Coronavirus

Kantonspolizei Zürich büsst nur die ganz Renitenten

SDA

11.4.2020 - 15:41

Die Kantonspolizei Zürich zieht eine positive Zwischenbilanz: Die Leute halten sich an die Regeln wegen des Coronavirus. (Archivbild)
Die Kantonspolizei Zürich zieht eine positive Zwischenbilanz: Die Leute halten sich an die Regeln wegen des Coronavirus. (Archivbild)
Source: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Die Kantonspolizei Zürich ist zufrieden mit der Bevölkerung. Bis auf einige wenige Unbelehrbare halten sich die Menschen an die vom Bund und Kanton erlassenen Weisungen wegen des Coronavirus.

Die Regeln sollten verhältnismässig und überall gleich umgesetzt werden, sagte Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) bei einer Zwischenbilanz am Samstagmittag vor den Medien in Winterthur. Die Kantonspolizei ist daher auch in Kontakt mit den Stadt- und Kommunalpolizeien.

Zwischen Donnerstagabend und Karsamstagmittag gingen über 200 Meldungen bei der Einsatzzentrale ein, etwa wegen nicht eingehaltener Abstandsregeln. Aufgabe der Polizei sei aber nicht das Ausstellen von Bussen, sondern vielmehr das Erklären, Motivieren und Unterstützen, sagte Thomas Würgler, Kommandant der Kantonspolizei. «Nur die ganz Renitenten werden gebüsst,» betonte er.

«Social Distancing aus Einsicht»

Einschreiten musste die Polizei beispielsweise wegen Ansammlungen auf Sportanlagen. Diese werden nicht toleriert. Im Bezirk Dietikon wurde der Betreiber eines Kulturvereins angezeigt, weil er seinen Club trotz Verbot geöffnet hatte. Die Seepolizei ermahnte drei Schiffsführer, Verzeigungen oder Ordnungsbussen stellte sie jedoch keine aus.

Es sei erfreulich, dass sich die Leute an die Regeln halten, sagte Würgler. Und auch einen Anstieg von häuslicher Gewalt, nachbarschaftlichen Streitigkeiten oder psychischen Problemen als Folge der ungewohnten Situation hat die Polizei bislang nicht beobachtet. Die Anzahl der Interventionen wegen häuslicher Gewalt liege leicht unter dem letztjährigen Durchschnittswert, heisst es in einer Mitteilung.

Entwarnung wollte der Sicherheitsdirektor allerdings noch nicht geben. Die Regeln müssten weiter durchgesetzt werden – aber nicht gegen die Bevölkerung, sagte er. Wenn sich alle daran hielten, sei er überzeugt, dass bald wieder Lockerungen möglich seien. «Social Distancing aus Einsicht, nicht aus Zwang.»

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