Corona-Impfung ab 12 empfohlen +++ Sorge vor Delta-Variante

Agenturen/dor/lmy/toko

22.6.2021

Die Fallzahlen sinken, die Kampagne läuft: Bereits 37 Prozent der Erwachsenen sind. vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nun empfiehlt das BAG die Impfung auch Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren, die sie — wie die Erwachsenen — neu ein ganzes Jahr vor einer Infektion schützen soll.

Agenturen/dor/lmy/toko

22.6.2021

Noch 130 laborbestätigte Fälle in 24 Stunden und damit ein Rückgang des 7-Tagesschnitts um fast 50 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, eine 14-Tages-Inzidenz von 35,5 auf 100'000 Personen und ein R-Wert von 0,53. Die Corona-Zahlen gehen konstant zurück.

Und diese Entwicklung stimme optimistisch, sagte Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Medien. Einziger Wermutstropfen sei die Delta-Variante, die in den letzten Tagen deutlich zugenommen habe.

«Wir müssen davon ausgehen, dass inzwischen 10 Prozent der Infektionen in der Schweiz auf diese Variante zurückzuführen sind», sagte Mathys. Eine Prognose, ob und wann die Delta-Variante in der Schweiz dominant werden könnte, sei zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht möglich und es gebe auch keine Modelle dazu.

Positiv zu bewerten sei, dass erste Experimente in Grossbritannien darauf hinwiesen, dass die in der Schweiz eingesetzten mRNA-Impfstoffe nur einen wenig geringeren Schutz gegen die Delta-Variante aufwiesen, als gegen die zur Zeit vorherrschende Alpha-Variante, sagte Mathys. Bei nur einmal geimpften Personen gebe es jedoch deutliche Unterschiede.

Impfkampagne läuft

Entsprechend versuchen das BAG und die Kantone, mit einer Informationskampagne auch auf den Sozialen Medien noch Unentschlossene von einer Impfung zu überzeugen, wie BAG-Direktorin Anne Lévy sagte. Zum bisherigen Impffortschritt äusserte sie sich optimistisch: «Die Impfbereitschaft ist höher als erwartet» sagte sie vor den Medien.

Bisher seien 37 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft und die Schweiz komme dem Ziel näher, bis Ende Juni 75 Prozent der besonders gefährdeten Personen und 60 Prozent der impfwilligen Erwachsenen impfen zu können. Bis Ende Juni sollen auch alle Geimpften, Genesenen und Getesteten ein Zertifikat erhalten.

Für das dritte Quartal sind laut Lévy 4,5 Millionen Impfdosen bestellt worden. Und das sollte - unabhängig von der Zulassung des noch nicht zugelassenen Impfstoffs Curevac — auch für die Jugendlichen von zwölf bis 15 Jahren reichen. Denn auch ihnen wird seit Dienstag eine Impfung empfohlen, wie das BAG mitteilte.

Schutz dauert ein Jahr

Auch zur Schutzwirkung gab es am Dienstag Positives zu berichten: Die Eidgenössische Impfkommission passte nämlich die Schutzdauer der in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe an: Eine vollständig geimpfte Person sei statt nur sechs nun für zwölf Monate vor der Corona-Infektion geschützt, sagte Berger.

Lediglich bei immun-geschwächten Personen sei die Schutzdauer kürzer. Zwar sei eine Übertragung des Virus trotz Impfung immer noch möglich, aber in viel geringerer Virus-Menge, sagte Berger.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Bund empfiehlt Impfungen neu auch für 12- bis 15-Jährige. Der Kanton Zürich bietet ab Montag entsprechende Termine an.
  • Bereits über 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben zwei Impfungen erhalten.
  • Das BAG meldet 130 Neuansteckungen, 13 Spitaleinweisungen und einen Todesfall.
  • Israel verzeichnet erstmals seit April mehr als 100 neue Corona-Fälle. 70 Prozent davon stehen in Zusammenhang mit der Delta-Variante.
  • In Landkantonen und bei jungen Frauen ist die Impfskepsis besonders hoch. Dies ergab eine Umfrage des Forschungsinstitutes Sotomo.
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  • 21.12 Uhr
    Indien testet Langstrecken-Drohnen — auch für Impfstoff-Lieferungen

    In Indien werden derzeit Langstrecken-Drohnen getestet, die auch Medikamente oder Impfstoffe in abgelegene Regionen bringen können. Das Unternehmen Throttle Aerospace Systems liess zwei Drohnen fliegen — die eine mit einer Reichweite von 20 Kilometern, die andere von 15 Kilometern, wie Mitgründer Sebastian Anto am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Derzeit dürfen Drohnen in Indien nur in einem Umkreis von 450 Metern geflogen werden.

    Bei dem Test am Montag habe eine Drohne, beladen mit Medikamenten, eine Strecke von 2,5 Kilometern in sieben Minuten zurückgelegt, sagte Anto. Throttle Aerospace Systems hat als eines von 20 Unternehmen die Genehmigung der Regierung für Tests mit Langstrecken-Drohnen erhalten. Vipul Singh, Mitbegründer der Lobbygruppe Drone Federation of India, warb für die rasche Ausweitung der strengen Regeln: Drohnen könnten Strecken von 20 bis 30 Kilometern in zehn bis 15 Minuten zurücklegen — auf der Strasse dauere das in Indien Stunden.

  • 20.23 Uhr
    Schweden will nun auch Jugendliche ab 16 Jahren gegen Corona impfen

    In Schweden wird auch Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren eine Impfung gegen Covid-19 angeboten. Das hat die nationale Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten beschlossen.

    Grund dafür sei vor allem die Teenager selbst vor einer Erkrankung zu schützen, aber auch zu einer insgesamt geringeren Infektionsausbreitung in der Bevölkerung beizutragen.

