Lockerungen in Frankreich und Italien  – 70 Prozent Corona-Impfrate für Herdenimmunität nötig

Agenturen/red

27.11.2020 - 21:36

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert 24 Stunden bis Freitagmorgen 4312 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung 141 Todesfälle und 209 Spital-Einweisungen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen betrug bei den herkömmlichen Tests 20,7 Prozent und bei den Schnelltests 18,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 670,4 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Getestet wurden in den 14 Berichtstagen 315'838 Personen.

Kantonale Unterschiede

Der Kanton Bern verschärft die Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus weiter: Restaurants müssen ab Montag bereits um 21 Uhr schliessen. Die Zahl der Gäste wird auf 50 Personen begrenzt. Im Tessin beginnt der Anteil positiver Coronavirus-Tests zu sinken, wie Kantonsarzt Giorgio Merlani am Freitag vor den Medien in Bellinzona erklärte. Die Kurve der gemeldeten Neuansteckungen steige zudem nicht mehr an, was Merlani als gutes Zeichen wertete. Im Kanton Jura sollen ab dem 10. Dezember Restaurants und Museen und ab dem 17. Dezember weitere Kulturinstitutionen wieder Gäste empfangen können. Gleichzeitig beantragt die Kantonsregierung einen Kredit von 10 Millionen Franken zur Unterstützung von Unternehmen.

Die Regierung des Kantons Zürich verlängert dagegen die bestehenden Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis Ende Jahr. Neue Massnahmen gibt es im bevölkerungsreichsten Kanton nicht.

Lockerungen in Frankreich und Italien

Wegen deutlich gesunkener Infektionszahlen lockert Frankreich ab Samstag seine strengen Corona-Auflagen: Alle Geschäfte dürfen wieder öffnen. Zudem werden die Ausgangsbeschränkungen für die Bürger gelockert. Restaurants, Bars und Cafés sowie Sport- und Kultureinrichtungen bleiben aber geschlossen.

Nach mehreren Wochen mit strengen Corona-Massnahmen für viele Regionen Italiens hat die Regierung in einigen Gebieten die Regeln gelockert. Die wirtschaftsstarke Lombardei mit der höchsten Bevölkerungszahl werde ab Sonntag von der Roten Zone zur Orangen, veranlasste Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag. Damit wird dort der geltende Teil-Lockdown gelockert und Geschäfte können wieder öffnen. Zur Orangen Zone wechseln demnach auch die Regionen Piemont im Norden und Kalabrien im Süden.

Das Wichtigste in der Übersicht:

  • Das BAG meldet 4312 Neuinfektionen bei 27'266 Tests. Das entspricht einer Positivitätsrate von 15,8 Prozent. 
  • Mit Blick auf die anstehenden Festtage hat das BAG eine Reihe von Verhaltenstipps für die Bevölkerung präsentiert. 
  • Die Regierung des Kantons Zürich verlängert die bestehenden Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis Ende Jahr. Neue Massnahmen gibt es nicht. 
  • Der Kanton Bern verschärft seine Massnahmen nochmals: Für Gastrobetriebe gilt neu eine Sperrstunde um 21 Uhr.
  • Der Bund meldet über 5400 Fälle mit Verdacht auf unrechtmässige Bezüge von Corona-Entschädigungen. Jeder dieser Verdachtsfälle wird nun einzeln geprüft.

22.00 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Freitag

21.35 Uhr: Griechische Regierung setzt Privatkliniken Preislimit für Coronatests

Die griechische Regierung will privaten medizinischen Einrichtungen ein Preislimit für Tests auf das Coronavirus vorschreiben. Der Generalsekretär für Handel und Verbraucherschutz, Panagiotis Stamboulidis, sagte am Freitag, für den Standardtest nach dem PCR-Verfahren sollten von Privatkliniken künftig nicht mehr als 40 und für Antigen-Schnelltests nicht mehr als 10 Euro berechnet werden.

Privatambulanzen und -krankenhäuser verlangen derzeit 70 bis 120 Euro für einen PCR-Test und 40 Euro für Schnelltests. «Die Regierung hat von Anfang an eine absolute Priorität auf den Schutz der öffentlichen Gesundheit und den Zugang der Bürger dazu gesetzt», sagte Stamboulidis auf einer Pressekonferenz zur Corona-Pandemie. Ein Gesetzentwurf zu den Preislimits soll in den nächsten Tagen im Parlament eingebracht werden, kündigte er an.

Griechenland hat bislang mehr als 101’000 Coronavirus-Fälle unter seinen rund 11 Millionen Einwohnern verzeichnet. Mehr als 2100 Menschen starben mit dem Virus.

21.20 Uhr: Belgien lässt alle Läden wieder öffnen

Trotz eines Rückgangs der Corona-Zahlen lockert Belgien seine Pandemieauflagen nur geringfügig. So dürfen ab 1. Dezember alle Läden unter strikten Hygienevorgaben wieder öffnen - statt wie bisher nur Lebensmittelläden und Geschäfte mit unbedingt notwendigen Waren. Dies teilte Ministerpräsident Alexander De Croo mit.

Die allermeisten Auflagen bleiben aber bestehen, voraussichtlich zunächst bis Mitte Januar. Auch über Weihnachten gelten strenge Kontaktbeschränkungen. Das kleine Belgien mit seinen 11,5 Millionen Einwohnern hatte zeitweise pro Kopf die höchsten Corona-Fallzahlen in Europa und verhängte deshalb Anfang November scharfe Auflagen.

20.34 Uhr: Frankreich lockert ab Samstag Corona-Auflagen

Wegen deutlich gesunkener Infektionszahlen lockert Frankreich ab Samstag seine strengen Corona-Auflagen: Alle Geschäfte dürfen wieder öffnen. Zudem werden die Ausgangsbeschränkungen für die Bürger gelockert. Restaurants, Bars und Cafés sowie Sport- und Kultureinrichtungen bleiben aber geschlossen.

Frankreich Präsident Emmanuel Macron hatte die Lockerungen diese Woche angekündigt. Die Ausweitung des Virus sei «gebremst», sagte er. Es seien jedoch weitere Anstrengungen nötig, um eine dritte Welle zu verhindern. Die Zahl der Todesfälle hatte zuvor die Marke von 50’000 überschritten. Mitte Dezember und zu Weihnachten sind weitere Lockerungen in Frankreich geplant.

