Herbstlicher Nationalfeiertag — Lage am Rhein stabilisiert sich

sda/toko

1.8.2021 - 14:50

Das Wetter am Bundesfeiertag zeigt sich von seiner garstigen Seite — nur 1997 war es kälter. Im Tessin hat es in der Nacht auf Sonntag erneut kräftig geregnet. Die Hochwasser-Lage am Rhein hat sich derweil stabilisiert.

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1.8.2021 - 14:50

In der Schweiz hat es in der Nacht von Samstag auf Sonntag erneut kräftig geregnet. In der Deutschschweiz kamen Mengen von 30 bis 70 Litern pro Quadratmeter zustande. Auf dem Monte Generoso im Tessin fielen 63 Liter Regen, wie SRF Meteo auf Twitter mitteilte.

Im Tessin hat es in der Nacht auf Sonntag erneut kräftig geregnet. Die Flüsse führen viel Wasser. 
Keystone (Archivbild)

In der benachbarten Lombardei (I) war der Niederschlag mit lokal bis zu 120 Litern noch extremer, wie der Wetterdienst Meteocentrale am Sonntagmorgen im Rückblick auf die vergangenen 24 Stunden mitteilte. In Bad Ragaz SG gab es demnach 60 Liter Regen innert 24 Stunden. Auf dem Hörnli im Kanton Zürich waren es 55 und in Hinwil ZH 50 Liter.

Verbreitet kamen in der Deutschschweiz Regenmengen zwischen 30 und 70 Litern zustande. Infolge der Gewitter war die Regenverteilung lokal ungleichmässig, wie Meteonews feststellte. Spitzenreiterin auf der Alpennordseite war die Schönegg auf 570 Metern über Meer im Kanton Zug mit 70 Litern.

Insgesamt summierte sich der Regen im am Samstag abgelaufenen Juli auf 99 Liter in Visp VS bis zu 593 Liter in Robièi TI. Vielerorts geht der Juli damit als der regenreichste seit Messbeginn in die Geschichte ein. Laut Meteonews dürften die kräftigen Regenfälle die Seepegel wieder ansteigen lassen.



Am Bundesfeiertag vom Sonntag rechnen die Meteorologen mit weiteren Regenfällen. Das Gröbste sei aber überstanden, schreibt SRF Meteo. Im Westen und Süden werde es tagsüber einige sonnige Abschnitte geben. Am Abend sollte es zu den Bundesfeiern nur noch wenige Schauer geben. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 15 bis 20 Grad im Norden und 24 Grad im Süden.

Herbstliches Wetter am Nationalfeiertag

Das Wetter zeigt sich dieses Jahr am Bundesfeiertag von seiner garstigen Seite. Doch 1997 war es mit nur gerade 13,2 Grad noch deutlich kälter.

Im neuen Jahrtausend war bisher der erste August 2015 mit 19,5 Grad am kältesten, dicht gefolgt vom Jahr 2006, als 19,6 Grad gemessen wurden, wie SRF Meteo am Sonntag auf Twitter schrieb.

Regen und «herbstliche» 17 bis 20 Grad bescherten laut dem Wetterdienst dieses Jahr der Schweiz einen kühlen 1.-August-Feiertag. Im Appenzell werden laut Meteocentrale gerade mal 15 Grad erreicht. Die Schneefallgrenze sank auf 2900 bis 2500 Meter über Meer.

Im Gegensatz zum kühlen Wetter am Bundesfeiertag 2021 wurden letztes Jahr Temperaturen über 35 Grad gemessen. Der Allzeitrekord liegt bei 35,6 Grad - diese Temperatur wurde am 1. August 2018 in Zürich-Kloten gemessen, wie damals Meteoschweiz, das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie schrieb.

Lage am Rhein stabilisiert sich

Nach einer Entspannung der Hochwassersituation am Rhein wird die vorsorgliche Sperre der Rheinvorländer auf Schweizer Seite am Sonntag um 15.00 Uhr aufgehoben. Dies teilte die Internationale Wasserwehr am Alpenrhein mit.

Die Flüsse im Einzugsgebiet des Alpenrheins seien entgegen Befürchtungen doch nur leicht angestiegen, hiess es in der Mitteilung.

Auf österreichischer Seite blieb das Rheinvorland in Vorarlberg indes aufgrund der Nähe des Radwegs zum Mittelwuhr und der vorhandenen Nässe bis auf weiteres geschlossen, informierte die Wasserwehr weiter. Die Lage werde weiter beobachtet.

Am Samstagabend waren Fuss- und Radwege in den Vorländern des Rheins sowohl auf schweizerischer als auch österreichischer Seite aufgrund von Hochwassergefahr vorsorglich gesperrt worden.

Auf der Schweizer Seite des Rheins betraf die Sperre der Vorländer den Abschnitt ab der Rheinbrücke Wiesenrain bei Widnau bis St. Margrethen Bruggerhorn. Auf der österreichischer Seite blieb die Strecke ab der Rheinbrücke Wiesenrain bei Lustenau bis zum Bodensee vorerst unpassierbar.

Durch die starken Niederschläge wurde am Samstag ein Ansteigen der Flusspegel im Einzugsgebiet des Alpenrheins befürchtet. Es habe jedoch vor allem am Sonntag «viel weniger geregnet als prognostiziert», sagte ein Sprecher der Wasserwehr der Nachrichtenagentur APA.

Laut Berichten des ORF Vorarlbergs hatte sich der Rhein in der Nacht kurz vor dem Bodensee teilweise ins Vorland ausgedehnt. Auch Kanäle im Ried bei Dornbirn und Lustenau seien über die Ufer gegangen. Der Rhein dürfte im Grossen und Ganzen aber in der Mittelrinne bleiben.

Die Bevölkerung wurde jedoch weiterhin gebeten, sich nicht in der Nähe des Rheins aufzuhalten, um einen möglichen Einsatz der Einsatzkräfte nicht zu behindern. Auch aus Gründen der persönlichen Sicherheit sollten Rheindämme, Vorland und insbesondere die Innenwuhre weiterhin gemieden werden.

sda/toko