    Mit den Impfungen der Jüngeren solle begonnen werden, wenn alle Erwachsenen damit durch sind. Das dürfte voraussichtlich im August der Fall sein. Zudem empfiehlt die Behörde, auch Kindern im Alter von über zwölf Jahren mit gewissen medizinischen Beschwerden eine Impfung anzubieten.

    Bislang hatte die Altersgrenze für die Corona-Impfungen in Schweden bei 18 Jahren gelegen. Bis Dienstag sind in dem skandinavischen EU-Land rund sieben Millionen Impfdosen verabreicht worden, darunter 4,4 Millionen Erst- und 2,6 Millionen Zweitimpfungen. Damit haben 54 Prozent aller Erwachsenen ihre erste Corona-Impfung erhalten, knapp 32 Prozent sind vollständig geimpft.

  • 19.38 Uhr
    USA werden 70-Prozent-Ziel bei Corona-Impfungen zum 4. Juli verpassen

    Die USA werden das von Präsident Joe Biden ausgerufene Ziel einer Corona-Erstimpfung für 70 Prozent aller Erwachsenen bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli verpassen. «Wir denken, dass es einige Wochen länger dauern wird», räumte der Corona-Koordinator des Weissen Hauses, Jeffrey Zients, am Dienstag ein. Bislang haben 65,4 Prozent der Erwachsenen in den USA mindestens eine Impfdosis erhalten. Das sind rund 169 Millionen Erwachsene.

    Biden hatte das 70-Prozent-Ziel zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli Anfang Mai ausgerufen. Die USA sollten dann «unsere Unabhängigkeit als Nation und unsere Unabhängigkeit von diesem Virus feiern», sagte der Präsident damals. Biden wollte so der ins Stocken geratenen Impfkampagne neuen Schwung geben.

    Die von Biden nach seinem Amtsantritt am 20. Januar massiv vorangetriebene Impfkampagne hatte zunächst schnelle Fortschritte gemacht. Seit April geht die Zahl der täglichen Impfungen aber zurück. Gab es Mitte April im Wochenschnitt rund 3,4 Millionen Impfungen am Tag - an einigen Tagen sogar mehr als vier Millionen — sind es inzwischen im Schnitt nur noch rund 850'000 Impfungen pro Tag. Besonders in den konservativ dominierten Südstaaten ist die Impfquote niedrig.

    In den USA sind seit Beginn der Pandemie mehr als 600'000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, die mit Abstand höchste Zahl weltweit. In den vergangen Monaten ist die Zahl der Neuinfektionen und Todesopfer aber deutlich zurückgegangen. Inzwischen gibt es täglich rund 10'000 neue registrierte Infektionen und rund 270 Tote.

  • 19.17 Uhr
    Auch Schottland verschiebt Corona-Lockerungen

    Schottland hat den nächsten Lockerungsschritt bei der geplanten Aufhebung der Corona-Massnahmen verschoben. Das teilte die Chefin der Regionalregierung, Nicola Sturgeon, im Parlament in Edinburgh mit. Demnach soll die niedrigste Stufe nicht bereits am kommenden Montag erreicht werden, sondern erst am 19. Juli. Das vollständige Ende aller Corona-Beschränkungen peilt Schottland für den 9. August an.

    In Grossbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen inzwischen wieder, auch in anderen Landesteilen. Grund dafür ist die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante, die auf der Insel inzwischen dominant ist.

  • 18.49 Uhr
    Touristenparadies Phuket ab 1. Juli wieder ohne Quarantäne

    Das thailändische Urlaubsparadies Phuket wird ab dem 1. Juli für Touristen wieder ohne generelle Quarantäne-Vorschrift zugänglich sein. Die Regierung in Bangkok gab grünes Licht für die entsprechenden Pläne der Tourismusbehörde. Demnach sollen in einem Modellversuch vollständig gegen das Coronavirus geimpfte und mit einem negativen Corona-Testergebnis ausgerüstete Urlauber ohne die obligatorische Hotel-Quarantäne nach Phuket reisen können.

    Das nun verabschiedete «Sandkasten»-Modellprojekt gibt Phuket eine Vorreiterrolle. Sollte alles gutgehen, dann sollen ab dem 15. Juli weitere beliebte Urlauberregionen wie Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao folgen. All diese Öffnungsankündigungen stehen aber unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen nicht steigt.

    Thailand kämpft nach monatelangen geringen Fallzahlen derzeit gegen eine dritte Infektionswelle, die Ansteckungen haben zuletzt zugenommen. Trotzdem soll der Tourismussektor wieder in Schwung gebracht werden, er erwirtschaftet normalerweise fast 20 Prozent des thailändischen Bruttoinlandsproduktes. In vier Monaten will die Regierung die Grenzen wieder komplett für Touristen öffnen.

    Wegen der bislang geltenden massiven Corona-Beschränkungen - unter anderem eine 14-tägige Hotel-Quarantäne für Einreisende - verzeichnete Thailand zuletzt einen drastischen Rückgang in der Tourismusbranche und die schlechteste Wirtschaftsbilanz seit der asiatischen Finanzkrise 1997. Betroffen sind der Unterhaltungssektor, der Einzelhandel, Hotels und Gaststätten. Für das Jahr 2020 waren ursprünglich 40 Millionen Touristen eingeplant, schliesslich kamen nur 6,7 Millionen.

  • 18.02 Uhr
    EU gibt grünes Licht für Italiens Corona-Wiederaufbauplan

    Die EU-Kommission hat grünes Licht für den italienischen Wiederaufbauplan nach der Coronakrise gegeben. Der Plan bedeute, in die Zukunft und die kommenden Generationen zu investieren, sagte Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Rom.