Ein Barkeeper schaut sich Ende Oktober die Fernsehansprache von Präsident Macron in einem Café in Marseille an. Trotz Lockerungen bleibt die Gastronomie in Frankreich vorerst geschlossen. (Archivbild)
Bild: Christophe Simon/AFP/dpa

19.37 Uhr: Italien lockert Corona-Massnahmen in mehreren Regionen

Nach mehreren Wochen mit strengen Corona-Massnahmen für viele Regionen Italiens hat die Regierung in einigen Gebieten die Regeln gelockert. Die wirtschaftsstarke Lombardei mit der höchsten Bevölkerungszahl werde ab Sonntag von der Roten Zone zur Orangen, veranlasste Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag. Damit wird dort der geltende Teil-Lockdown gelockert und Geschäfte können wieder öffnen. Zur Orangen Zone wechseln demnach auch die Regionen Piemont im Norden und Kalabrien im Süden.

Für die Region an der italienischen Stiefelspitze im Süden wurde zudem Guido Nicolò Longo zum neuen staatlich bestellten Gesundheitskommissar ernannt. Zuvor hatte es auf dem Posten ein reges Wechseln gegeben, als Anfang des Monats innerhalb von zehn Tagen drei Kommissare jeweils entweder zurückgetreten oder nach einem Skandal entlassen worden waren. «Ein Mann der Institutionen, der in Kalabrien immer für den Schutz der Gesetzlichkeit gearbeitet hat», kommentierte Ministerpräsident Giuseppe Conte die Ernennung via Twitter.

Medizinisches Personal in Schutzkleidung steht in der Notaufnahme des Cardarelli-Krankenhauses in Neapel an der Triage-Einteilung. 
Bild: Alessandro Pone/LaPresse/AP/dpa

19.29 Uhr: WHO: Bis zu 70 Prozent Corona-Impfrate für Herdenimmunität nötig

Eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung ist nach Ansicht von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Corona-Pandemie nötig. Es gebe einige Studien, die zeigten, dass diese Anzahl notwendig sei, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, sagte die oberste Impf-Expertin der WHO, Katherine O’Brien. «So wären viele Menschen immun und würden andere schützen», so O’Brien am Freitagabend in Genf. Erst bei einer solchen Durchimpfungsrate könne sich das Virus nicht mehr gut verbreiten.

Doch die Zahl der geimpften Menschen alleine sei nicht der entscheidende Faktor, wie die Experten bei großen Masern-Ausbrüche in einigen afrikanischen Ländern im Vorjahr beobachten konnten. «Es geht immer darum, wo genau das Virus ist und wie groß der Schutzwall dagegen in der Gesellschaft ist», so O’Brien. Es gebe zudem weiterhin viele Fragen, etwa inwiefern eine Impfung gegen Sars-CoV-2 die Schwere einer möglichen Infektion abschwächt und wie gut sie eine Übertragung des Virus verhindern kann.

19.03 Uhr: Berliner Kultureinrichtungen bleiben bis mindestens Mitte Januar zu

Die Kultureinrichtungen in Berlin bleiben coronabedingt bis mindestens Mitte Januar geschlossen. Das kündigte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Freitag in Berlin an. Kultureinrichtungen sollten unter den ersten sein, die öffnen dürfen, wenn dies möglich sei, «so es die Infektionslage zulässt», sagte Lederer in einer Videobotschaft auf seinem Twitter-Account. «An diesem Punkt sind wir im Dezember definitiv noch nicht.»

Er habe am Freitag mit vielen Kultureinrichtungen gesprochen. «Wir teilen alle gemeinsam die Einschätzung, dass wir voraussichtlich bis mindestens Mitte Januar nicht in dieser Situation sein werden», sagte Lederer. «Ich glaube sogar, es wird noch etwas länger gehen», fügte er hinzu.

Auch die Kinosäle bleiben in Berlin weiter leer. 
Bild: Julian Stratenschulte/dpa

18.49 Uhr: Bolsonaro will sich nicht gegen Corona impfen lassen

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Dies sei sein Recht, sagte er am Donnerstag (Ortszeit) in einem Post in einem sozialen Netzwerk. Wenn die brasilianische Gesundheitsbehörde einen Impfstoff zulasse, werde dieser der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt werden, versprach er allerdings auch.

Gleichwohl äusserten sich Gesundheitsexperten alarmiert über seine Weigerung, sich impfen zu lassen. «Seine eingefleischten Unterstützer könnten sich keine Spritze verpassen lassen», sagte Miguel Lago, Exekutivdirektor des Instituts für gesundheitspolitische Studien, das das Gesundheitswesen berät. «Das wird es für Brasilien schwieriger machen, über das Mindestniveau einer Impfung von 70, 75 Prozent der Bevölkerung zu kommen, die der Schlüssel ist, damit das Leben zu einer gewissen Art der der Normalität zurückkehrt.»

Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus mehrfach als «leichte Grippe» und lehnte Einschränkungen und Schutzmassnahmen ab. Auch impfen will er sich nicht lassen.
Bild: Eraldo Peres/AP/dpa

18.23 Uhr: Coronavirus-Fälle in der Ukraine steigen auf Höchststand

Die seit September andauernde rasante Zunahme täglicher Coronavirus-Fälle in der Ukraine hat einen Höchststand erreicht. Wie Gesundheitsminister Maksym Stepanow mitteilte, wurden am Freitag 16’218 Neuinfektionen registriert, fast 900 mehr als am Vortag, der mit 15 331 auch schon ein Rekord war.

Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land mit rund 42 Millionen Einwohnern 693’407 Coronavirus-Fälle verzeichnet, mehr als 95’000 davon seit vergangenem Freitag. Fast 12’000 Menschen starben mit dem Virus.

Die Pandemie hat das Gesundheitssystem der Ukraine an die Grenzen seiner Belastbarkeit gebracht. Mit Sperrmassnahmen hat die Regierung versucht, den Anstieg der Infektionen abzubremsen. Bis Ende des Monats dürfen beispielsweise am Wochenende nur Lebensmittelläden und Apotheken öffnen.

Ein Arbeiter desinfiziert in Odessa einen Bus: Schon im März hatte man in der Ukraine schwer mit dem Coronaviris zu kämpfen. (Archivbild) 
Bild: Ukrinform/dpa

17.45 Uhr: Christkind und Samichlaus kommen mit Schutzmaske

An den Festtagen geht nichts ohne Schutzmasken und Schutzmassnahmen. Das Bundesamt für Gesundheit registriert zwar einen Rückgang der Ansteckungen mit dem Coronavirus. Eine Lockerung ist aber nicht absehbar. Obwohl eine Impfung in Sicht ist, steigt die Impfskepsis.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will die erreichten Fortschritte nicht mit Lockerungen im beginnenden Advent und an den Festtagen zunichte machen, wie Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle, am Freitag vor den Bundeshausmedien sagte.

