Mit der WIR-Währung geht es bergab

sob

14.10.2019 - 05:44

Die Alternativwährung WIR wird von der WIR-Bank mit Hauptsitz in Basel herausgegeben.
zvg

Einst rettete die Alternativwährung WIR in der Krise manche Schweizer KMU. Jetzt steckt WIR selbst in der Krise. Das Gewerbe distanziert sich mehr und mehr davon. Wer noch auf WIR sitzt, wird sie nicht mehr los.

Die Komplementärwährung WIR für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) versprach in der Krise der 1930er-Jahre günstiges Geld. Inzwischen ist Geld generell günstig zu haben – sprich zu einem tiefen Zinssatz.

«Früher, etwa in den 90er-Jahren, waren WIR-Kredite wahrscheinlich attraktiver als heute», mutmasst heute Christoph Erb, Direktor der Berner KMU, im «Blick». Klar, denn in den 1990er-Jahren war das Zinsniveau vergleichsweise hoch. Heute scheinen die Zinsen im freien Fall.

Viele KMU sitzen auf WIR und werden sie nicht mehr los. Einen Rücktausch in Franken lehnt die Bank ab. Die Unternehmen stehen also vor der Wahl, entweder WIR abzuschreiben oder auf dem Schwarzmarkt loszuwerden. Dort ist der Kurs der Komplementärwährung zusammengebrochen. Ein WIR entspricht heute nur noch etwa 65 Rappen, obwohl die Bank eigentlich ein Eins-zu-eins-Verhältnis verspricht.

«Ich will nie wieder etwas mit WIR zu tun haben», sagt ein aufgebrachter Kaminfeger aus Schaffhausen. Jahrelang habe er mitgemacht. Doch vor einigen Wochen hörte er damit auf. Wegen WIR habe er viel Geld verloren.

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