Ungeimpfte sollen schriftlich auf Intensivplatz verzichten

uri

18.11.2021

Aktuell müssen knapp 2500 Corona-Patienten auf den Intensivstationen versorgt werden.
Sollten die Betten knapp werden, müsste das Spitalpersonal entscheiden, wer noch in Intensivpflege darf.
Peter Kneffel/dpa

Die Corona-Fallzahlen schnellen wieder nach oben, die Impfquote stagniert. Angesichts der prekären Situation fordern Politiker nun einen klaren Positionsbezug von Ungeimpften.

uri

18.11.2021

Gebetsmühlenartig betonen Experten aus Wissenschaft und Politik, dass der Weg aus der Corona-Krise zuallererst über die Impfungen führt. Trotzdem waren bis Mittwoch, 17. November lediglich 65,02 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft – das ist eine der tiefsten Impfquoten in ganz Europa.

Am gestrigen Mittwoch registrierte das BAG zudem 5981 neue Ansteckungen – etwa rund 2000 mehr noch als vor einer Woche. Auch geht es bei den Hospitalisierungen wieder deutlich nach oben: Die Intensivstationen sind bereits zu 76,2 Prozent ausgelastet, wobei 16,3 Prozent der Betten von Covid-Patienten belegt werden – Tendenz steigend.

Auf die sich zuspitzende Situation reagieren auch die Gesundheitspolitiker verschiedener Parteien. Ruth Humbel, die Präsidentin der nationalrätlichen Gesundheitskommission, sagte den Zeitungen von CH Media, die Problematik mit den Ungeimpften sei eine politische Frage, die nun diskutiert gehöre, auch wenn «sie unangenehm ist».

Ungeimpften nicht den Vorrang geben

Für den Fall, dass die Intensivstationen überlastet würden, bringt Humbel den Gedanken einer Triage zwischen Geimpften und Ungeimpften ins Spiel. Ungeimpfte, denen sie mangelnde Eigenverantwortung und Eigennutz vorwirft, könnten etwa eine Patientenverfügung auf sich tragen, mit der sie bei einer schweren Covid-Erkrankung auf eine Behandlung auf der Intensivstation verzichten würden.

Die Idee wurde so bereits ähnlich von der Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) im Sommer angedacht, wie die CH-Media-Zeitungen berichten. Auch die SVP-Nationalrätin Verena Herzog erklärte demnach, es könne nicht sein, «dass Geimpfte, die auch für die Gesellschaft ihre Verantwortung wahrgenommen haben, aufgrund von Notfällen von Ungeimpften sterben» müssten. 

Ähnlich sieht das laut dem Bericht auch FDP-Nationalrat Philippe Nantermod. Für ihn ist klar, «dass Ungeimpften nicht der Vorrang vor anderen dringenden Fällen eingeräumt werden» dürfe. Wobei Nantermod betonte, dass der Umgang in der Angelegenheit eine Sache der Kantone und Spitäler sei.