Deshalb müsse die Bevölkerung den Advent, Weihnachten, Neujahr und die nötigen Einkäufe sorgfältig planen und kreativ werden. Die Familien sollten alternative Feierformen ins Auge fassen. Anstelle eines Familientreffens zuhause könnten sich Verwandte auch zu einem Spaziergang oder einem Apéro an der frischen Luft treffen. Auch Essen in kleinem Rahmen mit gebotenem Abstand seien möglich.

17.35 Uhr: Nationalratskommission will mehr Härtefälle berücksichtigen

Von finanziellen Corona-Hilfen sollen Unternehmen schon ab einem Umsatz von 50'000 Franken profitieren können – das fordert die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N). Eine geplante Erhöhung der Umsatzschwelle auf 100'000 Franken lehnt sie ab und will einen Passus zu Härtefallmassnahmen im Covid-Gesetz entsprechend anpassen.

Der Bundesrat nahm nach der Vernehmlassung verschiedene Änderungen bei der Verordnung zur Härtefallhilfe vor. Trotz der kurzen Vernehmlassungsfrist waren über hundert Stellungnahmen eingegangen.

Neu muss ein Unternehmen vor der Corona-Krise mindestens 100'000 Franken Umsatz erwirtschaftet haben statt 50'000 Franken. Diese Änderung will nun aber eine Mehrheit der WAK-N auf Gesetzesstufe rückgängig machen, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Der Entscheid fiel mit 13:9 Stimmen bei zwei Enthaltungen.

Die Schwesterkommission des Ständerats  sieht das anders. Sie möchte mit 8:5 Stimmen die Schwelle bei 100'000 Franken belassen, im Sinne eines Kompromisses jedoch präzisieren, dass in begründeten Fällen auch ein tieferer Umsatz geltend gemacht werden kann.

16.49 Uhr: Deutschland baut Corona-Hilfe aus

Die deutsche Bundesregierung weitet die Überbrückungshilfen für Firmen, die von der Coronakrise besonders hart getroffen wurden, aus. Die eigentlich bis Jahresende befristeten Hilfen werden bis Ende Juni 2021 verlängert, wie Finanz- und Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilten. Dabei handelt es sich um direkte Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Auch der Betrag der Hilfsgelder wird erhöht: Statt bislang maximal 50'000 Euro pro Monat beträgt die neue Förderhöchstsumme bei der sogenannten «Überbrückungshilfe III» neu bis zu 200'000 Euro pro Monat. Geplant ist ausserdem eine «Neustarthilfe» für Selbstständige.

Vorgesehen ist ausserdem eine Erweiterung des Zugangs zu den Überbrückungshilfen für die Monate November und Dezember – und zwar auch für Firmen, die im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Umsatzeinbruch von mindestens 40 Prozent erlitten haben und keinen Zugang zur Novemberhilfe respektive Dezemberhilfe haben.

Die Regierung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel greift der Wirtschaft stärker unter die Arme.
Bild: Keystone

16.13 Uhr: Berner Restaurants müssen früher schliessen

Der Kanton Bern verschärft die Corona-Schutzmassnahmen weiter: Restaurants müssen ab Montag bereits um 21 Uhr schliessen. Die Zahl der Gäste wird auf 50 Personen begrenzt.

Die Massnahmen wurden erlassen, weil die Fallzahlen im Kanton Bern auf hohem Niveau stagnieren, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Die vorverlegte Sperrstunde gelte einstweilen für zwei Wochen. Anschliessend werde eine moderate Lockerung der strengen Berner Covid-Massnahmen angestrebt. 

In den letzten sieben Tagen sind die Fallzahlen im Kanton Bern nicht weiter zurückgegangen. Am Freitag wurden 467 Ansteckungen bekannt.

16.01 Uhr: Werden getötete Nerze wieder ausgegraben?

Die Tötung von Millionen von Nerzen hat in Dänemark zu kontroversen Diskussionen geführt. Nun könnten die Leichen etlicher Tiere womöglich wieder ausgegraben werden. Denn mehrere Parteien im Parlament befürchten, dass die gekeulten Pelztiere beim Verwesungsprozess Phosphor und Stickstoff absondern und somit etwa das Trinkwasser oder Badegewässer verunreinigen könnten. Deshalb verlangt eine Mehrheit, dass die Tiere ausgegraben werden.

Diese Möglichkeit schaut sich nun auch die dänische Regierung näher an: Das sagte der neue Lebensmittelminister Rasmus Prehn am Freitag dem Fernsehsender TV2. Gemeinsam mit den weiteren Parlamentsparteien und den zuständigen Behörden wolle man analysieren, ob es das richtige Vorgehen sei, die Nerze auszugraben und im Anschluss zu verbrennen.

Regierungschefin Mette Frederiksen hatte am 4. November angekündigt, dass alle Nerze in Dänemark getötet werden sollen, weil das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Besonders eine mutierte Virusvariante war vom dänischen Gesundheitsinstitut SSI als besorgniserregend eingestuft worden, weil diese nach Angaben des Instituts mögliche Auswirkungen auf künftige Corona-Impfstoffe haben könnte.

15.29 Uhr: Zeichen der Entspannung im Tessin

Im Tessin beginnt der Anteil positiver Coronavirus-Tests zu sinken, wie Kantonsarzt Giorgio Merlani am Freitag vor den Medien erklärte. Auf dem Höhepunkt der Pandemie habe der Anteil der positiven Tests knapp 30 Prozent betragen. Ausserdem steige die Kurve der gemeldeten Neuansteckungen nicht weiter an, was Merlani als gutes Zeichen wertete.

Im Moment sei die Situation im Tessin «stabil», auch wenn die Kurve der Neuansteckungen noch nicht wirklich abfalle. Aber: «Wir können mit einer gewissen Sicherheit sagen, dass die Phase exponentiellen Wachstums hinter uns liegt.»

Merlani warnte jedoch davor, den gesunkenen Anteil positiver Testresultate überzubewerten: Da seit Kurzem auch Schnelltests verfügbar sind, könne diese Zahl täuschen.

