Mit dem Taycan wagt sich nun auch Porsche aus der Deckung und präsentiert sein erstes reines Elektroauto. Die Investitionen in das Zukunftsprojekt sind immens, die Erwartungen aber auch.
Dass ihre Autos ja eigentlich kein Mensch braucht, ist etwas, mit dem sie gern kokettieren bei Porsche. Braucht keiner, will aber jeder. Das Motto ist schon ziemlich alt, zieht aber immer noch, vor allem wenn es besonders PS-starke und zugleich eher nicht so alltagstaugliche Supersportwagen zu bewerben gilt.
Der Taycan schlägt da womöglich ein bisschen aus der Art. Am Mittwoch hat das erste reine Elektromodell aus Stuttgart-Zuffenhausen seine Weltpremiere gefeiert – gleichzeitig an drei Standorten auf drei Kontinenten. Ab Ende des Jahres wird es ausgeliefert, die USA machen den Anfang, dann folgen Europa und China.
Grosse Erwartungen
Die Erwartungen sind gross. Porsche steht, wie die Branche insgesamt, wegen Dieselskandal und der Debatte um Fahrverbote in der Kritik und wird skeptisch beäugt. Der Konzern selbst hat Nachhaltigkeit und Elektromobilität unter Einsatz von Milliardenbeträgen zu Top-Themen gemacht und gar den Beginn einer neuen Ära ausgerufen – und muss nun liefern.
Insofern braucht also vor allem auch die VW-Tochter selbst jetzt den Taycan. Und ob den dann wirklich jeder will – und wer ihn will – muss sich erst zeigen. Da geht es Porsche gerade nicht anders als allen anderen Autobauern, die zum Sprung ins Elektro-Zeitalter ansetzen.
«Der Einstieg in neue Technologien ist nie ohne Risiko zu bewältigen», sagt Porsche-Chef Oliver Blume. Aber ohne den Mut dazu sei in der Zukunft eben auch nichts zu holen.
Porsche-Chef Oliver Blume präsentiert mit dem Taycan das erste reine Elektroauto des Sportwagenbauers.
Source:KEYSTONE/AP DPA/PATRICK PLEUL
6 Milliarden für E-Mobilität
Der Konzern nimmt bis 2022 sechs Milliarden Euro in die Hand, um gross in das Geschäft mit der Elektromobilität einzusteigen, stellt 1500 neue Leute eigens dafür ein. Das komplette Werk am Stammsitz in Zuffenhausen wurde in den vergangenen Monaten für den Taycan aus- und umgebaut.
«Wir haben uns mit dem Taycan bewusst für ein Segment entschieden, in dem unsere Marke bislang noch nicht vertreten war», sagt Blume. Schaut man auf die Verkaufszahlen, hätte sich das SUV-Segment zum Start auch bei Porsche womöglich eher angeboten – als die sicherere Variante sozusagen. Der Taycan hingegen ist irgendwo zwischen dem Klassiker 911 und dem viertürigen Panamera zu verorten. Den aktuellen Topseller, den kleinen SUV Macan, soll es zwar auch als reine E-Variante geben – aber erst 2022.
Die Frage, ob der Konzern aus der Elektro-Nummer zur Not auch nochmal herauskäme, falls es nicht läuft, stelle sich nicht, meint Blume. «Ich bin fest davon überzeugt, dass die Elektromobilität eine Erfolgsstory für Porsche wird», sagt er. Bauen kann der Konzernchef darauf, dass sich weltweit schon Tausende Menschen in den vergangenen Monaten quasi eine Katze im Sack gekauft haben.
Für jeweils 2500 Euro Anzahlung hat Porsche Vorbestellungen für den Taycan angenommen, von dem bis Mittwoch kaum jemand wusste, wie er in der Serienversion aussieht und wie er sich fährt. Blume wird deshalb auch nicht müde zu betonen, dass auch ein E-Porsche natürlich ein echter Porsche sei.
Offenbar über 20'000 Interessenten
Offiziell ist seit Monaten von mehr als 20'000 Interessenten die Rede, die schon eine Anzahlung geleistet haben. Produktionschef Albrecht Reimold hat jüngst aber auch schon von mehr als 30'000 gesprochen. Mindestens 20 000 Taycan pro Jahr will Porsche bauen.
Nach oben ist Kapazität, von bis zu 40'000 war schon zu lesen. Auch dazu wollte sich Blume bisher nicht festlegen. Experte Reindl hält es für durchaus möglich, dass mit dem Taycan auch ganz neue Käuferschichten erschlossen werden können. Es sei indes sehr wichtig für Porsche, sagt er, dass sich die einzelnen Segmente nicht kannibalisieren.
Um die weltweit verschiedenen Klimaschutzvorgaben einhalten zu können, plant der Konzern damit, 2025 rund die Hälfte aller Fahrzeuge elektrifiziert oder mit reinem Elektroantrieb zu verkaufen. Beim Panamera etwa gelingt das schon, der wird in Europa schon seit einiger Zeit mehrheitlich als Hybridversion ausgeliefert.
Von seiner Ikone lässt Porsche hingegen die Finger. Der 911er mit Elektromotor kommt dann doch erst einmal nicht in Frage. Porsche will auch die Verbrenner weiterentwickeln, wobei sich das im Fall der Stuttgarter auf Benzinmotoren beschränkt. Neue Diesel gibt es bei Porsche nicht mehr.
Eine Hybridversion des 911ers kann sich der Chef zwar prinzipiell vorstellen, machbar wäre es auch, konkret geplant ist es bisher aber nicht. Der 911er sei eine feste Grösse in der Produktpalette, sagt Blume. «Er wird noch lange mit einem Verbrennungsmotor unterwegs sein.»
Wie kann die EU Donald Trump kontern? Nach den Zoll-Drohungen des US-Präsidenten im Streit um Grönland befindet sich Europa auf Kollisionskurs mit den Vereinigten Staaten. Bei einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs Ende der Woche dürfte es auch um die milliardenschweren Gegenmassnahmen gehen, die der EU als Handelsoption zur Verfügung stehen.
20.01.2026
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
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STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
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