Hat ein Schweizer Forscher Zecken als Biowaffen missbraucht?

18.7.2019 - 10:47, tsha

Sieht so eine biologische Waffe aus? Ein Politiker glaubt, dass Zecken vom Pentagon als Krankheitsüberträger getestet wurden.
Bild: Keystone

Ein US-Politiker befürchtet, dass das Pentagon vor Jahrzehnten mit Zecken als mögliche biologische Waffen experimentiert haben könnte. Beteiligt gewesen sei auch ein Schweizer Forscher.

Zecken als biologische Waffen, um den Gegner auszuschalten – was nach dem Plot eines zweitklassigen Science-Fiction-Films klingt, beschäftigt derzeit die US-Politik. Wie «Spiegel Online» berichtet, will der Republikaner Chris Smith, der den US-Bundesstaat New Jersey im Repräsentantenhaus vertritt, entsprechende Informationen vom Pentagon einfordern.

Konkret geht es ihm um mögliche Experimenten aus den Jahren 1950 bis 1975. Smith will prüfen lassen, ob das US-Verteidigungsministerium damals Experimente durchgeführt hat, um Zecken und andere Insekten als Biowaffen einzusetzen. Die Tiere sollen so manipuliert worden sein, dass sie die Krankheit Lyme-Borreliose an Feinde übertragen können. Möglicherweise, so befürchtet Smith, könnten einige der Insekten die Pentagon-Labore verlassen und Schaden in der Bevölkerung angerichtet haben.

In den USA infizieren sich Schätzungen des US-Zentrums zur Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) jedes Jahr rund 300'000 Menschen mit Borreliose, in der Schweiz sind laut Bundesamt für Gesundheit jährlich 10'000 Menschen betroffen. Die Krankheit kann mit Antibiotika bekämpft werden, führt unbehandelt in einigen Fällen aber zu Lähmungen. Auf den Menschen wird sie durch Zeckenbisse übertragen.

Schweizer im Fokus

Entdeckt wurde die Lyme-Borreliose 1981 vom Schweizer Willy Burgdorfer – laut Kris Newby von der Stanford School of Medicine soll Burgdorfer nicht nur als Bakteriologe tätig gewesen sein, sondern auch an Biowaffen geforscht haben. Das zumindest schreibt Newby in ihrem Buch «Bitten: The Secret History of Lyme Disease and Biological Weapons», auf das sich der Politiker Chris Smith nun beruft. Smith übernimmt die dort aufgestellte Behauptung, Burgdorfer (1925-2014) habe Zecken mit Erregern ausgestattet, die »schwere Behinderungen, Krankheiten oder sogar Todesfälle bei möglichen Feinden» verursachen sollen.

«Ich glaube, die Amerikaner haben das Recht zu wissen, ob das wahr ist», so Smith während einer Debatte im Repräsentantenhaus. Er hält es gar für möglich, dass einige der manipulierten Zecken «absichtlich» freigelassen wurden. Laut «Spiegel Online» ist Smith' Antrag für eine Untersuchung der Vorgänge Teil eines Gesetzentwurfs über Verteidigungsaufgaben. Ob das Pentagon wirklich zu den Vorwürfen befragt wird, ist noch unklar.

Zecken: Überträger gefährlicher Krankheiten
Die Zecke: klein und brandgefährlich. Sie kann beim Menschen eine Hirnentzündung, die FSME, auslösen, die mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden ist. 
Zecken sind nicht nur im Hochsommer aktiv: Waldbesucher sollten sich auch im Frühling und im Herbst mit körperbedeckender Kleidung und geschlossenen Schuhen gut vor ihnen schützen.
Im Anschluss an einem Aufenthalt in der freien Natur sollte man Kleidung und den Körper nach Zecken absuchen. Vor allem in Achselhöhlen, Kniekehlen, am Hals oder Kopf saugen sie sich gern fest. Wer eine Zecke zügig nach einem Stich aus seinem Körper entfernt, läuft kaum Gefahr, an Lyme-Borreliose zu erkranken. Die Krankheitserreger befinden sich in Magen und Darm der Spinnentiere und geraten erst 12 bis 24 Stunden nach dem ersten Saugen in die Wunde.
Wichtig beim Entfernen: Die Zecke muss so nah wie möglich an der Haut gefasst, gelockert und langsam nach oben herausgezogen werden. Am besten gelingt das mit einer Zeckenkarte oder -pinzette.
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