Gefahr für die Gesundheit Was ist das überhaupt, eine Hitzewelle?

mmi

9.7.2023

Wenn Hitzewellen extrem werden: Gestrandete Boote liegen am ausgetrockneten Ufer des Brenet-Sees. (Juli 2022).
Wenn Hitzewellen extrem werden: Gestrandete Boote liegen am ausgetrockneten Ufer des Brenet-Sees. (Juli 2022).
KEYSTONE (Anthony Anex)

In der Schweiz treten Hitzewellen immer häufiger auf. Doch was das ist und wie man damit am besten umgeht, ist gar nicht so einfach. 

Redaktion blue News

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Hitzewellen werden in der Schweiz häufiger.
  • Sucht man nach einer genauen Definition, wird es komplizierter – denn es gibt keine allgemein gültige Definition einer Hitzewelle.
  • Das Schweizer Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie definiert eine Hitzewelle wie folgt: «Eine Periode extremer Hitzebelastung, welche die menschliche Gesundheit gefährden kann.»
  • Dabei ist wichtig zu beachten, dass Hitze nicht immer gleich empfunden wird.

Ab wann spricht man von einer Hitzewelle?

Das passiert meist, wenn über mindestens drei Tage hinweg verbreitet Temperaturen von über 30 Grad erwartet werden.

Doch sucht man aber nach einer genauen Definition des Begriffs Hitzewelle, wird es schon etwas komplizierter, wie folgender Vergleich verdeutlicht:

Während in der Schweiz Temperaturen im Sommer ab 30 Grad als Hitzetag eingestuft werden, sind in Indien beispielsweise Temperaturen um die 30 Grad normal. In der Hauptstadt Delhi etwa liegen die Höchstwerte im Mai durchschnittlich bei 40 Grad. 

Weil Hitze in einer bestimmten Region anhand des dort in der bestimmten Jahreszeit typischen Wetterniveaus gemessen wird, ist eine weltweit einheitliche Definition schwierig – eine offizielle gibt es nicht. Selbst innerhalb Europas werden die Kriterien einer Hitzewelle von Land zu Land unterschiedlich festgelegt. 

Zwar hat die Weltorganisation für Meteorologie es mal so definiert: Wenn an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die durchschnittliche Höchsttemperatur um 5 Grad überschritten wird, spricht man von einer Hitzewelle.

Wie definiert die Schweiz eine Hitzewelle?

Das Schweizer Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie macht es anders und behält bei seiner Definition einer Hitzewelle mehr den Menschen im Fokus: «Eine Periode extremer Hitzebelastung, welche die menschliche Gesundheit gefährden kann.» Dabei ist wichtig zu beachten, dass Hitze nicht immer gleich empfunden wird.

Wann gibt es Hitzewelle-Warnungen?

Für Warnungen verwendet MeteoSchweiz seit dem Sommer 2021 eine neue Methode. Zuvor verwendete sie den sogenannten Hitzewellenindex. Dieser beschreibt die gefühlte Temperatur und wird auf der Basis von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit berechnet. Übersteigt der Index während mindestens drei Tagen einen Wert von 90, besteht eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit der Menschen.

Die Luftfeuchtigkeit hat einen massgeblichen Einfluss, wie ein Mensch die Hitze wahrnimmt. Dabei gilt: Hohe Temperaturen sind bei geringer Luftfeuchtigkeit besser zu ertragen als bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Die Luftfeuchtigkeit hat einen massgeblichen Einfluss, wie ein Mensch die Hitze wahrnimmt. Dabei gilt: Hohe Temperaturen sind bei geringer Luftfeuchtigkeit besser zu ertragen als bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Meteo News

Seit 2021 wendet MeteoSchweiz nun aber eine andere Methode an. Im Zentrum steht die Tagesmitteltemperatur, abgekürzt Tmean. Für die Berechnung werden sowohl die Tages- als auch die Nachttemperaturen berücksichtigt, und zwar über einen Zeitraum von 24 Stunden, von einer Mitternacht zur nächsten.

Auf der Website von MeteoSchweiz wird erklärt: «An den Stationen des automatischen Messnetzes von MeteoSchweiz wird die Temperatur alle zehn Minuten gemessen, pro Tag liegen somit 144 Einzelmessungen vor. Tmean stellt deshalb eine sehr robuste Grösse dar und beschreibt die Hitzebelastung über den ganzen Tag betrachtet.»

Diese Änderung wurde aufgrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse eingeführt, wonach auch hohe Nachttemperaturen einen negativen Einfluss auf den menschlichen Organismus haben.

Hitzewellen – die grösste Bedrohung für Schweizer Bevölkerung?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BASS) hält Hitzewellen sogar für eine der grössten Bedrohungen für die Schweiz und hat dementsprechend ein Gefährdungsdossier erstellt. Denn auch in der Schweiz steigen die Temperaturen. Seit 1864 ist es im Schnitt 1,8 Grad wärmer geworden.

Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat Verhaltensempfehlungen formuliert, wie man sich und andere am besten vor der Hitze schützen kann:

Die wichtigsten Massnahmen gegen Hitze

  • Hitzewarnung beachten
  • Risikopersonen schützen
  • Körper kühl halten
  • Genug trinken (Mind. 1,5 Liter Wasser)
  • Für ein kühles Zuhause sorgen
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