Ist der Mensch weg – kommt der Wal

AP/uri

9.4.2020 - 18:05

Finnwale trauten sich nun sehr nahe an den Hafen von Marseille. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Von den Ausgangsbeschränkungen für den Menschen profitieren Tiere und Umwelt – ein neuestes Beispiel dafür kommt aus Südfrankreich: Nahe des geschlossenen Hafens von Marseille wurden zwei Finnwale gesichtet.

Am Dienstag wurde das Finnwalpaar  in den Gewässern vor dem Calanques-Nationalpark gefilmt, der sich in bei südfranzösischen Hafenstadt Marseille befindet.

Finnwale so nah in Gewässern zu sehen, sei «sehr, sehr selten», sagte der Verwaltungschef des Parks, Didier Reault, am Donnerstag im Radio France Info. Üblicherweise seien die Tiere viel weiter draussen in tieferen Gewässern.

Da es keinen Seeverkehr gebe, seien die Wale viel gelassener, ruhiger und trauten sich, ihren normalerweise nicht genutzten «Spielplatz» zu erkunden, sagte Reault der Nachrichtenagentur AP. «Es ist eindeutig, dass die Ausgangsbeschränkungen für Menschen der Natur und der Artenvielfalt helfen, ihre natürlichen Lebensräume wiederzuentdecken.» Das gelte gerade für Finnwale und andere Lebewesen des Meeres, die nun näher an die Küste kämen, wo aktuell nichts passiere und es «absolut ruhig» sei.

Finnwale gehören zu den grössten Tieren der Welt, sie werden über 20 Meter lang und können bis zu 70 Tonnen wiegen.

Wie der Nationalpark Calanques bei Facebook schrieb, konnten in den vergangenen drei Wochen bereits andere besondere Sichtungen gemacht werden – von Delfinen, Thunfischen und Seevögeln. Dies sei ein weiterer Hinweis auf die Wirkung der Ausgangsbeschränkungen auf Wildtiere.



Auch anderswo machen sich Tiere die Ausgangsbeschränkungen für den Menschen in der Coronavirus-Pandemie zunutze. In Llandudno in Wales etwa wurden Bergziegen dabei gefilmt, wie sie im Grüppchen durch die Stadt zogen und in Vorgärten von Anwohnern Blumenbeete plünderten.

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