Giorgio Merlani, Kantonsarzt des Kantons Tessin, spricht vorne eine Bildschirm, waehrend einem Besuch in der Moncucco-Klinik, zur Situation der Coronavirus-Pandemie im Kanton Tessin, am Donnerstag, 19. November 2020, in Lugano. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Gute Nachrichten, aber keine Entwarnung: Giorgio Merlani, Kantonsarzt des Kantons Tessin. (Archivaufnahme)
Keystone

15 Uhr: Das rät das BAG für die Feiertage

Mittlerweile sind die Tipps des BAG für die Festtage im Internet abrufbar. Dabei geht es darum, was man vor, während und nach dem Fest tun kann, um die Gesundheit zu schützen.

Vor dem Fest etwa solle man die Swiss-Covid-App installieren. Auch bei der Planung des Festes solle man sich genau überlegen: Wo wird gefeiert? Nach Möglichkeit solle man das in grossen Räumen tun, einzelne Aktivitäten wie den Apéro ins Freie verlegen. Auch solle man im Voraus mit allen Teilnehmern klären, wie man sich begrüssen werde.

Wie kann man besonders gefährdete Familienmitglieder schützen? «Der beste Schutz bietet die Kombination: Abstand halten, Maske tragen und die Hände regelmässig mit Seife waschen», so das BAG. Auch wichtig: Wenn man sich krank fühle, solle man der Feier fernbleiben. Nach dem Fest: Kontakt einschränken und Wohnung putzen.

Details zu diesen und weiteren Verhaltenstipps finden sich auf der BAG-Website.

14.55 Uhr: Medienkonferenz beendet

Nach einer knappen Stunde endet die heutige Medienkonferenz. Wir danken fürs Mitlesen. 

14.48 Uhr: Für Wintersportorte gilt dasselbe wie für Städte

Nun folgt eine Frage zur Ski-Debatte von dieser Woche. Masserey sagt, die Verantwortung liege bei den Kantonen. Aber auch der Bund habe ein Interesse daran, zu wissen, wie der Stand sei. Man sei deshalb in Kontakt mit dem Verband der Bergbahnen und tausche sich aus bezüglich der Schutzkonzepte. Wichtig sei etwa, dass die Leute, die Schlange stehen, die Distanzregelungen einhalten. «Generell kann man sagen, dass sie Wintersportorte die gleichen Regeln anwenden müssen wie die Städte. Man muss vermeiden, dass es zu Menschenansammlungen kommt», so Masserey. 

Steffen fordert, dass Verstösse gegen die Corona-Regeln strenge Konsequenzen für die betroffenen Orte nach sich ziehen. 

14.45 Uhr: Impfstrategie

Frage zur Impfstrategie: Da würden die Kantone noch auf Ansagen durch das BAG warten – wieso gehe das so lange, will eine Journalistin wissen? Masserey vom BAG widerspricht dieser Ansicht. Es sei nicht so, dass die Kantone warten müssten, aber man arbeite da zusammen. «Es ist eine Frage der Kommunikation.»

«Niemand kann sagen, ab wann man impfen kann. Kein Mensch kann das», sagt Masserey angesprochen auf den Start der Impfungen. Sie verneint, dass die Schweiz anderen Staaten diesbezüglich hinterher hinke. Sobald die Impfung da sei, könne man auch hier direkt mit impfen beginnen. 

14.39 Uhr: Empfehlung zu Präventionstests in Altersheimen

Eine Medienschaffende hakt nach: Braucht es in Altersheimen flächendeckende Tests, wie sie etwa in Deutschland durchgeführt werden? Masserey antwortet, dass manche Kantone bereits so verfahren würden. Auf nationaler Ebene eine Einigung zu einer Empfehlung zu finden, brauche jedoch eine gewisse Zeit. «Nächste Woche sollte die Empfehlung für die Präventionstestung aber stehen», verspricht Masserey. 

14.38 Uhr: Gibt es viel Missbrauch bei der Covid-Hilfe?

Frage zu den vermuteten Missbrauchsfällen bei Kurzarbeit oder Solidarbürgschaftskrediten: Waren die Behörden zu optimistisch, was die Gefahr durch Missbräuche angeht? Dazu Erik Jacob vom Seco: Bei den Solidarbürgschaften gebe es aktuell 4300 Verdachtsfälle, bisher habe «nur ein Bruchteil» – nämlich 260 Fälle – zu einem Strafverfahren geführt. In rund 300 Fällen habe sich ein Verdacht nicht bestätigt. Daher lasse sich noch nicht abschliessend sagen, wie gross die Missbrauchsquote sein werde, aber nach aktuellem Stand sei das nicht viel.

14.35 Uhr: Braucht es teils strengere Massnahmen? 

Nicht überall gehen die Ansteckungszahlen zurück. In einigen Kantonen steigen sie sogar leicht. Masserey sagt, diese Kantone seien nun gefordert. Sie müssten entsprechende Massnahmen treffen. Auch würden sich die Kantone untereinander austauschen, um zu eruieren, welche Massnahmen wann getroffen werden müssen. 

14.32 Uhr: Anzahl Tests geht zurück 

Eine Journalistin möchte wissen, wieso die Test-Zahlen seit einigen Tagen rückgängig seien. Masserey sagt, hierfür gebe es zwei mögliche Gründe. Einerseits seien einfach weniger Leute krank – das wäre erfreulich. Andererseits sei es aber auch möglich, dass die Leute zunehmend keine Lust auf Isolation und Quarantäne hätten und sich deshalb nicht testen lassen. 

14.30 Uhr: Fragerunde

Nun können die anwesenden Journalistinnen und Journalisten Fragen stellen. Die erste dreht sich um Schnelltests: Gibt es Anweisungen des Bundes an die Kantone, wie sie bei Schnelltests verfahren sollen? Kantonsarzt Steffen erklärt, wie die Zusammenarbeit zwischen Basel-Stadt und dem Bund aussieht. Im Moment werde entschieden, wo diese Tests vermehrt zum Einsatz kommen sollten – möglich wäre dies beispielsweise in Alters- und Pflegeheimen. Aber entschieden sei noch nichts. 

14.20 Uhr: Neue Härtefallverordnung wird vorgestellt

Nun spricht Eric Jakob vom Seco über die Härtefallverordnung. Deren Ausgestaltung liege in den Händen der Kantone. Das ermögliche es, dass vor Ort geholfen werden könne. Der Bund übernimmt jedoch zwei Drittel der Kosten, die Kantone einen Drittel, wie Jakob erklärt. Ein Härtefall liege unter anderem dann vor, wenn der Umsatz eines Unternehmens 80 Prozent unter dem Schnitt der Umsatzzahlen der Vorjahre liege. 

