«Feinde der Demokratie»

Radikale Impfgegner entsetzen Holocaust-Überlebende

SDA

27.1.2022 - 16:24

epa09572848 Holocaust survivor, Margot Friedlaender looks on prior to a commemoration ceremony at the Jewish community center in Berlin, Germany, 09 November 2021. The year 2021 marks the 83 anniversary of the Kristallnacht, also known as Night of Broken Glass, a pogrom against the Jewish community that took place on the night from the 09 to the 10 of November 1938. On this night, SA paramilitary forces attacked, ransacked and burnt Jewish-owned stores, buildings, and synagogues throughout Germany.  EPA/FILIP SINGER
Margot Friedländer im November 2021 in Berlin. Die Holcaust-Überlebende.
EPA

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer warnt vor wachsender Geschichtsvergessenheit und Gefahren für die Demokratie. Einzelne Impfgegner würden die Erinnerung mit Füssen treten. 

SDA

27.1.2022 - 16:24

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer hat sich entsetzt über einzelne Impfgegner in Deutschland geäussert, die Vergleiche zur NS-Zeit ziehen. Die 100-Jährige bezeichnete jene Demonstranten, die den sogenannten Judenstern nutzen, als «neue Feinde der Demokratie».

«Heute sehe ich, wie die Erinnerung an das, was geschehen ist, politisch missbraucht, manchmal sogar verhöhnt und mit Füssen getreten wird», sagte sie am Donnerstag bei einer Rede zum Holocaustgedenktag im Brüsseler Europaparlament. Ungläubig müsse sie mit ihren mehr als hundert Jahren sehen, wie Symbole der Ausgrenzung der Juden durch die Nazis heute von neuen Feinden der Demokratie auf offener Strasse schamlos benutzt würden, um sich selbst als Opfer zu stilisieren.



Erinnerung an den Holocaust wachhalten

Das gelbe Hexagramm war eine den Juden von den Nationalsozialisten aufgezwungene Kennzeichnung, um die Minderheit zu stigmatisieren. Das Symbol war in der Vergangenheit immer wieder von Menschen auf Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen gezeigt worden.

In ihrer Rede sprach Friedländer zudem von ihren Erinnerungen an die Nazi-Zeit. Eindrücklich beschrieb sie, wie sie zum ersten Mal Menschen aus dem Vernichtungslager Auschwitz gesehen habe. «Man konnte die Lebenden kaum von den Toten unterscheiden», sagte sie. Auch betonte sie, dass damals nur sehr wenige Menschen – nicht nur in Deutschland – etwas unternommen hätten, um Jüdinnen und Juden zu schützen. Dänemark sei eine rühmliche Ausnahme gewesen.

Bei der Veranstaltung im EU-Parlament betonten auch die Präsidentinnen des EU-Parlaments, Roberta Metsola, und der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, sowie EU-Ratspräsident Charles Michel, wie wichtig es sei, die Erinnerung an den Holocaust aufrechtzuerhalten und für demokratische Werte einzustehen.

SDA/uri

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