Steuersenkung für Millionen Österreicher

30.4.2019 - 16:38, SDA

Bundeskanzler Sebastian Kurz erläutert in seinem Amtssitz am Ballhausplatz in Wien die Steuerreform.
Source: KEYSTONE/APA/APA/HERBERT NEUBAUER

Die österreichische Regierung wird die Steuern in den kommenden Jahren deutlich umfangreicher senken als zunächst geplant. Wie Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag in Wien mitteilte, beträgt die Entlastung ab 2022 rund 6,5 Milliarden Euro im Jahr.

«Ich bin froh, wenn es uns gelingt, dass den Menschen in unserem Land etwas mehr übrig bleibt und ihnen der Staat nicht immer mehr wegnimmt», sagte Kurz, der auch Parteichef der ÖVP ist. Bisher war eine Entlastung von 4,5 Milliarden Euro angedacht gewesen.

Unter anderem sollen die unteren drei Einkommensteuertarife von 25 auf 20 Prozent, von 35 auf 30 Prozent sowie von 42 auf 40 Prozent gesenkt werden. Die oberen drei Steuersätze für Jahreseinkommen über 60'000 Euro bleiben unverändert.

Von der Steuersenkung profitieren aber auch Besserverdiener, weil auch sie zuerst die niedrigeren Tarifstufen durchlaufen, ehe ihre höheren Einkommensanteile mit den höheren Steuersätzen von 48, 50 und (ab einer Million Euro) 55 Prozent besteuert werden. Finanzminister Hartwig Löger sagte, dass 4,8 der 8,8 Millionen Einwohner Vorteile durch die Reform haben würden.

Kurz rechnete am Dienstag vor, dass ein Bürger mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 1500 Euro jährlich 500 Euro mehr netto haben werde; bei einem Monatseinkommen von 3000 Euro landen jährlich fast 1000 Euro mehr im Geldbeutel.

Damit auch Geringverdiener von der Reform profitieren, sollen zudem die Krankenversicherungsbeiträge für niedrige Einkommen gesenkt werden. Und auch die Wirtschaft wird entlastet: Die Körperschaftssteuer soll in zwei Schritten von 25 auf 21 Prozent im Jahr 2023 sinken.

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