Bisher habe der Bund Unternehmen während der Krise rund 26 Milliarden zur Verfügung gestellt – die branchenspezifischen Hilfen nicht eingerechnet. Nun kommt also die Härtefallverordung hinzu, die am 1. Dezember in Kraft treten wird. 

14.17 Uhr: Basler Kantonsarzt: «Winter wird nicht einfach»

«Dieser Winter wird nicht einfach», sagt Steffen. Wenn aber alle genügend dran blieben, könnten wir es schaffen – und nur dann bewähre sich der Schweizer Sonderweg, namentlich der Slowdown. So die Worte des Stadtbasler Kantonsarztes. 

Basler Kantonsarzt: «Wir müssen dranbleiben»

Basler Kantonsarzt: «Wir müssen dranbleiben»

Der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen lobt den «Schweizer Sonderweg» bei der Eindämmung des Coronavirus: «Der Slowdown habe eine Trendumkehr bewirkt – doch nun müssten wir dranbleiben.

27.11.2020

14.16 Uhr: Nicht alle lassen sich sofort testen

Weniger zufrieden ist Steffen mit dem Umgang mit den Tests. Er höre immer wieder von Fällen, wo eine erkrankte Person mit Symptomen noch tagelang zur Arbeit gehe – ohne sich zu testen. Es sei wichtig, dass man sich schnell testen lasse, so der Kantonsarzt. 

Auch bei den Schutzkonzepten erkennt er Verbesserungspotential. Zwar würden die am Arbeitsplatz gut umgesetzt, aber beispielsweise in den Pausen gerieten sie oft in Vergessenheit. Wäre man hier konsequenter, «könnten viele Quarantänen verhindert werden», so Steffen. 

14.08 Uhr: Fallzahlen gehen nicht überall zurück

Thomas Steffen, Kantonsarzt von Basel-Stadt ergreift das Wort. Man dürfe sich vom Rückgang der Neuansteckungen jetzt nicht täuschen lassen, sagt er. Denn: Die Zahlen gehen vor allem in den stark betroffenen Gebieten zurück. In vielen weiteren sind die Ansteckungszahlen relativ stabil. 

Auch Steffen betont, wie wichtig es sei, sich nach wie vor an die Massnahmen zu halten. «Nur wenn Pandemie-Massnahmen von der Bevölkerung getragen werden, sind sie letztlich genügend erfolgreich», mahnt er. Die Maskentragpflicht etwa sei erfreulich gut aufgenommen und umgesetzt worden, sagt er. Im privaten Umfeld falle die Maske jedoch ziemlich konsequent weg – da gibt es laut Steffen noch Verbesserungspotential. 

14.05 Uhr: Ratschläge für Weihnachten veröffentlicht 

Rund 500 Covid-Patientinnen und -Patienten befinden sich laut Masserey auf den Intensivstationen. Das macht gut 60 Prozent aller Intensiv-Patienten aus. Die Spitäler seien nach wie vor stark belastet, deshalb müsse man nach wie vor vorsichtig sein.

«Jetzt ist es besondres vorsichtig, die Verbreitung zu stoppen und ja nicht über die Feiertage alles wieder zu verschlimmern», sagt Masserey im Hinblick auf die Festtage. Das BAG habe deshalb heute Ratschläge für die Weihnachtszeit publiziert. Daran könnten sich die Leute orientieren. Wichtig sei, so Masserey, dass man frühzeitig plane und sich mit den Familienangehörigen abspreche. Auch die Einkäufe solle man schon jetzt planen – damit das Gedränge in den Läden kurz vor Weihnachten nicht zu gross werde. 

14 Uhr: Medienkonferenz beginnt

«Die empidemiologische Situation verbessert sich ganz langsam», sagt Virginie Masserey vom BAG zu Beginn der Medienkonferenz. Die Neuansteckungen würden täglich sinken. Die Hospilisationen und die Todesfälle hätten sich stabilisiert – jedoch auf hohem Niveau. 

Die Positivitätsrate sinke ebenfalls langsam und liege nun bei 19 Prozent, das sei immer noch zu hoch. Auch die Inzidenzrate sei im internationalen Vergleich sehr hoch – allen voran im Tessin und in der Genfersee-Region. Dort würden die Fälle aber gleichzeitig auch am schnellsten zurückgehen. 

13.30 Uhr: Experten des Bundes informieren um 14 Uhr 

Expertinnen und Experten des Bundes informieren heute um 14 Uhr zur aktuellen Corona-Situation in der Schweiz. «blue News» zeigt die Medienkonferenz im Livestream. Teilnehmen sollen: Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit BAG Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt und Vorstandsmitglied der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung Seco, Valérie Donzel, Leiterin Ressort Regional- und Raumordnungspolitik, Seco, Martin Walker, Vizedirektor, Leiter Ausgabenpolitik, Eidgenössische Finanzverwaltung EFV.

13.27 Uhr: Fast die Hälfte der Griechen will keine Impfung

Gut 42 Prozent der Griechen würden einer Umfrage zufolge warten, bevor sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Nur 34 Prozent der Befragten hätten die Absicht, sich sofort immunisieren zu lassen, sobald ein Impfstoff verfügbar sei, heißt es in einer repräsentativen Umfrage, die am Freitag in der Athener Zeitung «Kathimerini» veröffentlicht wurde. 16 Prozent der Befragten erklärten demnach, sie würden sich gar nicht impfen lassen. 14 Prozent antworteten, sie würden die Impfung «eher nicht machen».

Zudem befürwortete in der Umfrage eine deutliche Mehrheit der Griechen den seit Anfang November geltenden Lockdown. 40 Prozent der Befragten gab sogar an, die Maßnahmen sollten verlängert und erst nach einer Neubewertung der Lage bei verbesserter Situation aufgehoben werden. 36 Prozent sprachen sich dafür aus, dass der Lockdown gelten solle, «solange es nötig ist».

13.09 Uhr: Passau verhängt Ausgangsbeschränkungen

Die bayerische Stadt Passau verhängt angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen strenge Ausgangsbeschränkungen. Sie sollten am Samstag beginnen und zunächst eine Woche dauern, kündigte Oberbürgermeister Jürgen Dupper am Freitag an.

Passauer dürfen ihre Wohnung dann nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise, um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen. Ausserdem verhängt die niederbayerische Stadt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und verordnet Wechselunterricht. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Die nahe der Grenze zu Österreich gelegene Donaustadt hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Die Stadt ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit knapp 630 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner in sieben Tagen derzeit Deutschlands Hotspot Nummer zwei.

