die ihm am meisten zu schaffen macht. Einer der Hauptgründe für den Artenschwund ist der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. Doch es wäre zu kurz gegriffen, lediglich die Landwirte in die Verantwortung zu ziehen.

Jede Veränderung hilft

Ein jeder kann etwas zum Umwelt- und Naturschutz beitragen, indem er sein eigenes Konsumverhalten hinterfragt: Müssen Obst und Gemüse stets perfekt aussehen? «Ein kleiner Fleck oder eine einzige Macke und die ganze Lieferung wird zurückgesendet», so Peter Schwab, der sich als Gemüselandwirt im Berner Seeland verdingt. Die Dokumentation macht klar: Wer Rücksicht auf die Natur nehmen möchte, muss seine (optischen) Ansprüche beim täglichen Lebensmitteleinkauf drastisch senken.

In der Schweiz zeichnet sich in puncto Biodiversität derzeit ein deprimierendes Bild ab: Gerade im internationalen Vergleich sind die hiesigen Roten Listen bedrohter Tierarten auffallend umfangreich. Aus diesem Grund zeigt SRF1 den Doku-Beitrag «Das Schweigen der Vögel» im Rahmen von «Mission B» – einer Aktion mehrerer Sendeanstalten, die damit ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Biodiversität schaffen wollen.

«Das Schweigen der Vögel» läuft am Mittwoch, 20. März, um 20.50 Uhr auf SRF 1. Mit Swisscom Replay TV können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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