Steigende Corona-Zahlen

Erste Spitäler führen die Maskenpflicht wieder ein

uri

28.6.2022

Surgical masks are pictured in the intensive care unit of the Sion hospital (Hopital de Sion) during the coronavirus disease (COVID-19) outbreak in Sion, Switzerland, Wednesday, April 1, 2020. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
OP-Masken hängen während der Corona-Pandemie in der Intensivstation eines Schweizer Spitals. (Archiv)
Bild: Keystone

Kurz vor den Ferien sind fast überall in Europa die Corona-Auflagen weitgehend abgeschafft. Die Fallzahlen steigen aber deutlich. Erste Schweizer Spitäler reagieren – und führen die Maskenpflicht wieder ein.

uri

28.6.2022

Statt sinkender Corona-Zahlen im Sommer ist mit den Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 eine neue Welle wahrscheinlich – auch in der Schweiz. Am Dienstag meldete das Bundesamt für Gesundheit innerhalb von sieben Tagen 33'108 neue Coronavirus-Ansteckungen, 14 neue Todesfälle und 300 Spitaleintritte.

Die Fallzahlen stiegen damit zur Vorwoche um 34 Prozent an, die Spitaleintritte nahmen um 19,5 Prozent zu.

Während sich die allermeisten derzeit noch freuen, dass sie endlich wieder einen normalen Alltag fernab der Pandemie leben können, unternehmen erste Spitäler wegen der rapide steigenden Corona-Zahlen Anstrengungen, um Engpässe zu vermeiden.

«Wie Sie vielleicht bereits geahnt haben ... »

«Wie Sie vielleicht bereits geahnt haben, macht es die aktuelle Entwicklung der Corona-Zahlen leider unumgänglich, dass wir die Schutzmassnahmen am KSW wieder verschärfen», schreibt denn auch das Kantonsspital Winterthur KSW auf seiner Website. Nicht nur die Fälle seien seit Juni stark angestiegen, auch müssten «wieder mehr Personen mit Covid hospitalisiert werden», teilt das KSW mit.

Aus diesem Grund gilt seit Montag, 27. Juni 2022 im Spital «wieder eine konsequente Maskenpflicht für Patient*innen, Besucher*innen und Mitarbeitende», heisst es weiter.  Die Masken bekomme man vom Pflegepersonal ausgehändigt, Patient*innen werden gebeten, Besucher auf die neue Regelung aufmerksam zu machen. Dass man schon nach einem Monat den Zustand ohne Maske wieder aufheben müsse, sei «ärgerlich und unangenehm – aber notwendig», so das Kantonsspital.

Bereits seit dem 1. Juni hat das Spitalzentrum Oberwallis SZO eine Maskentragpflicht auf den Spitalabteilungen und in den ambulanten Sprechstunden und für Besucher eingeführt, berichtet das SRF unter Verweis auf den «Walliser Boten». Auch das Spital Bülach ist seit dem 24. Juni zu seiner generellen Maskenpflicht zurückgekehrt. Besucher*innen werden hier zudem gebeten, möglichst den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten und sich regelmässig die Hände zu desinfizieren.  Personen, die Krankheitssymptome zeigen, ist der Spitalbesuch verboten. 

Reine Vorsorgemassnahme im Spital Wallis

Den Sinn der Maskentragepflicht angesichts der aktuellen Lage betonte der ärztliche Direktor beim Spital Wallis, Reinhard Zenhäusern, gegenüber dem SRF. Schweizweit hätten die Infektionen deutlich zugenommen, zugleich hätten sich die Einweisungen in seinem Spital verdoppelt und auch die Intensivstation würden wieder mehr Patienten verzeichnen, sagte Zenhäusern. Da man zudem vulnerable Patienten versorge und auch keine Überlastung des Spitals wolle, «haben wir die Maskenpflicht wieder eingeführt», so der Arzt.

Die Lage am Spital selbst sei noch nicht dramatisch, sagte Zenhäusern. Bislang handle es sich noch um eine reine Vorsorgemassnahme, damit man rechtzeitig eingreifen könne, um ein Platz- und Ressourcenproblem zu verhindern.» Dieses Szenario ist laut dem Arzt aber durchaus möglich. Und zwar, wenn die Fallzahlen weiter ansteigen und mehr Risikopatienten eingeliefert werden. Dann könne es nämlich auch «wieder zu einem Platzproblem kommen», sagte Zenhäusern. 

Krisenmanagement des Bundes in zweiter Phase zu wenig vorausschauend

Krisenmanagement des Bundes in zweiter Phase zu wenig vorausschauend

Der Bundesverwaltung fehlte es teilweise an vorausschauendem Krisenmanagement in der zweiten Phase der Covid-19-Pandemie. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Auswertung der Bundeskanzlei im Auftrag des Bundesrates.

22.06.2022