12.45 Uhr: Mehr Polizeieinsätze wegen Familienstreit im Tessin

Die Tessiner Kantonspolizei hat im laufenden Jahr mehr Einsätze wegen Unfällen und Streitigkeiten verzeichnet. Am deutlichsten ist die Zunahme der Einsätze bei Familienstreitigkeiten. Abgenommen haben demgegenüber Einbrüche und Diebstähle, wie Marco Zambetti, Offizier bei der Kantonspolizei, vor den Medien erklärte.

1183 mal musste die Tessiner Kantonspolizei im laufenden Jahr wegen familiären Streitigkeiten ausrücken. Dieser Wert liegt fast 25 Prozent über dem Mittelwert der letzten fünf Jahre, wie die von Marco Zambetti präsentierten Daten zeigten. Am häufigsten habe die Polizei im Juli ausrücken müssen. Ebenfalls im Juli passierten überdurchschnittlich viele Unfälle im Vergleich zu den Vorjahren. Insgesamt hätten diese um 18 Prozent zugenommen im laufenden Jahr.

Während der Corona-Pandemie musste die Polizei im Tessin bedeutend häufiger wegen Familienstreitigkeiten ausrücken. (Symbolbild)
Bild: Keystone

12.25 Uhr: Uri sucht Helfer für Corona-Einsätze

Um die Coronapandemie bewältigen zu können, ist das Urner Gesundheitssystem auf die Hilfe von freiwilligen Fachleuten angewiesen. Der Sonderstab hat am Freitag einen Aufruf für Springereinsätze getätigt. Gemäss dem vom Sonderstab am Freitag publizierten Lagebulletin hat die Zahl der Personen, die im Kanton Uri im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstarben, stark zugenommen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich demnach innert einer Woche von 9 auf 16.

Vor knapp zwei Wochen war bekannt geworden, dass sich in einem Urner Pflegeheim 30 Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angestellte mit dem Virus angesteckt hatten. Nach wie vor könnten punktuell Corona-Infektionen auftreten und Gesundheitsbetriebe an die Grenze der Belastbarkeit bringen, teilte der Sonderstab mit. Der Sonderstab sucht deswegen medizinische Fachleute, die etwa in Pflegeheimen oder in der Spitex als Springer eingesetzt werden könnten. Weitere Arbeitseinsätze wären in Testzentren oder in der Administration möglich. Wer Springereinsätze leisten möchte, darf keiner Risikogruppe angehören.

Spitex-Einsatz während der Coronapandemie: Der Kanton Uri sucht Freiwillige für Springereinsätze. (Symbolaufnahme)
Spitex-Einsatz während der Coronapandemie: Der Kanton Uri sucht Freiwillige für Springereinsätze. (Symbolbild)
Bild: dpa

11.46 Uhr: 4312 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit BAG am Freitag 4312 Coronavirus-Ansteckungen bei 27'266Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 15,8 Prozent. 141 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 209 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen betrug bei den herkömmlichen Tests 20,7 Prozent und bei den Schnelltests 18,4 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 670,4 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Getestet wurden in den 14 Berichtstagen 315'838 Personen.

Seit Beginn der Pandemie gab es insgesamt 318'290 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus, wie das BAG am Freitag weiter mitteilte. Insgesamt 12'793 Personen mussten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 stieg auf 4250, 1039 davon allein in den letzten 14 Tagen.

Passagiere mit Atemschutzmasken im November am Bahnhof Locarno. (Archiv)
Bild: Keystone

11.26 Uhr: Kanton Jura kündigt Lockerung an

Im Kanton Jura sollen ab dem 10. Dezember Restaurants und Museen und ab dem 17. Dezember weitere Kulturinstitutionen wieder Gäste empfangen können. Gleichzeitig beantragt die Kantonsregierung einen Kredit von 10 Millionen Franken zur Unterstützung von Unternehmen.

Die jurassische Kantonsregierung knüpft diese Lockerungen der Schutzmassnahmen gegen die Covid-19-Pandemie allerdings an die Entwicklung der Corona-Fallzahlen und der Situation in den Spitälern, wie sie am Freitag an einer Medienkonferenz mitteilte.

Die Zahl der Ansteckungen sei rückläufig, bleibe aber nach wie vor auf einem hohen Niveau, hiess es. Der Kanton zählte am Donnerstag 40 neue positive Fälle und insgesamt 30 Covid-19-Patientinnen und -Patienten im Spital - davon sechs auf der Intensivstation.

11.12 Uhr: Zürcher Bars und Clubs starten Fundraising

Die Bar & Club Kommission (BCK) Zürich ruft zu Spenden für das Zürcher Nachtleben auf. Trotz der Unterstützung von Bund und Kanton werde es Härtefälle geben. Die Fundraising-Kampagne laufe unter dem Motto «Für e gueti Nacht – Ausgeben statt Ausgehen», teilte die BCK Zürich am Freitag mit. Das gespendete Geld komme je nach Wunsch dem neu geschaffenen Zürcher Nachtkulturfonds, der BCK Zürich oder gemeinnützigen Organisationen zugute.

Die Mittel des Nachtkulturfonds sollen zugunsten von in der Stadt Zürich ansässigen Nachtkulturunternehmen sowie im Kanton Zürich wohnhaften Einzelpersonen verwendet werden. Die Vergabe der Gelder sei an ein Reglement geknüpft. Entscheidendes Kriterium sei, dass für das Zürcher Nachtleben ein Mehrwert entstehe. Geld, welches die BCK erhält, soll für Lobbyarbeit zugunsten der Branche verwendet werden. Ein Teil der Spenden soll zudem an «Coronavirus Schweiz» der Glückskette und die Zürcher Aktion «Essen für Alle» weiter gegeben werden.

Die Zürcher Clubs sind derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Die Bar & Club Kommission Zürich ruft jetzt zu Spenden auf. (Symbolbild)
Die Zürcher Clubs sind derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Die Bar & Club Kommission Zürich ruft jetzt zu Spenden auf. (Symbolbild)
Bild: Keystone

10.43 Uhr: Pharmaverband warnt vor Impfstoff-Euphorie

Der internationale Pharmaverband IFPMA begrüsst die Riesenfortschritte bei möglichen Impfstoffen gegen das Coronavirus, warnt aber vor Euphorie. Die Erwartungen müssten realistisch bleiben, sagte IFPMA-Generaldirektor Thomas Cueni in einem virtuellen Treffen mit dem Verein der UN-akkreditierten Journalisten in Genf, ACANU.