    Man habe einen Plan aus ehrgeizigen Reformen zusammengesetzt, erklärte Ministerpräsident Mario Draghi. Der Rat der EU-Staaten hat nun vier Wochen Zeit, um den Vorschlag der EU-Kommission anzunehmen.

    Italien gehört zu den Ländern, die grössere Anteile des Milliardenprogramms bekommen. Von den EU-Mitteln soll das Mittelmeerland rund 191,5 Milliarden Euro (rund 210 Milliarden Franken) erhalten. Das Land wurde mit am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen und geriet in eine Wirtschaftskrise.

    Die EU-Kommission hatte nach eigenen Angaben untersucht, ob der italienische Investitionsplan den Anforderungen grüner und digitaler Umgestaltung entspricht und Wirtschaft und Gesellschaft des Landes widerstandsfähiger macht.

    Der Hauptteil ist für grüne und digitale Projekte bestimmt. Der EU-Kommission zufolge fliessen 37 Prozent der knapp 191,5 Milliarden in Projekte zur Erfüllung der Klimaziele. Ein Viertel des Geldes ist für die Digitalisierung bestimmt. Dazu zählt der Ausbau des schnellen Mobilfunkstandards 5G.

  • 17.45 Uhr
    Wien lockt Jugendliche mit Party zum Impfen

    Die Stadt Wien will junge Menschen mit Musik und Feierstimmung zur Corona-Impfung locken. In der österreichischen Hauptstadt sollen eine oder mehrere Impfpartys veranstaltet werden, wie ein Stadt-Sprecher sagt. Ausserdem bietet Wien Familien-Impftermine an, bei denen Kinder und Eltern gemeinsam einen Schutz gegen Covid-19 erhalten.

    Die Impfzentren sollen über den Sommer hinaus in Bereitschaft gehalten werden.
    Die österreichische Hauptstadt Wien will junge Menschen mit Musik und Feierstimmung zur Corona-Impfung locken.
    Sebastian Gollnow/dpa

    Seit heute können sich in Österreichs Hauptstadt Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren für Impfungen anmelden. Die Nachfrage ist gross: 10'000 Dosen wurden innerhalb von zwei Stunden reserviert. Junge Erwachsene zwischen 18 und 30 können ab morgen Mittwoch buchen. Die geplante Party oder Veranstaltungsreihe ist für Anfang Juli geplant. Details zu den Events sind aber noch offen.

  • 17.20 Uhr
    Zürich impft 12- bis 15-Jährige ab Montag

    In der Schweiz können sich neu auch Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 gegen Covid-19 impfen lassen. Die Eidgenössische Kommission für Impffragen hat ihre Empfehlungen entsprechend angepasst. Im Kanton Zürich erhalten Jugendliche der Gruppen P und S ab kommendem Montag ihre Impfung. Am Freitagvormittag schaltet der Kanton 10'000 Impftermine für sie frei. 

    Die Jugendlichen werden mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech geimpft, verfügbar sind Termine in den Impfzentren Zürich-Messe, Uster und Winterthur sowie im Kinderspital Zürich. Auch die 12- bis 15-Jährigen erhalten zwei Dosen im Abstand von vier Wochen. Begleitpersonen können sich – ausser im Kinderspital – ohne Voranmeldung mitimpfen lassen.

    A boy receives a dose of the Pfizer/BioNTech Covid-19 vaccine at the Clalit Healthcare Services in the Israeli city of Holon near Tel Aviv on June 21, 2021, as Israel begins coronavirus vaccination campaign for 12 to 15-year-olds. - Israel is now urging more 12- to 15-year-olds to be vaccinated, citing new outbreaks attributed to the more infectious Delta variant. (Photo by JACK GUEZ / AFP) (Photo by JACK GUEZ/AFP via Getty Images)
    Was andernorts wie hier beispielsweise in Israel schon geschieht, wird nun auch in der Schweiz möglich: Covid-Impfungen für Jugendliche ab zwölf Jahren.
    Bild: Getty/AFP/Jack Guez
  • 15.58 Uhr
    Terroristen nutzen Coronakrise aus

    Terroristen versuchen einem Europol-Bericht zufolge die Corona-Krise für ihre Zwecke auszunutzen. «Terroristen nutzen jede Gelegenheit, um demokratische Strukturen auszuhöhlen, Angst zu verbreiten und die Gesellschaft zu polarisieren», heisst es in dem Jahresbericht zu Terrorismus in der EU, den Europol am Dienstag in Den Haag vorlegte.

    Die Covid-19-Pandemie habe die politische Polarisierung verschärft, geht aus dem Bericht hervor. Die Intoleranz gegenüber politischen Gegnern habe zugenommen und mehr Personen würden verbal oder körperlich gewalttätig. Terroristen nutzten dies aus, um ihre gewalttätigen Ideologien zu verbreiten.

    «Das Risiko der Radikalisierung online hat zugenommen», sagte Ylva Johansson, EU-Kommissarin für Inneres. Dies treffe vor allem auf rechtsextremen Terrorismus zu. Rechtsextremisten würden sich etwa Protesten gegen staatliche Corona-Massnahmen anschliessen. Sie würden auch zunehmend über Online-Foren oder Gaming-Portale jüngere und gut ausgebildete Anhänger gewinnen.

    Die grösste Bedrohung in der EU geht dem Bericht nach von islamistischem Terrorismus aus. Islamisten waren 2020 für zehn Anschläge mit zwölf Toten verantwortlich. Dahinter steckten meist Einzeltäter, die von ausländischen Terrorgruppen wie dem IS beeinflusst waren. 2020 waren in der EU 57 Terroranschläge registriert worden, dazu zählt Europol auch geplante und vereitelte Attacken. 21 Menschen wurden dabei getötet und 449 Verdächtige festgenommen.

