Hartnäckige Seniorin holt sich Geld von Partnervermittlung zurück

uri

22.11.2019

Für die Vermittlung eines Partners bezahlte eine 72-jährige Zürcherin viel Geld, hörte dann aber nichts mehr von der Agentur. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Eine Seniorin zahlt über 5'000 Franken an eine Partnervermittlung – bekommt im Gegenzug aber keine Leistung. Erst als die Frau eine härtere Gangart einlegt, sieht sie ihr Geld wieder. 

Vom Fall einer 72-Jährigen, die kürzlich einen wahren «Freudentag» feiern konnte, berichtet das SRF Konsumentenmagazin «Espresso». Nach langem Hin und Her und grosser Nerverei erhielt die Zürcherin am 6. September 2019 eine Gutschrift über 5'385 Franken zurück. Es handelte sich dabei um jenen Betrag, den die Frau bereits einem Partnervermittlungsbüro bezahlt hatte, ohne dass dieses – wie ursprünglich zugesichert –, irgendwelche Partnervorschläge übermittelte.

Grosse Versprechen, keine Leistung

Als die Frau den Vertrag mit dem Unternehmen Partnerpool abschloss, war ihr noch viel versprochen worden: Der Geschäftsführer der Agentur erklärte ihr zu jenem Zeitpunkt, ihm würden sofort zwei potenzielle Kandidaten für sie einfallen. Nachdem die Klientin dann aber auch nach zwei Wochen keinen Vorschlag bekommen hatte und von der Agentur lediglich weiter vertröstet wurde, kündigte sie noch innert der gesetzlichen Frist und verlangte den von ihr gezahlten Betrag zurück.

Doch auch dann wurde die Frau vom Geschäftsführer von «Partnerpool» mit Ausreden hingehalten, berichtet «Espresso». Sie nahm sich deshalb einen Anwalt und betrieb die Partnerpool GmbH. Der Geschäftsführer habe sich daraufhin quergestellt und geweigert, den Zahlungsbefehl abzuholen. Dieser musste schliesslich von der Polizei zugestellt werden.

Erst eine Strafanzeige brachte Erfolg

Die Chancen der Frau auf eine Erstattung ihrer Auslagen hätten trotzdem nicht gut gestanden, weiss «Espresso». Ein Blick ins Betreibungsregister habe für Partnerpool in den letzten beiden Jahr nämlich «Betreibungen über 50'000 Franken, Verlustscheine und Konkursandrohungen» erkennen lassen.

Die Geprellte habe dennoch nicht aufgegeben und schliesslich Strafanzeige eingereicht. Erst das habe offensichtlich genug Eindruck gemacht: Nachdem die Kantonspolizei dem Geschäftsführer von Partnerpool eine Vorladung zur Einvernahme schickte, beglich dieser den Betrag von 5'385 Franken. Der Kampf um ihr gutes Geld habe die Seniorin allerdings 1'500 Franken für den Anwalt und die Betreibung gekostet.

Wie «Espresso» weiter berichtet, sei die Partnerpool GmbH inzwischen aus dem Handelsregister gestrichen worden. Die hinter dem Unternehmen stehenden Personen seien aber bereits mit einer neuen Partnervermittlungsagentur zugange.

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