Viele Menschen dächten, die Entwicklung eines Impfstoffs sei der kritische Entwicklungsschritt, tatsächlich sei aber vor allem die Herstellung eine Herausforderung, sagte Cueni. Rund 70 Prozent der Zeit im Herstellungsprozess seien für Qualitätskontrollen nötig. «Manche Impfstoffe haben 450 Qualitätskontrollen», sagte Cueni.

Zum Beispiel brauche der Impfstoff der Unternehmen Biontech aus Mainz und Pfizer aus den USA beim Transport eine Kühlung von minus 70 Grad. Eine mögliche Knappheit von Glasfläschchen für das Abfüllen des Impfstoffs könne den Prozess auch beeinflussen.

Die rasante Entwicklungen von Corona-Impfstoffen bezeichnete Cueni als Meilenstein. Der schnellste je entwickelte Impfstoff sei der gegen Ebola gewesen, der 2019 in den USA zugelassen wurde. Der Prozess habe vier Jahre gedauert. Bei den Covid-Impfstoffen seien es zehn Monate gewesen. Die hohe Wirksamkeit der Impfstoffe von mehr als 90 Prozent sei bemerkenswert und habe die Erwartungen von Epidemiologen übertroffen.

Kritik am AstraZeneca-Impfstoff wächst

Kritik am AstraZeneca-Impfstoff wächst

Der Wirkstoff des Arzneimittelherstellers AstraZeneca gerät immer mehr in die Kritik. Forscherinnen und Forscher beklagen, dass das Unternehmen die Gesamtwirksamkeit von 70 Prozent ihres Produkts auf den Verlauf von zwei völlig unterschiedlichen Studien beriefen.

27.11.2020

10.29 Uhr: Stadt Zürich verlängert Mietzinsreduktionen

Gastro- und Gewerbebetriebe in städtischen Liegenschaften sollen weiterhin eine Mietzinsreduktion erhalten, wenn ihr Betrieb aufgrund behördlicher Massnahmen eingeschränkt ist. Der Stadtrat hat die seit April gültige Regelung verlängert und teilweise ausgebaut.

In den Sommermonaten hätte ein Teil der Betriebe den Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie mit alternativen Massnahmen entgegenwirken können, teilte der Stadtrat am Freitag mit. So hätten Gastronomiebetriebe beispielsweise ihre Aussenflächen erweitert oder Take-Away-Angebote lanciert. In den Wintermonaten seien diese Ausweichmöglichkeiten nun nicht mehr im selben Ausmass gegeben, deshalb soll es für betroffene Betriebe teilweise noch stärkere Mietzinsreduktionen geben.

Die Coronakrise ist für viele Gastrobetriebe existenzbedrohend. Die Stadt Zürich verlängert nun die Mietzinsreduktionen für Gastro- und Gewerbebetriebe in städtischen Liegenschaften. (Symbolbild)
Die Coronakrise ist für viele Gastrobetriebe existenzbedrohend. Die Stadt Zürich verlängert nun die Mietzinsreduktionen für Gastro- und Gewerbebetriebe in städtischen Liegenschaften. (Symbolbild)
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9.05 Uhr: Kanton Zürich verlängert Massnahmen

Die Regierung des Kantons Zürich verlängert die bestehenden Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis Ende des Jahres. Neue Massnahmen gibt es im bevölkerungsreichsten Kanton nicht. Der Regierungsrat ist angesichts der jüngsten Entwicklung «vorsichtig optimistisch», wie er am Freitag anlässlich einer Medienorientierung über das weitere Vorgehen mitteilte.

Der Kanton lege weiterhin ein besonderes Augenmerk auf den konsequenten Vollzug der geltenden Massnahmen, ein wirkungsvolles Contact Tracing sowie ein ausreichendes Testing. Bauen könne man zudem auf leistungsfähige Spitäler.

Regierungspräsidentin Silvia Steiner (Mitte) informiert neben Regierungsrätin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion (links) und Regierungsrat Mario Fehr (rechts), an einer Medienkonferenz über die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Kanton Zürich.
Bild: Keystone

8.12 Uhr: Entspannte Lage an Luzerner Gymnasien Luzern 

Das Schutzkonzept gegen eine Ausbreitung des Coronavirus hat sich an den Luzerner Gymnasien nach Angaben der zuständigen Behörde eingespielt. Nach einer anfänglichen Zunahme der Fälle habe sich die Lagen an den Schulen in den letzten 14 Tagen merklich entspannt, teilte die Dienststelle Gymnasialbildung mit. Demnach befanden sich am Donnerstag drei Lehrkräfte und 25 Schülerinnen und Schüler nach einem positiven Testresultat in Isolation. 7 Mitglieder der Lehrerschaft und 77 der Schülerschaft waren in Quarantäne.

Von den 260 Gymnasialklassen befinde sich keine einzige im Fernunterricht, teilte die Dienststelle Gymnasialbildung weiter mit. Es zeige sich, dass es in der Schule in der Regel nicht zu Ansteckungen komme. Die Schutzmassnahmen würden greifen. Erhebliche Auswirkungen hat das Schutzkonzept indes auf den Sport- und Musikunterricht an den Gymnasien. Es wird geprüft, ob Anpassungen nötig sind, damit die Notengebung lehrplan- und gesetzeskonform bleibt, wie es in der Mitteilung weiter hiess.

Die Kantonsschule Alpenquai in Luzern: Das Schutzkonzept gegen das Coronavirus greift. (Archivaufnahme)
Die Kantonsschule Alpenquai in Luzern: Das Schutzkonzept gegen das Coronavirus greift. (Archiv)
Bild: Keystone

7.55 Uhr: Australiens Victoria seit 28 Tagen ohne neuen Fall

Das einst schwer vom Coronavirus getroffene australische Victoria kann feiern: Seit 28 Tagen hat es in dem Bundesstaat mit der Metropole Melbourne keine lokalen Coronavirus-Fälle mehr gegeben. Das Virus ist damit vor Ort unter den Bürgerinnen und Bürgern ausgemerzt worden, wie die Gesundheitsbehörden am Freitag erklärten. Sie wählten 28 Tage als entsprechenden Meilenstein, weil der Zeitraum zwei 14-tägigen Inkubationszeiten entspricht.