  • 15.54 Uhr
    Biontech hält Anpassung von Impfstoff nicht für nötig

    Biontech-Chef Ugur Sahin hält trotz einer zunehmenden Verbreitung von Virusvarianten derzeit keine Anpassung seines Covid-19-Impfstoffs für nötig. Dies sagte er am Dienstag auf der Generalversammlung des deutschen Biotech-Unternehmens.

    «Um vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können, falls eine dritte Dosis oder eine Anpassung an einen neuen Virusstamm erforderlich werden sollte, analysieren wir kontinuierlich die Wirksamkeit des Impfstoffs, auch gegen neu auftretende Varianten», sagte Sahin. «Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung unseres Impfstoffs an kursierende Varianten notwendig ist.»

    Noch wisse man nicht, wann und wie oft eine Auffrischungsimpfung nötig sein werde. Er gehe aber davon aus, «dass eine dritte Impfung für die Auffrischung der Immunität von hohem Wert ist», sagte Sahin.

    Der Biontech-Chef bekräftigte, dass das Unternehmen zusammen mit seinem US-Partner Pfizer in diesem Jahr eine Produktionskapazität von bis zu drei Milliarden Impfdosen anstrebt. Mehr als drei Milliarden Dosen sollen es 2022 werden, dabei werde Biontech mindestens die Hälfte herstellen.

  • 15.26 Uhr
    Moskau weitet Beschränkungen aus

    Angesichts einer dramatischen Corona-Lage verschärft die russische Hauptstadt Moskau ihre Beschränkungen. Vom kommenden Montag an dürfen nur noch Menschen nach einer vollständigen Impfung, mit einem negativen PCR-Test oder nach überstandener Covid-Erkrankung Restaurants und Bars besuchen, schrieb Bürgermeister Sergej Sobjanin am Dienstag in seinem Blog. Kontrolliert werden soll das demnach über einen QR-Code. Zuvor hatte Sobjanin dies als «Experiment» für einzelne gastronomische Einrichtungen angekündigt.

    Zudem begrenzt Europas grösste Metropole mit schätzungsweise zwölf Millionen Menschen mit sofortiger Wirkung Veranstaltungen auf maximal 500 Menschen. Zuvor waren noch 1000 erlaubt gewesen. «Fan-Zonen und Tanzflächen müssen schliessen», so Sobjanin.

    Am Dienstag meldeten die Behörden 6555 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Zudem seien 86 Menschen mit dem Virus gestorben, so viele wie noch nie binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. «In Krankenhäusern sind mehr als 14'000 Schwerkranke», schrieb Sobjanin. Mehr als zwei Millionen Menschen hätten mindestens eine Injektion eines russischen Corona-Impfstoffes erhalten. Das sind 16 Prozent der Einwohner. Seit Monaten werben Politiker angesichts der verbreiteten Impfskepsis in Russland für eine Immunisierung.

    A waiter wearing a face mask and gloves to protect against coronavirus serve customers in a restaurant
    Der Zugang zu Restaurants wird in Moskau eingeschränkt.
    KEYSTONE
  • 13.55 Uhr
    Über 30 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

    Ein nächster Meilenstein in der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie ist erreicht: Über 30 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben bereits zwei Impfdosen erhalten und sind damit vollständig geimpft.

    Vom 14. Juni bis 20. Juni wurden in der Schweiz 611'689 Impfdosen gegen Covid-19 verabreicht, wie aus den Angaben hervorgeht, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag auf seiner Website veröffentlichte. Pro Tag wurden damit durchschnittlich 87'384 Impfungen durchgeführt. Im Vergleich zur Woche davor sank die Impfkadenz um drei Prozent.

    Insgesamt wurden bis Sonntag 6'731'891 Impfungen durchgeführt. Bislang sind 2'648'104 Personen vollständig geimpft, das heisst 30,6 Prozent der Bevölkerung haben bereits zwei Impfdosen erhalten. Bei 1'435'683 Personen wurde bislang nur die Erstimpfung durchgeführt.

    Madlaina Zanetti, links, impft einen Automobilisten gegen COVID-19, Coronavirus, ohne dass dieser aus seinem Auto aussteigen muss, im ersten Impf Drive-In der Schweiz, am Dienstag, 8. Juni 2021 im Feuerwehrmagazin von Grenchen SO. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
    Ein Autofahrer erhält seinen Piks im Drive-In-Impfzentrum in Grenchen.
    KEYSTONE
  • 13.42 Uhr
    Deutscher Aufbauplan für Corona-Hilfen gebilligt

    Deutschland hat grünes Licht aus Brüssel für seine Pläne zur Nutzung der europäischen Corona-Aufbauhilfen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen überbrachte den positiven Bescheid zum deutschen Aufbauplan am Dienstag persönlich an Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Deutschland erwartet 25,6 Milliarden Euro aus dem Corona-Aufbaufonds RRF.

    Von der Leyen lobte vor allem die deutschen Pläne, massiv in Digitalisierung der Verwaltung und des Gesundheitswesens zu investieren. Mit einem Anteil von 52 Prozent der Ausgaben für solche Projekte sei Deutschland europaweit spitze. Merkel begründete dies mit dem Nachholbedarf. Unter anderem die Arbeit der Gesundheitsämter werde sich stark verändern und verbessern. Die Kanzlerin lobte, dass die Umsetzung der europäischen Corona-Hilfen «in einem wahnsinnigen Tempo» gelaufen sei.

