Coronavirus Ems-Angestellte müssen Ferienpläne offenlegen

kru

22.4.2020

Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher: Einigen Ems-Angestellten geht die Kontrolle ihrer Ferienpläne durch ihren Arbeitgeber zu weit. (Archivbild)
Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher: Einigen Ems-Angestellten geht die Kontrolle ihrer Ferienpläne durch ihren Arbeitgeber zu weit. (Archivbild)
Bild: Keystone

Die Chefin der Ems-Chemie, SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher, verlangt vor dem Hintergrund der Corona-Krise von ihren Angestellten die Offenlegung ihrer Reisepläne. Damit begibt sie sich in einen arbeitsrechtlichen Graubereich.

Um die Mitarbeiterschaft vor dem Coronavirus zu schützen, hat die Spezialchemie-Firma Ems im bündnerischen Domat-Ems zahlreiche Vorschriften erlassen. Dazu gehört auch die Kontrolle von privaten Auslandaufenthalten von Arbeitnehmenden, wie der «Blick» berichtet.

Laut einer Gruppe von Angestellten, die sich anonym beim «Blick» meldeten, hat die Firma das Formular für Ferienanträge seit dem Ausbruch der Corona-Krise um eine neue Spalte ergänzt. Darin müssen Ort und Land angegeben werden, in die der Angestellte zu reisen gedenkt.



Laut dem Juristen und Arbeitsrecht-Experten Thomas Geiser geht diese Forderung zu weit. «Die Arbeitgeberin darf diese Offenlegung nicht verlangen,» sagt er gegenüber «Blick». Das Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden hatte laut dem Artikel keine Kenntnis von der Praxis der Ems-Chemie.

In einer Stellungnahme beruft sich die Firma auf die Informationspflicht der Mitarbeiter/innen bei Reisen in Risikogebiete und -länder. Man wolle mit der Forderung nach Offenlegung der Reisepläne der Fürsorgepflicht und rechtlichen Verpflichtungen nachkommen, die Gesundheit der Angestellten zu schützen.

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