Der letzte aktive Fall war ein Patient mit Covid-19, der bereits am Montag aus einem Krankenhaus in Victoria entlassen wurde. Vor etwas mehr als drei Monaten, am 11. August, hatte der Bundesstaat noch 7880 aktive Fälle verzeichnet. 819 Menschen starben dort nach einer Infektion. In ganz Australien gab es 907 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Internationale Schlagzeilen hatte ein strenger Lockdown in Melbourne gemacht; es gab Ausgangssperren über Nacht sowie Beschränkungen für Reisende und Familientreffen. Der Premierminister von Victoria, Daniel Andrews, wurde monatelang für sein striktes Vorgehen kritisiert.

7.05 Uhr: Deutschland überschreitet Marke von einer Million Infektionen

In Deutschland ist die Marke von einer Million Corona-Infektionen überschritten worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden seit Beginn der Pandemie insgesamt 1'006'394 Covid-19-Fälle erfasst.

Demnach wurden binnen 24 Stunden 22'806 neue Ansteckungsfälle in Deutschland registriert. Das sind 538 Fälle mehr als am Vortag. Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland stieg nach RKI-Angaben um 426 auf 15'586. Laut den jüngsten Zahlen des Instituts lag die Zahl der Genesenen bei 696'100.

In Ländern wie Frankreich und Italien ist die Zahl der Todesfälle nach wie vor deutlich höher als in Deutschland. Nach offiziellen Angaben starben in den beiden Ländern jeweils mehr als 50'000 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Im Krankenhaus in Essen, Deutschland, wird Ende Oktober ein Corona-Patient behandelt. (Archiv)
Bild: dpa

6.35 Uhr: Bolsonaro will sich nicht impfen lassen

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat mitgeteilt, dass er sich nicht impfen lassen werde und nannte dies «sein gutes Recht». In den sozialen Medien veröffentlichte er eine Erklärung, in der stand, dass der Kongress wahrscheinlich nicht von den Bürgerinnen und Bürgern verlangen werde, einen Impfstoff einzunehmen. Damit würde eine Impfpflicht in dem südamerikanischen Land ausgeschlossen sein. Brasilien hat weltweit die zweithöchste Zahl an Todesfällen in Verbindung mit dem Coronavirus. Bolsonaro hatte sich im Juli selbst mit dem Virus infiziert und konnte genesen.

5.30 Uhr: Betrug mit Corona-Entschädigungen

Auf der Agenda der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) steht die Bekämpfung von Missbräuchen bei den Entschädigungen wegen der Corona-Pandemie weit oben. In ihrem neuen Zwischenbericht zu den Corona-Massnahmen des Bundes weist sie 5403 Verdachtsmeldungen aus.

Tausende lassen sich in der Schweiz ungerechtfertigt Corona-Entschädigungen auszahlen. (Symbolbild)
Getty Images/EyeEm

540 Verdachtsfälle beim Corona-Erwerbsersatz, 4646 Fälle bei den Solidarbürgschaften und 217 Verdachtsmeldungen bei der Arbeitslosenversicherung (Kurzarbeitsentschädigung) habe die EFK den Ämtern übergeben. Diese müssten Fall für Fall geprüft werden, heisst es in dem Bericht.

«Missbrauch darf nicht geduldet werden», betont die EFK. Je näher am Geschäftsvorfall das «Alarmsystem» angehängt sei, desto schneller und leichter könne eingegriffen werden. Das gelte auch für die Datenanalysen, die die EFK durchführt. Mittelfristig sollten die Ämter deshalb selbst derartige Analysen machen.

Es brauche bei den Ämtern jedoch Infrastrukturen, Daten und Personal, bevor die Analysen übergeben werden könnten. Daher habe die EFK entschieden, bei den «grossen» Massnahmen Corona-Erwerbsersatz, Kurzarbeitsentschädigung und Solidarbürgschaften die etablierten Datenanalysen 2021 weiterzuführen.

Gerade an diesen drei Massnahmen könne man gut sehen: «Das Geld zu verteilen, ging schnell. Hinterher zu korrigieren, ist harte Arbeit.» Aber sie müsse getan werden. Fehler müssten korrigiert, Missbräuche verfolgt werden. Dies sei im Sinne einer gerechten Gleichbehandlung, auf die sich die Steuerzahler und Bezüger verlassen können müssten.

5.25 Uhr: Deutschland meldet 22'268 Neuinfektionen

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22'268 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 3600 Fälle mehr als am Mittwoch (18'633).

Eine Trendumkehr ist bei den aktuellen Corona-Infektionszahlen nicht wirklich in Sicht. Auf den Intensivstationen sinkt weiterhin die Zahl der freien Betten. Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten stieg nach RKI-Angaben vom 15. Oktober bis 15. November von 655 auf 3395 Erkrankte stark an. Seitdem habe sich der Anstieg etwas verlangsamt, und zwar auf 3826 registrierte Fälle am Donnerstag.

4 Uhr: Wallis holt Ski-Touristen aus Frankreich per Bus

Ein Shuttle-Bus soll Touristen aus dem französischen Teil des länderübergreifenden Skigebietes Portes du Soleil ins Wallis bringen. In der Schweiz sollen nämlich – im Gegensatz zu Frankreich – die Bergbahnen und Skilifte trotz Corona-Pandemie in diesem Winter weiterlaufen.

Das Wallis möchte vom Ski-Lockdown Frankreichs profitieren und plant einen Shuttle-Bus für französische Ski-Touristen. (Symbolbild)
Getty Images/Cultura RF

«Wir planen, einen Busbetrieb, der Ski-Touristen aus dem französischen Teil der Portes du Soleil abholt», sagte Enrique Caballero, Chef von Portes du Soleil Suisse, am Mittwoch im Walliser Radiosender Rhône FM.

Der Walliser Staatsratspräsident Christophe Darbellay warnte allerdings im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dies sei ungeschickt und könnte als Provokation der französischen Regierung verstanden werden. Paris ist gegen den Betrieb von Bergbahnen und Skiliften angesichts der Corona-Pandemie.

Die Einrichtung einer Shuttle-Bus-Verbindung zwischen Châtel auf französischer Seite und Morgins im Wallis erfolge auf Wunsch der französischen Gemeinde, betonte Caballero. Man wolle einer Überbelegung der Autoparkplätze zuvorkommen, es handle sich keineswegs um ein Abwerben.

Bundesrat Alain Berset hatte am Donnerstag vor den Medien in Bern gesagt, die Skigebiete in der Schweiz würden offen bleiben – unabhängig davon, was in den umliegenden Ländern entschieden werde.

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