    Die EU-Staaten hatten vor einem Jahr ein Aufbauprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro vereinbart – in laufenden Preisen sind das sogar gut 800 Milliarden Euro. Es soll der europäischen Wirtschaft nach der Pandemie wieder Auftrieb geben und sie gleichzeitig modernisieren. Es handele sich um das grösste Investitionsprogramm seit dem amerikanischen Marshall-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg, sagte von der Leyen. Das Geld wird am Kapitalmarkt aufgenommen und von den EU-Staaten bis 2058 gemeinsam getilgt.

  • 13.30 Uhr
    BAG meldet 130 Neuansteckungen und einen Todesfall

    In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 130 neue Coronavirus-Ansteckungen und 13 Spitaleinweisungen gemeldet worden. Zudem wurde ein neuer Todesfall verzeichnet.

  • 12.52 Uhr
    EU kauft weitere 150 Millionen Impfdosen von Moderna

    Die EU-Kommission kauft weitere 150 Millionen Dosen Corona-Impfstoff vom US-Hersteller Moderna. Eine entsprechende Option aus einem Vertrag vom Februar wurde jetzt gezogen, wie ein Kommissionssprecher mitteilte. Die Lieferung soll im dritten Quartal beginnen und sich bis ins Jahr 2022 hineinziehen.

    Die Kommission hat zwei Verträge mit Moderna: einen über 160 Millionen Dosen vom vergangenen Jahr und einen zweiten vom Februar. Mit dem zweiten Kontrakt waren 150 Millionen Impfdosen fest bestellt und weitere 150 Millionen Dosen als Option vereinbart worden. Um diesen Teil der Vereinbarung geht es nun.

    Die EU könne damit an Virus-Varianten angepassten Impfstoff sowie Impfstoffe für Kinder und für Auffrischungen kaufen, sagte der Sprecher. Der Vertrag garantiere zeitnahe Lieferung und die Möglichkeit, diese an den Bedarf der EU-Staaten und an die Pandemielage anzupassen. Die Mitgliedsstaaten könnten den Impfstoff auch weiterverkaufen oder spenden, um zur Versorgung anderer Staaten weltweit beizutragen.

  • 11.46 Uhr
    Philippinischer Präsident droht Impfverweigerern mit Gefängnis

    Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat mit einer markigen Botschaft an Corona-Impfverweigerer für Aufsehen gesorgt. Duterte drohte, dass er Impfverweigerer festnehmen lassen werde – sein Justizminister relativierte die Aussage aber schnell wieder. Seiner Meinung nach habe der Präsident lediglich verdeutlichen wollen, wie wichtig es sei, sich schnell impfen zu lassen und die Herdenimmunität zu erlangen, sagte Minister Menardo Guevarra.

    Der Präsident des südostasiatischen Inselstaats hatte zuvor am Montagabend in einer Ansprache erklärt: «Es herrscht ein nationaler Notstand. Wenn Sie sich nicht impfen lassen wollen, werde ich Sie festnehmen lassen.» Die Einwohner müssten sich entscheiden: Entweder sie liessen sich gegen Corona impfen oder er schicke sie ins Gefängnis. Ausserdem kündigte der für seine Sprüche bekannte Duterte an, er wolle in philippinischen Dörfern Listen darüber führen lassen, wer die Impfung verweigere.

  • 11.37 Uhr
    Zürcher Verkehrsverbund fährt 2020 grosses Defizit ein

    Im Coronajahr 2020 hat der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) knapp einen Drittel weniger Fahrgäste transportiert. Dieser Rückgang schlägt sich auch in der Rechnung nieder: Der ZVV fuhr ein Defizit von 389,3 Millionen ein. Das sind 69 Millionen Franken mehr als im Jahr 2019.

    Die Zahlen des Geschäftsjahres 2020 überraschen nicht: Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre wurde als Folge der Corona-Pandemie und dem vom Bundesrat angeordneten ersten Lockdown Mitte März abrupt gestoppt. Das Angebot wurde punktuell reduziert und erst im Mai und Juni 2020 schrittweise wieder hochgefahren. Das Nachtnetz blieb die ganze Zeit eingestellt. Dieses wird erst auf das erste Juli-Wochenende 2021 wieder in Betrieb genommen. «Die Nachfrage und die Verkehrserträge brachen ein», konstatiert der ZVV in seinem Geschäftsbericht.

    Insgesamt wurden 2020 in den Zügen, Trams und Bussen 466 Millionen Fahrgäste befördert. Dies entspricht einem Rückgang um 208 Millionen oder rund 45 Prozent. Die Zürcher S-Bahn zählte 146 Millionen Einstiege (minus 32 Prozent). In ähnlichem Umfang sei die Nachfrage auch in den Städten Zürich und Winterthur zurückgegangen.

  • 10.53 Uhr
    Erstmals seit April mehr als 100 neue Corona-Fälle in Israel

    Nach zuletzt wenigen Corona-Neuinfektionen in Israel sind erstmals seit rund zwei Monaten mehr als 100 neue Fälle an einem Tag nachgewiesen worden. 125 Personen seien am Vortag positiv getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit.

    Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Chesi Levy, hatte dem israelischen Fernsehen zuvor gesagt, dass rund 70 Prozent der Neuinfektionen mit der Delta-Variante des Virus in Zusammenhang stehen. Die Hälfte der Neuinfizierten seien Kinder, ein Drittel der Betroffenen sei geimpft gewesen. Die Delta-Variante wurde zuerst in Indien entdeckt und gilt als besonders ansteckend.

