WirtschaftRomande Energie erzielt im 2023 ausserordentlich hohe Ergebnisse
mk
23.4.2024 - 08:28
Romande Energie hat auch im vergangenen Jahr weiter in den Ausbau von erneuerbaren Energien investiert - im Bild der Mont-Soleil. (Archivbild)
Keystone
Das Energieunternehmen Romande Energie hat im Jahr 2023 ausserordentlich hohe Umsätze erzielt und den Gewinn kräftig gesteigert.
Keystone-SDA, mk
23.04.2024, 08:28
SDA
Grund dafür waren in erster Linie die höheren Preise, die das Unternehmen von Kunden in der Grundversorgung verlangen konnte. Aber auch aus Beteiligungen floss mehr Geld in die Kassen.
Der Umsatz kletterte laut Mitteilung vom Dienstag im letzten Jahr um 24 Prozent auf einen Rekordwert von 928 Millionen Franken. Höhere Tarife waren vor allem der Grund dafür, denn die 2021 und 2022 stark gestiegenen Energiepreise wurden erst ab 2023 in den regulierten Tarifen berücksichtigt.
Die höheren Einnahmen schlugen auch positiv auf die Gewinnzahlen durch. Der operative Gewinn (EBIT) sprang auf 99,7 Millionen Franken hoch nach 44,8 Millionen im Jahr 2022. Bereinigt um einen Liegenschaftsverkauf läge der EBIT immer noch auf hohen 90 Millionen Franken, wie es heisst.
Hoher Alpiq-Zustupf
Unter dem Strich verblieb gar ein Reingewinn von 214,9 Millionen Franken nach lediglich 41,5 Millionen im Jahr davor. Mit ein Grund für den Gewinnsprung waren die klar höheren Beiträge von assoziierten Gesellschaften von 141 Millionen. Romande Energie ist mit knapp 30 Prozent an der EOS Holding beteiligt, die wiederum einen Drittel an Alpiq hält.
An die Aktionärinnen und Aktionären will Romande Energie eine unveränderte Dividende bezahlen. Diese beläuft sich nach Umsetzung eines Aktiensplits im Verhältnis von 1 zu 25 nunmehr auf 1,44 Franken je Aktie. Im vergangenen Jahr waren es vor dem Split noch 36 Franken je Titel gewesen.
Weitere Investitionen in erneuerbare Energien
Romande Energie steht derweil laut eigenen Angaben weiterhin finanziell auf soliden Beinen. Ende 2023 beliefen sich die flüssigen Mittel auf 113 Millionen Franken nach 141 Millionen ein Jahr davor, während die Verschuldung um 13 Millionen auf 195 Millionen Franken zurückging.
Die Firma investiert weiter kräftig in die Infrastruktur. Insgesamt beliefen sich die Investitionen laut Mitteilung im Jahr 2023 auf 200 Millionen Franken, wovon ein Grossteil in die Verteilnetzstruktur und in die Produktion erneuerbarer Energie floss. Konkret seien vor allem Fernheizungen und Solarparks gebaut worden, heisst es.
«Um die Energiewende zu beschleunigen und die Produktion erneuerbarer Energie auszubauen, möchten wir unser ehrgeiziges Investitionsprogramm über 2027 hinaus fortsetzen», wird Firmenchef Christian Petit in der Mitteilung zitiert. «Wir werden die Anpassungen unserer Strategie bekanntgeben, sobald wir unsere Überlegungen zu Ende geführt haben.»
Unsichere Aussichten
Im Ausblick äussert sich Romande Energie vorsichtig. Da das Jahr 2023 durch ausserordentliche Umstände geprägt gewesen sei, rechnet die Gruppe für 2024 mit einem rückläufigen Finanzergebnis. Zudem sei das Geschäft nach wie vor von Unsicherheiten bei Preisen und Verfügbarkeit sowohl auf den Strommärkten als auch hinsichtlich der Lieferung von Materialien geprägt.
Nicht nur die geopolitische Situation, sondern auch politische Entwicklungen sind von Bedeutung. Romande Energie erwähnt etwa das nicht vorhandene Rahmenabkommen mit der Europäischen Union sowie reglementarische Entwicklungen wie die mögliche Umsetzung des Bundesgesetzes über erneuerbare Energien, über das im Juni 2024 abgestimmt werde.
Belastend wirkt sich derweil die Anfang 2024 im Energieabsatz am regulierten Markt je Rechnungsempfänger gesenkte, erzielbare Marge aus. Dies dürfte sich mit geschätzt 4 Millionen Franken auf den EBIT negativ auswirken, heisst es. Derweil würden künftig Investitionen in die Infrastruktur für Energieerzeugung und Netze allgemein besser vergütet.
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Washington, 12.01.2026: Der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank eskaliert. Jerome Powell weist strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Federal Reserve zurück.
Powell soll im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington vor dem Senat Falschaussagen gemacht haben, so der Vorwurf.
