Berner Gemeinden machen 126 Franken pro Einwohner vorwärts

SDA

2.4.2020 - 15:05

Die bernischen Gemeinden standen im Jahr 2018 finanziell gut da.
Source: KEYSTONE/EDI ENGELER

Die Finanzlage der bernischen Gemeinden hat sich im Jahr 2018 weiter gut entwickelt. Über alle Gemeinden hochgerechnet beträgt der Überschuss 130 Millionen Franken oder 126 Franken pro Kopf.

Zum zweiten Mal in der Folge schrieben die Gemeinden einen Bilanzüberschuss und konnten damit ein finanzielles Polster anlegen, wie die bernische Direktion für Inneres und Justiz am Donnerstag mitteilte. Die Eigenkapitalbasis wurde um 6,4 Prozent gestärkt.

Die Erfolgsrechnungen wiesen in über drei Viertel der Gemeinden einen Ertragsüberschuss aus. Nur jede vierte Gemeinde schrieb rote Zahlen. Das Plus von 126 Franken pro Einwohnerin und Einwohner liegt damit höher als das Vorjahresergebnis von 88 Franken.

Das positive Resultat im Jahr 2018 schreibt der Kanton Bern vor allem den höheren Steuererträgen der natürlichen Personen zu, die dank der brummenden Wirtschaft um 64 Millionen Franken zunahmen.

Mehr Steuererträge

Der Fiskalertrag nahm insgesamt um 70 Millionen Franken zu. Diese Zunahme ist nicht auf höhere Steueranlagen zurück zu führen. Denn nur 13 Gemeinden erhöhten den Steuersatz, während ihn zwölf senkten. Die mittlere Steueranlage blieb damit bei 1,74 Einheiten. .

Der grösste Aufwandposten der Gemeinden ist die Soziale Sicherheit mit einem Betrag von 1‘722 Franken je Einwohner. Die Gemeinden wurden in diesem Bereich erneut stärker belastet. Der zweitgrösste Aufwandposten ist die Bildung mit 1'046 Franken pro Person. Auch hier nahmen die Beträge gegenüber dem Vorjahr zu.

Zurückhaltend bei den Investitionen

Die Nettoinvestitionen lagen 47 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert. Im 2018 betrugen sie durchschnittlich je Einwohner oder Einwohnerin 560 Franken. Damit investierten die Berner Gemeinden eher zurückhaltend, was ebenfalls zu den guten Abschlüssen beitrug.

Der Bericht zeigt unter anderem auch die Wirkung des kantonalen Finanzausgleichs. Demnach bezogen 9 von 10 Gemeinden im 2018 Leistungen aus dem Finanzausgleich. Wobei der mittlere Nettozufluss von 15,5 Prozent den tiefsten Stand erreichte seit 2012.

Mittelprächtiger Schüler

Im interkantonalen Vergleich lässt sich laut Mitteilung festhalten, dass die Gemeinden im Kanton Bern mittelmässig rangieren, ein wenig besser immerhin als im Vorjahr. Bei drei Finanzkennzahlen erreichen sie relativ gute Werte, bei einer Kennzahl liegen sie im Mittelfeld und bei weiteren drei Kennzahlen nehmen sie einen vergleichsweise tiefen Rang im unteren Drittel ein.

Allerdings sind Gemeindevergleiche zwischen den Kantonen mit HRM1 und HRM2 heikel; das neue Rechnungslegungsmodell ist schweizweit noch nicht flächendeckend eingeführt.

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