    Im Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel haben rund 5,5 Millionen Menschen bereits eine erste Corona-Impfung erhalten, mehr als 5,1 Millionen Menschen auch die zweite Dosis. Die Impfkampagne war insbesondere zu Beginn sehr erfolgreich und sorgte international für Aufsehen. Nachdem die Zahlen zuletzt stagniert waren, steigt nun mit den Infektionszahlen auch langsam wieder die Zahl der Impfungen an.

    epa08669689 Orthodox Jews wearing masks pray at the separation partitions at the Prayer Plaza of the Western Wall in the Old city of Jerusalem, Israel, 15 September 2020. The Israeli cabinet approved a full three-week lockdown during the Jewish holidays period beginning on 18 September 2020, aimed to prevent the spread of coronavirus. EPA/ABIR SULTAN ..EPIDEMIC & PLAGUE
    5,1 Millionen Israelis haben bereits zwei Impfungen bekommen.
    KEYSTONE

    Noch Mitte Juni waren in Israel pro Tag Neuinfektionen lediglich im einstelligen Bereich registriert worden. Am Sonntag wurde nach einem Corona-Ausbruch an Schulen allerdings in zwei Ortschaften wieder eine Maskenpflicht für Schüler verhängt. Die Maskenpflicht war erst vor rund einer Woche angesichts der niedrigen Infektionszahlen landesweit aufgehoben worden. Die Regierung entschied zudem, die Testkapazitäten für Reisende am Flughafen auszubauen.

    Wegen der Infektionslage und der Verbreitung der Delta-Variante empfiehlt das Gesundheitsministerium nun verstärkt die Impfung von 12- bis 15-Jährigen. Bisher galt die Empfehlung nur für Risikopatienten und bei Auslandsreisen.

  • 10.48 Uhr
    Immer noch 3400 Passagierjets in Europa am Boden

    An Europas Flughäfen stehen wegen der Corona-Krise immer noch rund 3400 Passagierjets dauerhaft am Boden. Nach einer am Dienstag vorgestellten Auswertung der Luftverkehrsorganisation Eurocontrol ist das mehr als doppelt so viel wie im Vorkrisen-Sommer 2019, als ein Tiefstwert von 1470 nicht genutzten Jets registriert wurde. Auf dem Höhepunkt des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 waren im Wochenschnitt sogar fast 7200 Flugzeuge inaktiv.

    Da es im Sommer regelmässig eine höhere Nachfrage nach Flügen gibt, sind saisonale Schwankungen laut Eurocontrol üblich. Auch Wartungen und planmässige Ausserbetriebnahmen werden in den Zahlen erfasst. Im Corona-Sommer 2020 waren noch 3575 Jets inaktiv, so dass nun eine gewisse Erholung sichtbar wird, die aber noch längst nicht das Vorkrisen-Niveau wiederherstellt. Seit Mai wurden rund 800 Flugzeuge wieder in Betrieb genommen.

  • 9.14 Uhr
    BIP-Wachstum von 4 Prozent im laufenden Jahr erwartet

    Die Schweizer Wirtschaft dürfte sich im laufenden Jahr rascher erholen als bislang erwartet. Davon geht die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) aus. Sie hat ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandprodukt (BIP) im laufenden Jahr 2021 deutlich angehoben – auf 4,0 von 3,0 Prozent. Der Aufschwung sei früher und stärker als bislang erwartet da, meinen die Ökonomen. Sie gehen davon aus, dass das Vorkrisenniveau bereits im laufenden zweiten Quartal überschritten wird.

    Für das Jahr 2022 geht die KOF dann von einem Wachstum von 2,8 Prozent aus. Dies sei zwar etwas weniger als im laufenden Jahr, aber noch immer ein überdurchschnittlicher Wert, wird betont. Somit werde die Schweizer Wirtschaft im Verlauf des nächsten Jahres fast wieder auf jenen Wachstumspfad zurückkehren, der vor Eintreten der Corona-Krise erwartet wurde.

    Voraussetzung für das Eintreffen der Prognosen sei allerdings, dass dank der Impfkampagnen die verbliebenen Corona-Einschränkungen in den nächsten Monaten schrittweise aufgehoben werden könnten, heisst es. Allfällige Virusmutationen blieben somit ein Risiko für die Vorhersage.

  • 7.48 Uhr
    Jugendliche reissen sich nicht um Impftermine

    Vor drei Wochen hat der Kanton Bern 6000 Impftermine für 16- und 17-Jährige aufgeschaltet. Doch nur rund 5000 davon wurden tatsächlich gebucht. Beim Kanton ist man gegenüber SRF überrascht. Man sei davon ausgegangen, dass die Jungen geimpft in die Ferien wollten und sich darum auf die Termine stürzten. Doch das sei möglicherweise gerade ein Hinderungsgrund gewesen, weil der zweite Termin in die Sommerferien gefallen wäre.

    In Basel-Stadt haben sich allerdings bereits 60 Prozent der 16- bis 17-Jährigen für eine Impfung angemeldet. Man müsse die unentschlossenen Jugendlichen nun gut informieren und die Vorteile einer Impfung aufzeigen, sagt der Präsident des Verbands der Hausärzte. Es sei wichtig, dass sich auch so viele Jugendliche wie möglich impfen liessen.

  • 7.38 Uhr
    Zur-Rose-CEO bemängelt langsame Digitalisierung

    Der CEO der Versandapotheke Zur Rose, Walter Oberhänsli, erachtet das Tempo der Digitalisierung des hiesigen Gesundheitswesens als zu langsam. In Deutschland hätten die Regulatoren in der Pandemie die Digitalisierung massiv vorangetrieben, sagte er in einem Interview mit Cash.ch. Dafür habe in der Schweiz offenbar der «Punch» gefehlt.

    Nach dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 hatte Zur Rose erfolglos ein Gesuch eingereicht, den Versand von rezeptfreien Medikamenten in der Schweiz auch ohne ärztliches Rezept befristet zuzulassen. Im Interview bezeichnete der Zur-Rose-Chef dies als verpasste Chance. Niemand begreife, dass man überall in Europa ohne Arztrezept Aspirin online bestellen könne – ausser in der Schweiz.

    Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) erteilt der CEO der Versandapotheke aber eine gute Note. «Ich finde, das BAG hat als Krisenmanager in der Summe eine gute Figur gemacht.»

  • 7.18 Uhr
    Kuba meldet 92 Prozent Wirksamkeit für Impfstoff

    Ein in Kuba entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus hat nach Regierungsangaben in klinischen Tests eine Wirksamkeit von 92 Prozent erreicht. Details zur klinischen Erprobung wurden in der Mitteilung vom Montag nicht genannt.

    In Kuba werden mehrere selbst entwickelte Impfstoffe erprobt. Die Mitteilung bezog sich auf ein Abdala genanntes Vakzin, das in drei Dosen verabreicht werden soll. Ein anderes Vakzin, Soberana 2, soll nach amtlichen Angaben eine Wirksamkeit von 62 Prozent erzielt haben.

    In Kuba nehmen derzeit Coronavirus-Infektionen zu. Der Direktor für Epidemiologie, Francisco Duran, teilte am Montag mit, dass es in 24 Stunden 1561 Neuinfektionen gegeben habe. Die Zahl der Coronavirus-Fälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 169'365, 1170 Menschen starben mit dem Virus.

  • 6.30 Uhr
    Mehr Impfskepsis in Landkantonen und bei jungen Frauen

    Die Impfbereitschaft in den Kantonen unterscheidet sich stark. Dies zeigt eine exklusive Auswertung des Forschungsinstituts Sotomo, die dem «Tages-Anzeiger» vorliegt. Im Kanton Obwalden sträuben sich der Umfrage zufolge besonders viele Menschen gegen die Covid-Impfung. Gut 40 Prozent der Obwaldner*innen wollen sich nicht impfen lassen. Dahinter folgt der Kanton Appenzell Innerrhoden mit 35 Prozent. Schweizweit lehnen 22 Prozent die Impfung ab. Auch Alter und Geschlecht spielen eine grosse Rolle. Besonders kritisch seien junge Frauen, heisst es in dem Bericht.

    Impfgegner*innen und -skeptiker*innen seien typischerweise in der Landwirtschaft tätig, seien Geringverdienende und tendenziell jünger. Dass die Impfbereitschaft gerade in Landkantonen tief ist, könnte mit der geringeren Betroffenheit der Bevölkerung in der Pandemie zusammenhängen, vermutet Martin Sigg, Präsident des Obwaldner Ärztevereins, dem «Tages-Anzeiger» zufolge. Der Autor der Sotomo-Umfrage, der Politgeograf Michael Herrmann, hat wiederum einen Graben zwischen der Bevölkerung in den Städten und auf dem Land ausgemacht: In Basel-Stadt beispielsweise sind nur 15 Prozent der Befragten gegen die Impfung.

    Die Umfrage wurde im März durchgeführt. Damals sei ein Viertel der Bevölkerung in Bezug auf eine Impfung unschlüssig und abwartend gewesen, heisst es bei Sotomo. Das könne sich inzwischen geändert haben. Jedoch sei zu erwarten, dass die relativen Unterschiede zwischen den Kantonen fortbestehen, wird Hermann zitiert. Zudem blieben die grundsätzlichen Skeptiker erfahrungsgemäss bei ihrer Haltung.

    Des etudiantes de la haute ecole de sante La Source attendant de vaccine une personne a l'aide du vaccin de Moderna contre la Covid-19 lors de l'inauguration pendant la pandemie de Coronavirus (Covid-19) du centre de vaccination de Beaulieu ce lundi 19 avril 2021 a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
    Ein Impfzentrum in Lausanne im April 2021.
    Bild: Keystone/Laurent Gillieron
  • 5 Uhr
    Corona-Krise Thema in ETH-Studie zur Sicherheit

    Die Militärakademie an der ETH Zürich stellt heute Dienstag ihre Studie zur «Sicherheit 2021» vor. Die Studie wird jährlich publiziert. Sie dient dazu, langfristige Trends in der aussen-, sicherheits- und verteidigungspolitischen Meinungsbildung in der Schweiz zu ermitteln. Die Corona-Krise dürfte in diesem Jahr einen bedeutenden Platz in der Studie einnehmen. Bei der letzten Erhebung im Januar 2020 waren unter anderem die Guten Dienste der Schweiz ein Thema, die von der Schweizer Bevölkerung mehrheitlich begrüsst wurden. Beim jüngsten Gipfeltreffen Biden – Putin in Genf hat die Schweiz einmal mehr diese Dienste angeboten.

  • 4.20 Uhr
    Zahl entführter und vergewaltigter Kinder stark gestiegen

    Im Corona-Krisenjahr ist die Zahl der weltweit entführten und vergewaltigten Kinder in Krisengebieten laut einem Uno-Bericht stark angestiegen. Insgesamt sei im letzten Jahr Gewalt gegen mehr als 19'300 Mädchen und Jungen in Konflikten dokumentiert worden, teilte die Uno-Sonderbeauftragte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Virginia Gamba, mit. In 8400 Fällen seien Kinder getötet oder verstümmelt worden – vor allem in Afghanistan, Syrien, dem Jemen und Somalia. Nahezu 7000 Minderjährige seien als Soldaten rekrutiert oder anderweitig im Krieg instrumentalisiert worden. Dies betraf vor allem Somalia, Syrien und Myanmar sowie die Demokratische Republik Kongo und die Nachbar-Republik Kongo.