Der Fed-Chef sieht darin allerdings nur einen Vorwand:
O-Ton Jerome Powell, Chef der US-Notenbank
«Es geht darum, ob die Fed die Zinssätze weiterhin auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Gegebenheiten festlegen kann – oder ob die Geldpolitik stattdessen von politischem Druck oder Einschüchterung bestimmt wird.»
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren wirft Trump eine «korrupte Übernahme» der Zentralbank vor. Warum Trumps Justizministerium ausgerechnet jetzt gegen Powell vorgeht, ist unklar. Dessen Amtszeit endet ohnehin im Mai. Trump will noch im Januar seinen Wunschkandidaten für die Nachfolge auf dem Chefposten der Federal Reserve bekanntgeben.
12.01.2026
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
STORY: Das Münchener Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft herabgesetzt. Das Bruttoinlandsprodukt werde im kommenden Jahr um 0,8 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen, sagten die Münchner Forscher am Donnerstag voraus. Im September waren sie noch von 1,3 und 1,6 Prozent ausgegangen. Die deutsche Wirtschaft passe sich dem Strukturwandel nur langsam und kostspielig an, hiess es zur Begründung. Zusätzlich würden Unternehmen und Neugründungen durch bürokratische Hürden und eine veraltete Infrastruktur behindert. Auch die US-Handelspolitik belastet die deutsche Exportwirtschaft demnach weiter spürbar. Die geplanten staatlichen Investitionen aus den Sondervermögen Infrastruktur und Verteidigung sowie weitere Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher wirken dem Ifo-Institut zufolge nur verzögert. Ifo-Präsident Clemens Fuest fordert von der Bundesregierung nun einen «Frühling der Reformen». O-Ton Clemens Fuest, Ifo-Präsident: «Ja, der Herbst der Reform hat leider in die falsche Richtung gesteuert. Was gemeint war, das waren ja Reformen, die das Wachstum stärken. Was wir bekommen haben, das sind überwiegend Reformen, die das Wachstum schwächen, zum Beispiel die Rentenreform, die einfach nur bedeutet, dass wir künftig höhere Steuern werden zahlen müssen. Das ist nicht der richtige Weg. Also, wir brauchen jetzt einen Frühling der Reformen, die in die richtige Richtung steuern.» Ansetzen sollte die Regierung bei Arbeitsmarkt, Investitionen und Bildung, so Fuest. Überflüssige Regulierung und Berichtspflichten müssten abgebaut werden. Helfen könne auch ein flexibleres Arbeitsmarktrecht. Für hochqualifizierte Arbeitskräfte sei ein weniger rigider Kündigungsschutz notwendig, damit neue Unternehmen auch mal Dinge ausprobieren und Leute einstellen könnten.
11.12.2025
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden
STORY: Bundesaussenminister Johann Wadephul hat bei seinem nachgeholten Besuch in Peking nach eigenen Angaben in Wirtschaftsfragen Fortschritte verbuchen können. Unter anderem äusserte er sich dort am Montag zum Thema Versorgung Deutschlands und Europas mit den Seltenen Erden. O-Ton Johann Wadephul (CDU), Bundesaussenminister: «Es ist gut, dass so ein substanzieller Kontakt stattfinden kann. Es waren heute offene und intensive Gespräche; Gespräche, die dazu da sind, immer wieder auszuloten, wie man gerade bei schwierigen Fragen vorankommen kann. Wir haben gute, konstruktive Gespräche geführt.»://: «Wir Europäer wollen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China. Wir scheuen auch keinen Wettbewerb, aber dieser muss auf Regeln basieren und fair sein. Wir hören, dass die chinesische Seite durchaus Verständnis hierfür hat. Wir wissen, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern müssen. Aber unsere chinesischen Gesprächspartner wissen auch, dass die Europäische Kommission die Wettbewerbsbedingungen genau beobachtet und sich auch immer vorbehalten muss, selbst aktiv zu werden.»://: «Es ist gut zu hören, dass dies auch im chinesischen Interesse ist. Man will einander ein verlässlicher Handelspartner und ein verlässlicher Wirtschaftspartner sein und auch als ein solcher gelten. Und es ist auch gut, von chinesischer Seite zu hören, dass man sich besonderen Engpässen auf deutscher und europäischer Seite mit besonderer Priorität widmen will.»://: «China hat versichert, dass man sehr konstruktiv an die Prüfung dieser Anträge herangehen wird und dass es keinerlei Bestrebungen gibt, gerade deutsche Unternehmen hier mit grösseren Problemen zu belasten. Das halte ich für eine gute Zusage und ermutige jetzt die deutsche Wirtschaft, hier jetzt konkret in die Beantragung hineinzugehen.»://: «Wir wollen Handelsbarrieren abbauen, aber das setzt voraus, dass auch China hier Massnahmen ergreift, die die Effekte der Überproduktion in Europa nicht zu stark werden lassen.» Bei Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine habe er hingegen keine nennenswerten Zugeständnisse der chinesischen Führung erhalten.
08.12.2025
Machtkampf um die Fed: Notenbankchef Powell stellt sich gegen Trump
Ifo-Präsident fordert «Frühling der Reformen»
Wadephul: China signalisiert Entgegenkommen bei Seltenen Erden