  • 4 Uhr
    Delta-Variante Gefahr für Herdenimmunität

    Die befürchtete Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland könnte einem Experten zufolge das Erreichen von Herdenimmunität weiter erschweren. «Delta ist noch ein Stück ansteckender als die derzeit vorherrschende Virus-Variante Alpha. Anhand der bisherigen, noch unsicheren Daten bräuchte man wohl rund 85 Prozent immune Menschen in der Bevölkerung, um die Ungeimpften indirekt mit zu schützen», sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur.

    «Wir kommen also in Bereiche, die schwer zu erreichen sind, solange es für Kinder unter 12 Jahren keinen zugelassenen Impfstoff und für alle unter 18 Jahren keine allgemeine Impfempfehlung gibt. Es kann sein, dass Herdenimmunität nur für einzelne Einrichtungen wie Pflegeheime erreicht werden kann, aber nicht für das Gros der Bevölkerung», sagte Watzl. Mangels Impfmöglichkeiten gelte auch für jüngere Schüler, dass bei ihnen zunächst keinerlei Gemeinschaftsschutz besteht.

    Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht seit Längerem von einem Ziel von mehr als 80 Prozent immunen Menschen – nach vollständiger Impfung oder Infektion plus Impfung –, um weitgehend auf Massnahmen und Regeln verzichten zu können. Zu Beginn der Pandemie gingen Experten noch von einem Anteil von rund zwei Dritteln aus, wegen des damals noch weniger infektiösen Erregers.

  • 0.33 Uhr
    Buch: Wollte Trump Infizierte nach Guantanamo schicken?

    Der damalige US-Präsident Donald Trump soll einem Buch zufolge zu Beginn der Pandemie erwogen haben, infizierte Landsleute nach der Rückkehr aus den Ferien zur Quarantäne nach Guantanamo zu schicken. Das berichtete die «Washington Post» am Montag vorab unter Berufung auf das noch unveröffentlichte Buch «Alptraum-Szenario: Die Reaktion der Trump-Regierung auf die Pandemie, die die Geschichte verändert hat», das zwei Mitarbeiter der Zeitung geschrieben haben. In Guantanamo Bay auf Kuba betreiben die USA einen Militärstützpunkt mit einem berüchtigten Gefangenenlager.

    «Haben wir keine Insel, die wir besitzen?», soll Trump im Februar 2020 im Weissen Haus gefragt haben, bevor sich das Virus dramatisch in den USA ausbreitete. Und dann: «Was ist mit Guantanamo?» Trump-Berater seien fassungslos gewesen, schrieb die «Washington Post». Letztlich sei die Idee verworfen worden, weil sich die Berater über die öffentliche Reaktion gesorgt hätten, wären Urlaubsrückkehrer auf demselben US-Stützpunkt untergebracht worden wie Terrorverdächtige. Mehr dazu hier.

  • 0.20 Uhr
    US-Notenbankchef sieht deutliche Konjunkturerholung

    Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sieht die Konjunktur und den Arbeitsmarkt weiter auf einem guten Weg. Es gebe eine deutliche Wirtschaftserholung von den Folgen der Pandemie, sagte Fed-Chef Jerome Powell in vorab veröffentlichten Auszügen seiner Rede vor einem Kongressausschuss am Dienstag. Er wiederholte zudem seine Aussage, dass die Teuerungsrate nur vorübergehend höher sein dürfte. Zudem zeigte er sich erneut besorgt, dass die Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt am stärksten den Niedriglohnsektor, Afroamerikaner und Hispanics treffen.

    Er rechnet insgesamt jedoch mit der Schaffung weiterer Stellen. Die Pandemie stelle dennoch weiterhin Risiken für die Konjunktur dar. Die Fed werde «alles tun, um die Wirtschaft so lange zu unterstützen, bis die Erholung abgeschlossen ist».

    Die Auszüge wurden nach dem Schluss der Wall Street veröffentlicht. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatenleihen legte auf ein Tageshoch von 1,497 Prozent zu. Die Fed hatte am Mittwoch signalisiert, dass sie eine frühere Zinswende ins Auge fasst als bislang erwartet, und damit die Märkte aufgeschreckt.

  • 0 Uhr
    Italien will Maskenpflicht im Freien bald aufheben

    In Italien soll ab kommendem Montag die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien entfallen. «Ab dem 28. Juni lassen wir die Pflicht, in der weissen Zone draussen Masken zu tragen, hinter uns», schrieb Gesundheitsminister Roberto Speranza am späten Montagabend auf Twitter. Dies geschehe jedoch stets unter Beachtung der Vorsichtsmassnahmen, die der wissenschaftliche Rat aus Gesundheitsexperten festlege.

    Derzeit zählen alle italienischen Regionen ausser das kleine Aostatal im Nordwesten des Landes zur Weissen Zone mit den lockersten Corona-Regeln. Es wird damit gerechnet, dass ab kommendem Montag auch diese Region dazu gehört.

    In Innenräumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Menschen damit weiter Masken tragen. Der Zeitung «La Repubblica» zufolge gilt in Restaurants auch die bisherige Regelung weiter, dass der Schutz nur abgenommen werden darf, wenn man an seinem Platz sitzt. Draussen wie drinnen bleiben die Abstandsregeln in Kraft.

    Mit zunehmender Lockerung der Corona-Regeln in Italien hatten Politiker und Gesundheitsexperten auch die Debatte um die Maskenpflicht im öffentlichen Raum immer lauter geführt. Die Regierung hatte zunächst Mitte Juli als Zeitpunkt für ein Ende der Maskenpflicht in Aussicht gestellt. Am Montag beriet der wissenschaftliche Rat und gab grünes Licht für den 28. Juni, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

    In Italien sinken die Corona-Fallzahlen beständig weiter. Am Montag meldeten die Gesundheitsbehörden knapp 500 Neuinfektionen und 21 Tote mit dem Virus.